Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Konzentriertes Studienangebot für die Religions- und Gemeindepädagogik


21 Mai 2019

Hochwertiges und praxisnahes Studium in Moritzburg und Dresden

DRESDEN | MORITZBURG - Die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens ermöglicht die Weiterführung eines Studienangebotes der evangelischen Religions- und Gemeindepädagogik in Moritzburg und Dresden. Zur künftigen Entwicklung der beiden Evangelischen Hochschulen Dresden und Moritzburg hatte die Kirchenleitung in ihrer Sitzung am 10. Mai 2019 beraten und Beschlüsse gefasst.

Entschieden wurde, dass – entsprechend den noch zu führenden Gesprächen mit dem Freistaat Sachsen – die bisherigen Moritzburger Studienangebote ab September 2020 im Studienprogramm der Evangelischen Hochschule Dresden weitergeführt werden sollen. Der Standort Moritzburg bleibt weiterhin erhalten. Mitarbeitende der bisherigen Moritzburger Hochschule können von der Dresdner Hochschule übernommen werden.

Damit ist auch künftig ein attraktives Studium der Religions- und Gemeindepädagogik in Moritzburg und Dresden möglich. Das Institut für Berufsbegleitende Studien (IBS), das bisher Bestandteil der Moritzburger Hochschule war, wird künftig in Trägerschaft des Moritzburger Diakonenhauses weitergeführt.

Der vor fünf Jahren vom Landeskirchenamt eingesetzte Hochschulentwicklungsrat unter Leitung des zuständigen Dezernenten im Landeskirchenamt,  Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz, hatte sich gemeinsam mit den Hochschulleitungen intensiv mit künftigen Strategien beschäftigt. Ziel war es, unter den sich weiter geänderten Kontexten von Kirche und Gesellschaft eine stabile und zukunftssichere Hochschulstruktur innerhalb der Landeskirche zu entwickeln. Auch künftig sollen junge Menschen attraktive Studienangebote für einen Beruf in Kirche und Diakonie  an einer kirchlich getragenen Hochschule finden können.

Mehrfach war in den zurückliegenden Jahren dazu in der Kirchenleitung berichtet und beraten worden. In vielen Gesprächen innerhalb der zuständigen Hochschul- und Trägergremien, mit den politisch verantwortlichen Stellen des Freistaates Sachsen und mit Studierendenvertretern hat sich nun herausgebildet, dass innerhalb des Studienprogrammes der Evangelischen Hochschule Dresden eine Weiter- und Fortführung von religions- und gemeindepädagogischen Studienangeboten möglich sein wird, vorausgesetzt der noch nötigen Zustimmungen von Seiten des Freistaates Sachsens.

Damit wird das Studienprogramm der Evangelischen Hochschule Moritzburg in konzentrierter Form innerhalb der Evangelischen Hochschule Dresden weitergeführt. Der Studienstandort Moritzburg bleibt dabei derzeit erhalten.

Oberlandeskirchenrat Pilz betont: „Wesentlich ist, dass junge Menschen auch künftig eine attraktives Studienangebot für die Religions- und Gemeindepädagogik im Raum unserer Landeskirche, in Moritzburg und Dresden, haben werden. Das ist mit diesem Schritt möglich. Damit können wir weiter für ein hochwertiges und praxisnahes Studium für diesen wichtigen Arbeitsbereich unserer Kirche werben. Gemeinde- und Religionspädagogik ist ein wunderbarer, sinnstiftender und abwechslungsreicher Beruf, den wir in Kirche und Schule auch künftig brauchen werden.“

Geplant ist, ab 1. September 2020 einen neu konzipierten Bachelor der evangelischen Gemeinde- und Religionspädagogik anzubieten, dann innerhalb des Studienprogrammes der Evangelischen Hochschule Dresden.

„Ich bin überzeugt, dass das Studium an Tiefe und Anregungsbreite gewinnen kann und sich in einer renommierten Hochschule stark positionieren wird, ohne dass die wichtige Moritzburger Tradition und Erfahrung vergessen wird. Die Moritzburger Diakonengemeinschaft ist bereits seit der Gründung der Evangelischen Hochschule Dresden Anfang der 1990er Jahre als Mitstifterin der Dresdner Hochschule verbunden und kann dieses Selbstverständnis nun eintragen. Die Diakonengemeinschaft kann von diesem Schritt wertvolle neue Impulse erfahren.“, so der Dezernent.

Die Kirchenleitung hat zugleich entschieden, dass das Institut für berufsbegleitende Studien (IBS), das berufsbegleitende Qualifizierungen für Gemeindepädagogik und Diakonie anbietet, weiter vom Diakonenhaus Moritzburg getragen wird. Die Bildungsangebote dieses Instituts werden auch künftig u.a. die Einsegnung als Diakone und Diakoninnen der Moritzburger Diakonengemeinschaft ermöglichen.

Hintergrund und Entwicklung:

Die Evangelische Hochschule Moritzburg besteht seit 1992 und hat heute 115 Studierende; die Evangelische Hochschule Dresden seit 1991 mit heute knapp 700 Studierenden.

Nachdem sich 1991 die Evangelische Hochschule Dresden gegründet hatte, folgte ein Jahr später die angestrebte Anerkennung der Moritzburger Ausbildungen (damals zu Gemeindehelferinnen und Diakonen) als Fachhochschule. Zugleich ging Anfang der 1990er Jahre das „Amalie-Sieveking-Haus“ in Radebeul in die neue Moritzburger Hochschule über. Innerhalb der DDR war das Amalie-Sieveking-Haus eine von nur wenigen „evangelischen Direktausbildungsstätten“ zur Ausbildung von Gemeindepädagogen (Katecheten).

Das Evangelisch-Lutherische Diakonenhaus Moritzburg war damals neben der Landeskirche, dem Freistaat Sachsen, der Stiftung des Rauhen Hauses Hamburg und dem Diakonischen Werk Sachsen Mitstifterin der Stiftung „Evangelische Fachhochschule für Soziale Arbeit“ (heute Evangelische Hochschule Dresden).

Schon damals war über eine Zusammenführung bzw. die jeweilige Positionierung beider Evangelischer Hochschulen in unmittelbarer Nachbarschaft diskutiert, dies aus unterschiedlichen Gründen jedoch nicht weiter verfolgt worden.

Evangelische (oder katholische) Hochschulen mit mehreren Standorten sind durchaus üblich. Die Evangelische Hochschule Ludwigsburg hat beispielsweise einen weiteren Standort in Reutlingen (60 km entfernt). Die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen hat mit Aachen, Köln, Münster und Paderborn vier Standorte.

Zentrales Gebäudes der ehm und des TPI
Gemeinsames zentrales Gebäude der ehm und des TPI
Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz
Innenbereich der ehs
Innenbereich der Ev. Hochschule Dresden
Hinterer Eingang vom Campus der ehs

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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