Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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KONZILIAR
22 Apr. 2024
35 Jahre Frieden, Gerechtigkeit und Schöpfungsbewahrung
DRESDEN - In diesem April ist es 35 Jahre her, dass die Ökumenische Versammlung in Dresden zu Ende gegangen ist. Der konziliare Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung gehört zu den Quellgründen der Friedlichen Revolution 1989 und hat seinerzeit viele Menschen auf- und angeregt nach mehr Gerechtigkeit zu fragen.
Das damalige Ereignis 1988/89 ging im April 1989 mit der Übergabe der zwölf Ergebnis-Texte an die 19 Kirchenleitungen als Abschluss des konziliaren Prozesses in der Dresdner Kreuzkirche am 30. April 1989 zu Ende. Dieser historische Moment mit seiner Wegweisung erwies sich bis heute relevant. Nun wollen nach 35 Jahren zwei Veranstaltungen in Dresden diese Geschichte sowie die Aktualität neu beleuchten und diskutieren. Die Veranstaltungen sind thematisch eingebettet in die diesjährige Kampagne „Hoffnung für die Erde leben“.
Historische Einordnung in die damalige Zeit
In Kooperation mit dem Kirchenbezirk Dresden Mitte, der Katholischen und der Evangelischen Akademie sowie des Ökumenischen Informationszentrums (ÖIZ) wird am 23. April 2024 um 19:30 Uhr im Haus der Kathedrale (Schlossstraße 24) ein Vortragsabend die damalige Zeit der Veränderung in der historischen Entwicklung der Konziliaren Versammlung thematisieren. Erwartet werden die Kunsthistorikerin Prof. Dr. Katharina Kunter (Universität Helsinki) und der Theologe und MdL Frank Richter. Julia Catharina Eydt, Studienleiterin Katholische Akademie Dresden wird moderieren.
Die Zeit drängt noch immer. Die großen Drei: Gerechtigkeit, Frieden
Am Dienstag, 30. April 2024, wird um 17:00 Uhr in der Dresdner Kreuzkirche zu einem Friedensgebet und einer Podiumsdiskussion mit den beiden sächsischen Bischöfen eingeladen. Am Ökumenischen Friedensgebet beteiligen sich Bischof Heinrich Timmerevers (Bistum Dresden-Meißen), Elisabeth Naendorf, Geschäftsführerin des ÖIZ (Dresden) und Superintendent Christian Behr (Dresden Mitte).
Das Podium ab 18:00 Uhr bestreiten Markus Meckel, Außenminister a.D. (Berlin), die Politikwissenschaftlerin Irène Mahano, Helena Funk, Afrikanistin und Theologin, Beauftragte für Kirchlichen Entwicklungsdienst (Leipzig) sowie Landesbischof Tobias Bilz (EVLKS). Moderieren wird Akademie-Direktor Stephan Bickhardt (Ev. Akademie Sachsen). Um 19:45 Uhr erfolgt eine Schlussreflexion von Studienleiterin Eydt. EINLADUNG
Ökumenischer Weg für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung
Mit verschiedenen Kooperationspartnern greift der Ökumenische Weg auch in Sachsen in den letzten Jahren die Tradition des Konziliaren Prozesse auf und setzt dabei auf das ökumenische Miteinander und das Engagement aller Generationen. Dabei geht es um die Förderung der Themen Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung im ökumenischen Kontext, in Kirchen, Gemeinden und Regionen. So werden u.a. Bildung- und Handlungsimpulse durch Veranstaltungen gesetzt, jedes Jahr Ökumenische Thementage initiiert und die Vernetzung von Engagierten und Initiativen durch Kooperationen vorangetrieben. Zielgruppen und Teilnehmende sind hauptberufliche und ehrenamtliche Vertreterinnen und Vertreter von Initiativen, Gemeinden und Kooperationspartnern, die Fachreferentinnen und Fachreferenten sowie Interessierte. An verschiedenen Stationen des Ökumenischen Wegs sind bereits in unterschiedlichem Kontext Zeichen gesetzt worden. ÖKUMENISCHER WEG
„Hoffnung für die Erde leben. Gerechtigkeit – Frieden – Schöpfung“
Eine Aktion in Trägerschaft der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland mit einem breiten Netzwerk von Kirchen, regionalen ACKs, Initiativen und Einzelpersonen möchte gerade in diesem Jahr die Ziele des konziliaren Prozesses in verschiedenen Veranstaltungen aufgreifen. So sind Veranstaltungen von März bis September 2024 in verschiedenen Regionen im jeweilig eigenen Kontext vor Ort geplant. Dabei werden aktuelle Fragen von Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Solidarität, Entwicklung, Frieden, Demokratie oder Schöpfungsverantwortung für Ihre Zielgruppen und mit unterschiedlichen Mitwirkenden aufgegriffen.
Als zentrale und besondere Veranstaltungen wird vom 13.-15. September 2024 in Dresden zu unterschiedlichen Gesprächs- und Beteiligungsformaten eingeladen, um sich mit anderen zu vernetzen, diskutieren, Erfahrungen austauschen und Lösungen zu suchen. Drei thematische Panels verbinden Expertise aus Wissenschaft, Handeln und Erleben. Workshops, Diskussionsformate, Erkundungen und Andachten bieten Raum für ganzheitliche, kreative, erfahrungsbezogene und spirituelle Zugänge.
Die Initiative „Hoffnung für die Erde leben. Gerechtigkeit – Frieden – Schöpfung“ lädt Menschen ein, gemeinsam Antworten auf aktuelle Fragen zu suchen und Teil einer Hoffnungsbewegung zu werden.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.