Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Konfirmationen 2020 in Sachsen


27 Aug. 2020

Über 4.750 Mädchen und Jungen gehen zur Konfirmation

DRESDEN - Die Konfirmationen in Sachsen, die eigentlich laut Konfirmationsordnung zwischen Palmsonntag und Trinitatis gefeiert werden, sind coronabedingt in diesem Jahr vielfach verschoben worden. Statt im Osterfestkreis zu feiern, wurde vor Ort im Austausch mit den Mitarbeitenden in der Konfirmandenarbeit und den Familien der Konfirmanden entschieden, die Konfirmationen für 2020 in den September oder Oktober zu verlegen. So finden zahlreiche Feiern in den sächsischen Kirchgemeinden an den kommenden Wochenenden vom 6. September bis in den Oktober hinein statt. Manche Konfirmationsfeiern sind auf das Reformationsfest (31. Oktober) verlegt worden oder gar in das nächste Jahr.

Unabhängig davon gehören zum diesjährigen Konfirmationsjahrgang der entsprechenden Altersgruppe über 4.750 Konfirmandinnen und Konfirmanden, die sich auf diesen feierlichen Tag nach der zweijährigen Vorbereitungszeit in den Konfirmandenstunden und –treffen freuen.

Seit zwölf Jahren war die Zahl der Konfirmationen in der sächsischen Landeskirche deutlich und kontinuierlich gestiegen. Nachdem es 2007 in Sachsen wegen der geburtenschwachen Jahrgänge Anfang der 1990er Jahre einen Tiefstand von nur 4.000 Konfirmanden gab, waren die Zahlen bis vor fünf Jahren wieder auf 5.000 herangekommen. Seit dieser Zeit stagniert die Zahl mit Schwankungen unter diesem Niveau.  

Damit wird aber auch deutlich, dass die Konfirmation und die vorangehende meist zweijährige Konfirmandenzeit für heranwachsende Jugendliche weiterhin ein attraktives Angebot darstellen. Neben fallenden, aber auch weitgehend konstanten Zahlen in den Regionen gibt es in vier Kirchenbezirken ein deutliches Plus: So in den Kirchenbezirken Leipziger-Land und im erzgebirgischen Aue sowie in den Gebieten der früheren Kirchenbezirke Glauchau-Rochlitz und Auerbach.

Veränderungen und Konstante

Anstiege und Stagnationen sind häufig von Wanderungsbewegungen in den letzten Jahren beeinflusst, so von Weg- und Zuzügen innerhalb und außerhalb Sachsens. Gerade von den Dynamiken im Wachstum der beiden Großstädte sind auch Entwicklungen in angrenzenden ländlichen Bereichen beeinflusst.

Der prozentuale Anteil der Konfirmanden an der Altersgruppe von aktuell fast 19  Prozent entspricht dem Verhältnis der letzten Jahre. Kurz vor der friedlichen Revolution lag der Anteil bei 14 Prozent.

Konfirmandenzeit in Zeiten von Covid 19

Bis auf die vormals geplanten Konfirmationstermine war der aktuelle Jahrgang in der zurückliegenden Konfirmandenzeit coronabedingt kaum betroffen gewesen. Allerdings bedeutete es für den nachfolgenden Jahrgang in den vergangenen Monaten einen nachhaltige Störung und Unterbrechung. Trotzdem versuchten Pfarrerinnen und Pfarrer, Gemeindepädagoginnen und –pädagogen sowie Kantorinnen und Kantoren bis zu den Ferien Kontakt zu den Gruppen zu halten. Darüber hinaus gab es Online-Angebote, die Kommunikationslücken schließen sollten.

Vorbehaltlich der weiteren Pandemie-Entwicklung ist nun nach den Ferien mit einem entsprechenden Hygienekonzept Konfirmandenunterricht möglich. Darüber hinaus sind die Regelungen der Landkreise und Kommunen zu prüfen und zu berücksichtigen. 
Bei den jetzigen Konfirmationen und dem damit häufig verbundenen Erstabendmahl ist unter den gegenwärtigen Umständen der Covid 19-Pandemie der Empfang des Gemeinschaftskelches nach wie vor nicht angeraten.

Die praktische Terminierung und Umsetzung der Gottesdienste ist vielfältig. Mancherorts werden sie nach außen übertragen. Andernorts extra auf den Sonnabend davor gelegt, mehrere Gottesdienste hintereinander oder in verschiedenen Kirchen für jeweils kleine Gruppen geplant. Auch Live-Stream-Übertragungen werden erwogen, damit Verwandte und Bekannte am Einsegnungsfest Anteil nehmen können.

Die zur Konfirmation im Jahr 2020 angemeldeten Konfirmanden sind zu den Kirchenvorstandswahlen am 13. September 2020 wahlberechtigt, auch wenn die Konfirmation erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfindet.

Konfirmandenarbeit in Zeiten des Wandels

Seit geraumer Zeit gibt es seitens der Landeskirche gemeindepädagogische Impulse, die Konfirmandenarbeit auch für Jugendliche attraktiv zu gestalten, die noch nicht mit der Kirche in Berührung kamen. Offene Jugendarbeit mit Verbindlichkeit und Gemeinschaft mit Erlebnischarakter sollen stärker auf die Bedürfnisse junger Heranwachsender ausgerichtet sein. Meist durch Freunde mit eingeladen, nehmen bereits viele nichtgetaufte Jugendliche an den Treffen vor der Konfirmation teil. So ist an den Konfirmationssonntagen zu beobachten, dass sich über zehn Prozent gleichaltrige Jugendliche taufen lassen.

Um die derzeitige Praxis zu spiegeln, Veränderungen anzuzeigen und von Beispielen gelungener Konfirmandenarbeit zur lernen, finden von Zeit zu Zeit Impulstage zur Bestandsaufnahme und des gegenseitigen Austausches statt.

Konfigabe 2020

Viele Konfirmationen wurden aufgrund von Corona verschoben, manche in den Herbst, andere ins Jahr 2021. Deshalb wird erneut an die ‚Konfigabe‘ des Gustav-Adolf-Werkes in Sachsen e.V. (GAWiS) erinnert. Die Konfirmandengabe 2020 GAWiS steht unter dem Leitwort: „Ist da jemand, der zu mir hält?“ und geht an Kinder und Jugendliche in Argentinien und dem Libanon. Das Material dazu haben die Kirchgemeinden bereits erhalten.

Argentinien: Musik verbindet. Musizieren macht selbstbewusst und stark. Gustav-Adolf-Werk fördert Musikprojekte für benachteiligte Kinder und Jugendliche in Argentinien. Zum Beispiel die Musikschule und das Kinder- und Jugendorchester der ASE im Barrio San Fernando im Großraum Buenos Aires.

Libanon: Im Libanon leben hunderttausende geflüchtete Kinder aus Syrien. Viele von ihnen haben keinen oder nur beschränkten Zugang zu Schulen. Das libanesische Bildungssystem ist überfordert. Auch will das GAWiS Schulen für geflüchtete syrische Kinder im Libanon unterstützen.

Spendenkonto bei der Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank)
IBAN: DE41 3506 0190 1641 0500 20
BIC: GENO DED1 DKD
Betreff: Konfigabe 2020

Konfirmanden mit Kerzen Altarraum
Kerzen erinnern am Konfirmationstag an die Taufe

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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