Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Klaus Schurig geht in den Ruhestand
08 Okt. 2024
Landeskirche dankt für seinen langjährigen treuen Dienst
DRESDEN – Im Rahmen einer Feierstunde im Ev.-Luth. Landeskirchenamt Sachsens wurde am 8. Oktober 2024 Oberlandeskirchenrat Klaus Schurig verabschiedet, der am 1. November 2024 in den Ruhestand tritt. Seit 2005 war er Mitglied des Landeskirchenamtes und als Dezernent für juristische Grundsatzfragen zuständig. So gehörten in sein Aufgabengebiet u.a. die Gesetzgebung der Landeskirche, das Kirchenverfassungsrecht, das Staatskirchenrecht sowie die rechtlichen Angelegenheiten der Kirchgemeinden, Kirchenbezirke und der kirchlichen Werke und Einrichtungen.
Zahlreiche Weggefährten, Kolleginnen und Kollegen kamen zur Verabschiedung an diesem Dienstagnachmittag. Landesbischof Tobias Bilz würdigte die bisherige Zusammenarbeit, die für ihn gekennzeichnet war von Schurigs Erfahrungswissen. Er hob dessen Treue und Rechtschaffenheit hervor sowie sein Wesen, Emotionen sachbezogenen Argumenten unterordnen zu können. Schurig sei nicht schnell von seinen Überzeugungen abgewichen. Sein Glaube sei von Vertrauen geprägt, und für ihn eine Selbstverständlichkeit, weil er für ihn zum Leben gehöre. Die Landeskirche habe ihm für seinen langen treuen Dienst zu danken.
Präsident Hans-Peter Vollbach entpflichtete ihn und versetzte ihn formal in den Ruhestand. In seiner Würdigung nannte er beispielshaft zahlreiche Stimmen, die ihm zu Ohren kamen und die den Abschied von Schurigs Dienst in unterschiedlichen Zusammenhängen bedauerten und als Verlust empfunden hätten. 20 Jahre seien eine lange Dienstzeit mit Kirchentagen, Hochwasserereignissen, Strukturreformen und mehreren Bischöfen gewesen. Ein Dezernent habe kaum eigene Mittel, das für ihn Richtige durchzusetzen, sagte Vollbach. Es bedürfe Überzeugungsarbeit und Kompromissbereitschaft in kollegialer Zusammenarbeit und Entscheidung.
Oberkirchenrätin Elke Sievers (Hannover), Stellvertretende Leiterin des Amtsbereichs der VELKD und für juristische Grundsatzfragen zuständig, hob Schurigs langjährige Mitarbeit in der Generalsynode sowie in der Kirchenleitung der VELKD hervor. In 50 Kirchenleitungssitzungen habe er nicht alle Entscheidungen begrüßt, aber sie dennoch loyal mitgetragen. In diesen Gremien sei er ein kompetenter Kollege gewesen. Sievers überbrachte Grüße aus Hannover vom Leiter des Amtsbereichs des EKD-Kirchenamtes, Dr. Stephan Schaede.
Die sächsische Synodalpräsidentin Bettina Westfeld war zusammen mit Vertretern des Präsidiums der Landessynode gekommen und erinnerte an so viele Tagungen der Synode, in denen Oberlandeskirchenrat Schurig mit großem Wissen gerade im Kirchenrecht zur Verfügung gestanden habe. Seine Beiträge in Ausschuss, der Debatte sowie in Gesprächen sei hilfreich und wichtig gewesen. „Sie haben uns viel mitgegeben – auch an Gottvertrauen“, sagte Westfeld abschließend zu Schurig.
Oberlandeskirchenrat Dr. Thilo Daniel sprach seinen persönlichen Dank gegenüber seinem Kollegen im Landeskirchenamt aus. Er hob hervor, dass Schurig dafür stehe, dass die Kirche eine Diakonie, und die Diakonie eine Kirche habe. Dr. Daniel schätze an ihm Aufrichtigkeit und Geradlinigkeit, die bei Windstille nichts Besonderes sei. Aber, in der Landeskirche sei es eben nicht windstill. Deshalb bewundere er dessen Eigenschaft.
Anschließend bedankten sich Vertreterinnen der Mitarbeiterschaft für die gemeinsame Zusammenarbeit und für so manche Hilfestellung in Sachfragen.
Diakonie-Direktor Dietrich Bauer erinnerte ebenfalls in persönlichen Worten an die frühere Zeit im Landeskirchenamt, als es zwischen den beiden Dezernenten gerade in Strukturfragen einen regen Austausch aus jeweils juristischer und theologischer Sicht gab. Daraus erwuchsen Überlegungen, die weit in die Zukunft wiesen. Als Diakonie-Chef überbrachte OKR Bauer aus seiner jetzigen Position die Dankesgrüße aus der diakonischen Gemeinschaft und überreichte Klaus Schurig das Goldene Kronenkreuz der Diakonie Deutschland.
Klaus Schurig zeigte sich sichtlich freudig und berührt für die Wünsche und Grüße. Er freue sich über das Kommen der Mitarbeiterschaft zur Abschiedsfeier und er bedankte sich bei ihnen. Besonders gerne habe er an der Andachtsgemeinschaft im Hause teilgenommen, die ihm sehr wichtig gewesen sei. Es folgten persönliche Gratulationen und Gespräche.
Klaus Schurig wurde am 24. Oktober 1960 im thüringischen Ruhla bei Eisenach geboren, wo er nach Beendigung seiner Schulzeit 1979 auch sein Abitur machte. Nach anschließendem Grundwehrdienst war er von 1982 bis 1983 in der Gemeindedienst- und Öffentlichkeitsarbeit im thüringischen Landeskirchenamt in Eisenach angestellt, bevor er ein Studium der Rechtswissenschaft an der damaligen Karl-Marx-Universität in Leipzig aufnahm. Nach Abschluss seines Studiums kehrte Schurig in das Ev.-Luth. Landeskirchenamt Thüringens zurück und war dort zwischen 1987 und 1989 als juristischer Referent tätig.
Im Auftrag der thüringischen Landeskirche absolvierte er 1989/90 einen Studienaufenthalt mit Schwerpunkt Kirchenrecht an der Tübinger Eberhard-Karls-Universität und war kurz darauf Vorstand des Kreiskirchenamtes Gera.
1990 hat sich Schurig als Rechtsanwalt in Leipzig niedergelassen und qualifizierte sich 1998 zum Fachanwalt für Arbeitsrecht. Er engagierte sich ehrenamtlich in der Kirchgemeinde seines Wohnorts in Dahlen-Großböhla als Kirchenvorsteher, war ab 2002 Mitglied der Kirchenbezirkssynode des Kirchenbezirks Leisnig-Oschatz und seit 1998 als Mitglied im Vorstand und Gesamtvorstand des Diakonischen Werkes der Landeskirche tätig.
Im Frühjahr 2004 hat die sächsische Kirchenleitung Klaus Schurig zum Nachfolger von Peter Zweynert gewählt.
Neben kirchlichen Ehrenämtern auf EKD-Ebene sowie als Beisitzer der Disziplinarkammer für Pfarrer und Kirchenbeamte der sächsischen Landeskirche, war er bis 2015 stellvertretender Vorsitzender der sächsischen Härtefallkommission. Seit neun Jahren ist er Mitglied des Verfassungsgerichtshofes des Freistaates Sachsen.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.