Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Konzert Collum und mehr
12 Dez. 2018
Adventsmusik aus den Beständen der SLUB Dresden
DRESDEN - 28 Sängerinnen und Sänger der Jugendkantorei des Wurzener Domes unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Johannes Dickert gastierten am heutigen Mittwochabend in der Zentralbibliothek der Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) in Dresden zu einer Adventsmusik. Im Zentrum stand der über die Grenzen hinaus berühmte Cembalist, Pianist und Dirigent Herbert Collum (1914-1982), der über Jahrzehnte das Dresdner Musikleben prägte. Originalpartituren waren in Vitrinen ausgestellt.
Im Klemperer-Saal hieß Kerstin Hagemeyer, Referentin der renommierten Musikabteilung der SLUB, die Sängerinnen und Sänger herzlich willkommen und freute sich über die zahlreichen interessierten Zuhörer an diesem Abend. Sie erinnerte daran, dass die Jugendkantorei bereits vor zwei Jahren zu Gast war und beim damaligen Adventskonzert „Machet die Tore weit“ Motetten, Psalmen und geistliche Konzerte Dresdner Kreuzkantoren zur Aufführung brachte. In jenem Konzert seien u.a. auch der Dresdner Bachchor unter Leitung von Markus Leidenberger und die Professores Cantantes Dresdenses unter Leitung von Reinhold Uhlig beteiligt gewesen.
Am heutigen Abend brachte die Jugendkantorei einige Motetten des Kreuzorganisten, Chorleiters und Komponisten Herbert Collum sowie Magnificat-Vertonungen u.a. von Andreas Hammerschmidt, Georg Philipp Telemann und Józef Šwider zur Aufführung. So erklang auch Collums „Kleine Messe“ mit Willy Wagner am Orgelpositiv. In den insgesamt 16 Werken als ein Querschnitt durch die Kirchenmusikgeschichte, wurde in den Texten der Wandel deutlich, der sich mit dem Weihnachtsgeschehen verbindet. Die Reichen werden leer ausgehen und die Mächtigen vom Thron gestürzt, während die Niedrigen erhöht werden, so die mehrfachen Verheißungen in den unterschiedlichen musikalischen Interpretationen.
Als zweites Thema trat in den Liedtexten natürlich die Person der Maria in der Erwartung des Kindes, des Gottessohnes in den Vordergrund. Johannes Dickert bezog sich darauf und berichtete, wie er und der Chor sich mit der Mariengestalt zu beschäftigen begann, zumal der Wurzener Dom den Patroziniumsnamen St. Marien trage, so Dickert. Bis zu seinem Ruhestand im nächsten Jahr habe er noch einiges vor, sagte er im Vorfeld des Konzerts. Dann werde er 33 Jahre im Dienste der Kirchenmusik in Wurzen tätig gewesen sein. Studiert hatte er Kirchenmusik in Dresden und mit Beginn seiner Arbeit in Wurzen gründete er 1986 die Jugendkantorei.
Kirchenmusik in Wurzen
Die Kirchenmusik in Wurzen wirkt seitdem in beispielhafter Weise durch die Kurrende, die Domkanterei, die “Capella Sancti Wenceslai”, durch das Kammerorchester St. Wenceslai, den Posaunenchor, und der Jugendkantorei des Wurzener Domes in die Kirchgemeinde und von ihr wiederum in eine breite Öffentlichkeit. Insbesondere die Arbeit mit dem Jugendchor liegt Johannes Dickert immer sehr am Herzen. Mit ihm schaffte er es nicht nur eine zusätzliche Brücke zwischen den Chorgenerationen zu etablieren, sondern auch junge Menschen zu begeistern, die nicht unmittelbar aus der Ortsgemeinde stammen.
Die Jugendkantorei des Wurzener Domes gastierte mit ihren anspruchsvollen Konzerten bereits in München, Leipzig, Berlin und Hamburg, aber auch in Österreich und der Schweiz. Die Erfolge haben den Chor stets zu neuen musikalischen Herausforderungen angespornt, die er durch konzentrierte Probenarbeit und nicht zuletzt durch Freude am Singen meistert. Für die Adventsmusik in der SLUB hat der Chor einige Motetten des Kreuzorganisten Herbert Collum einstudiert.
Herbert Collum und die SLUB
1914 in Leipzig geboren, kam Herbert Collum 1935 nach Dresden und prägte von diesem Zeitpunkt an das Dresdner Musikleben über fünf Jahrzehnte hinweg als ausgezeichneter Cembalist, Pianist und Dirigent gemeinsam mit Musikern der großen Dresdner Orchester, aber vor allem als Orgelvirtuose und Organist der Kreuzkirche. Schon 1935 rief er die Collum-Konzerte ins Leben, 1946 gründete er einen eigenen Chor, den Collum-Chor, mit dem er Bach und Händel neben zeitgenössischen Kompositionen und eigenen Werken aufführte.
2016 konnte die SLUB seinen Nachlass erwerben, der neben zahlreichen Noten, Programmen und Rezensionen auch ungefähr 300 Tonbänder umfasst, auf denen sein Wirken klanglich festgehalten ist. Die digitale Kollektion seine Tonbänder ist der SLUBMediathek verfügbar.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.