Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Kunstprojekt „Lichtkreuze“ startet in Bautzen


07 März 2019

Begleitprogramm bis Pfingsten mit über 80 Veranstaltungen

BAUTZEN – Mit einem Ökumenischen Abendgottesdienst am 6. März haben Landesbischof Dr. Carsten Rentzing und Bischof Heinrich Timmerevers im St. Petri-Dom in Bautzen das Kunstprojekt „Licht bewegt“ eröffnet. Die beiden Bischöfe haben für das umfangreiche Programm von Aschermittwoch bis Pfingstsonntag (9. Juni) gemeinsam die Schirmherrschaft übernommen. Das Kunstprojekt geht auf den Künstler Ludger Hinse (70) zurück. An 13 wichtigen Orten der Stadt und dem näheren Umland werden dann Lichtkreuze und andere Arbeiten des Recklinghausener Künstlers zu sehen sein.

Im Bautzner Dom, der von beiden Konfessionen über viele Generationen friedlich und gemeinsam als Simultankirche genutzt wird, ist ein Symbol für das Zusammenleben von Kulturen und Konfessionen in der Oberlausitz. So ging die Realisierung des Projektes auf die gemeinsame Initiative der katholischen und der evangelischen Gemeinden des ökumenisch genutzten St. Petri-Doms zurück. „Wir stellen uns in unserem gemeinsamen Dom unters Kreuz“, sagte Bischof Timmerevers zur Begrüßung zu Beginn des Gottesdienstes. Von hier aus gehe es auf den Weg in die österliche Bußzeit in der Gewissheit, dass der Mensch gehalten sei in Gottes grenzenloser Liebe durch Christus. Unsere Einheit führe die Welt zum Licht und zum Kreuz, so der Bischof.   

Für Landesbischof Dr. Rentzing könnte der Kontrast zwischen der gestrigen Ausgelassenheit und der heutigen Schwere nicht größer sein. Dies scheinen auch die Lesungen zum Frühjahrsbußtag zu bestätigen, sagte er in seiner Predigt. Tatsächlich sei der Charakter ehrlicher Buße ein Ausdruck christlichen Ernstes mit der Erfahrung von Schuld und Vergebung. Aus seinem persönlichen Erleben wisse er aber auch vom Gefühl der Entlastung nach dem Schuldeingeständnis durch Beichte und Loslösung. Mit dieser Erleichterung werde die Beschwernis genommen.

Auch heute wisse man von Schuld. Allerdings habe Dr. Rentzing den Eindruck, dass die Schuld nicht bei sich selbst gesucht werde. Vielmehr werde die Schuldfrage nach außen gelenkt. Schuld hätten die da oben, oder, die Migranten hätten Schuld. „Je mehr aber die Schuldfrage nach außen abgewälzt wird, desto größer der Schaden und das Unheil in unserer Gesellschaft“, warnte der Landesbischof. Umso wichtiger seien die Schuldannahme und die Freisprechung.

Im Anschluss an die Feier mit der Spendung des Aschekreuzes im katholischen Teil des Doms ging die Gemeinde in den evangelischen Teil und versammelte sich um den Altar. Hier hielt auch der Künstler Ludger Hinse in einer Meditation ein Gebet zum Kreuz. Durch die Liturgie des Gottesdienstes führten Dompfarrer Veit Scapan (kath.) und Pfarrer Christian Tiede (ev.) und für die musikalische Begleitung sorgten der Katholische Domchor unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Friedemann Böhme und Kirchenmusikdirektor Michael Vetter an der Orgel im evangelischen Teil.

Bis Ostern stehen nahezu täglich Veranstaltungen auf dem Begleitprogramm, von Führungen, Vorträgen, einer Werkstatt für Kinder, Friedensgebeten oder Geistlicher Musik bis hin zu Seminaren oder Theateraufführungen. An zahlreichen Terminen wirkt der Künstler persönlich mit. Auch nach Ostern geht das Programm mit verschiedenen Angeboten bis zum ökumenisch begangenen Abschlussgottesdienst am Pfingstsonntag weiter. Veranstaltungsorte der Reihe werden dabei auch die Trauerhalle eines Bestattungsunternehmens, eine Werkhalle und das Klarissenkloster in Bautzen sein.

Bereits vor Monaten hatte Dompfarrer Veit Scapan für die Vorbereitungsgruppe den Kontakt zu Hinse aufgenommen, in dessen Werken die Themen „Kreuz“, „Licht“ und „Farben“ eine zentrale Rolle spielen. Dompfarrer Scapan: „Hatten wir zunächst über einen Einkehrtag für die Pfarrei nachgedacht, wurde im Gespräch mit Ludger Hinse schnell klar: wir machen mehr zusammen.“ So entwickelte sich ein Projekt, über das die Gemeinde auch mit den Einwohnern der Stadt ins Gespräch kommen möchte, so Scapan. Dafür biete das Kunstprojekt vielerlei Anknüpfungspunkte.

Ludger Hinse berichtet, dass er bereits bei seinem ersten Besuch in Bautzen vor rund 15 Jahren vom St. Petri-Dom der Stadt begeistert war. Mit rund 40 seiner Werke wird er nun in der Stadt präsent sein. "Im Dom sind beispielsweise meine Werke 'Labyrinth des Lebens und des Todes', 'Das Buch der Bücher' und 'Menschenkreuze' zu sehen", so Hinse.

Für Pfarrer Dr. Kay Weißflog von der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde St. Petri in Bautzen hat die Ausstellung noch einen weiteren Pluspunkt. "Gerade in dieser Zeit, in der Bautzen heftige Schlagzeilen macht, ist es wichtig, noch einmal neue Perspektiven zu eröffnen. Und diese wunderbaren Kreuze, diese Gebilde aus Licht und warmen, freundlichen Farben, bringen die Ambivalenz dieses Symbols zusammen."

Der Künstler und das Kreuz

Seit 1988 hat Ludger Hinse zahlreiche nationale und internationale Ausstellungen gestaltet. Der gebürtige Recklinghausener lebt und arbeitet in seiner Heimatstadt. Zur künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Kreuz kam er während eines Aufenthalts in Chile. Hier hörte er Berichte, wie Mütter mit den Fotos ihrer verschwundenen Söhne und Töchter gegen die damalige Militärdiktatur demonstrierten. An der Spitze ihrer Protestzüge trugen die Mütter einige Holzkreuze. „Und diese einfachen Kreuze hatten die Militärjunta, die geballte Macht des Staates, davon abgehalten, gegen die suchenden Mütter vorzugehen.“ Ein Erlebnis, das auf Hinse tief beeindruckte.

Über hundert Kreuze hat der Künstler daraufhin geschaffen und an 60 Orten in ganz Europa aufgestellt, darunter in der Berliner St. Hedwigskathedrale. Das Kreuz ist für ihn nicht Zeichen des Todes, sondern des Lichtes und der Auferstehung. "In der Romanik wurde das Kreuz ja noch als Segenszeichen betont. Erst mit der Gotik wandelte sich die Bedeutung zu einem Leidenszeichen", betont Hinse.

Eine Programm-Übersicht unter LICHTbewegt

Spendung des Aschekreuzes im Altarraum
Sammlung am Altar und Segen
Vorstellung des "Sorbischen Kreuzes" durch Ludger Hinse

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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