Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Konzertreise im musikalischen Festjahr


11 Okt. 2025

Ein Oberlausitzer Botschafterprojekt mit geistlicher Vokalmusik

DRESDEN - Anlässlich des 350. Todesjahres von Andreas Hammerschmidt (1611–1675), einem der bedeutendsten protestantischen Kirchenmusiker des 17. Jahrhunderts, wird seine Musik von Mai bis Oktober 2025 in Sachsen und Tschechien gefeiert. Insbesondere an dessen Wirkungsstätte im ostsächsischen Zittau wurde und wird mit Konzert-Höhepunkten an den frühbarocken Organisten und Komponisten gedacht. So fand bereits im Mai in Zittau ein Bürgerfest statt, zu dessen Anlass u.a. in der Johanniskirche Zittau ein Chortreffen des Kirchenbezirks und dem Collegium Musicum Zittau statt.

„Hammerschmidt auf Reisen“ heißt nun eine Tour mit geistlicher Vokalmusik mit Zwischenstation am Mittwoch, 15. Oktober, um 19:00 Uhr in der Dresdner Dreikönigskirche. Ausführende sind das Collegium canorum Lobaviense und das Ensemble Musicantica. Die Ensembles sind in diesem Jahr gemeinsam auf Konzertreise, die an Orte führt, die mit dem Komponisten in Verbindung stehen. Erklingen werden Werke von Andreas Hammerschmidt anlässlich seines Todesjahres. Im Konzert mit vier- bis achtstimmigen Motetten werden die Ensembles in unterschiedlichen Aufstellungen an verschiedenen Orten in der Kirche singen und so den ganzen Raum zum Klingen bringen.

Hammerschmidt auf Reisen

Als Botschafter eines selten gehörten Oberlausitzer Barockrepertoires sind das Collegium Canorum Lobaviense unter der Leitung von KMD Christian Kühne und das Ensemble Musicantica unter der Leitung von Dr. Sven Rössel auf dieser sächsischen Konzertreise unterwegs. Im Zentrum des Programms stehen anlässlich seines 350. Todestages die Werke von Andreas Hammerschmidt, der mehr als 30 Jahre an St. Johannis in Zittau wirkte. Die Konzertreise führt zu weiteren Orten, die mit dem Leben des Kirchenmusikers in Verbindung stehen. So beginnt die Tour am heutigen Sonnabend, 11. Oktober, um 17:00 Uhr in der Löbauer Nikolaikirche.

Es folgen in den kommenden Tagen Freiberg in St. Petri, die Stiftskirche in Chemnitz-Ebersdorf, die St. Martinskirche in Neukirchen und nach dem Konzert in Dresden der Dom St. Petri in Bautzen, die Görlitzer Frauenkirche und die Schlosskirche Weesenstein.
Das Projekt wird von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsens und der Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. gefördert.

Historische Stationen des Organisten und Komponisten

Andreas Hammerschmidts Vater Hans war Sattler und stammte aus Carthause bei Zwickau, heutiger Ortsteil von Neukirchen. Über seine Mutter ist nichts bekannt. Andreas Hammerschmidt wurde 1611 in Brüx in Böhmen geboren. In der Stadt, dessen historische Substanz in den 1960er und 1970er Jahren für die Erweiterung des Braunkohletagebaus abgerissen wurde, war die Familie Hammerschmidt Teil der protestantischen Minderheit. Die gewaltsame Gegenreformation im katholischen Böhmen zwang die Familie 1626 zur Flucht in das lutherische Kurfürstentum Sachsen, wo sich die Familie in Freiberg niederließ. In der durch Bergbau prosperierenden Stadt erhielt Hammerschmidt wahrscheinlich eine erste Musikausbildung. Als Lehrer sind Christoph Demantius, Christoph Schreiber und Stephan Otto anzunehmen.

Nach einer kurzen Dienstzeit auf Schloss Weesenstein übernahm Andreas Hammerschmidt die Organistenstelle an St. Petri in Freiberg von Christoph Schreiber. Auch die Stelle an St. Johannis in Zittau trat Hammerschmidt 1639 als Nachfolger des zuvor verstorbenen Schreibers an.

Zu Hammerschmidts Kontakten und Reisen ist wenig überliefert. Er besuchte in Dresden Heinrich Schütz und hörte dessen Werke sowie die italienischer Musiker. Reisen nach Görlitz sind durch einige Widmungen (Motettae an das Görlitzer Collegium Musicum sowie an dortige Musikfreunde die Weltlichen Oden I u. II und die Dialogi) belegt. Im Jahr 1642 prüfte er im Auftrag des Bautzener Rates die vom Dresdener Orgelbaumeister Tobias Weller errichtete neue Orgel im evangelischen Teil des Domes St. Petri zu Bautzen.

Kulturhauptstadt Europa 2025 Chemnitz: Die familiären Wurzeln und die erste kirchenmusikalische Anstellung von Hammerschmidt liegen in der Kulturhauptstadtregion. Die längste Zeit seines Lebens war Hammerschmidt aber in der Mitbewerberstadt für die Kulturhauptstadt 2025, Zittau, tätig.

Viele von Hammerschmidts Werken sind bis heute fester Bestandteil des kirchenmusikalischen Repertoires. Doch nicht immer in ihrer ursprünglichen Form: Seine berühmte Kantate „Machet die Tore weit“ wurde jahrzehntelang in gekürzter Version gesungen und liegt nun in historisch korrekter Fassung vor. Auch sein Choralkonzert „Verleih uns Frieden“ (1646) ist bekannt. Es entstand zwei Jahre vor dem Westfälischen Frieden und ist ein musikalisches Dokument der Friedenssehnsucht seiner Zeit.

Collegium canorum Lobaviense und Ensemble Musicantica in Zittau

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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