Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Kanzelreden in der Michaeliskirche Leipzig
20 Juni 2025
„Zwischen Schwarz und Weiß – Orientierung in unübersichtlichen Zeiten“
LEIPZIG - Von Juni 2025 bis April 2026 lädt die Michaelis-Friedens-Kirchgemeinde in Leipzig zu einer neuen Kanzelreden-Reihe mit dem Titel „Zwischen Schwarz und Weiß – Orientierung in unübersichtlichen Zeiten“ ein. Dafür wurden bekannte Persönlichkeiten gewonnen, die versuchen, Orientierung zu geben, ohne dabei die Komplexität der Dinge aus den Augen zu verlieren. Es sind Menschen, die keine Schwarz-Weiß-Bilder zeichnen, sondern eine differenzierte und begründete Position inmitten der Vielfalt beziehen. In den Kanzelreden erzählen sie davon, was ihnen ein innerer Kompass ist. Im Anschluss an die Gottesdienste gibt es die Möglichkeit, mit ihnen zu diskutieren und ins Gespräch zu kommen.
Die erste Referentin in der Kanzelreden-Reihe ist am Sonntag, 22.Juni, um 10:00 Uhr in der Michaeliskirche Leipzig-Gohlis Anna-Nicole Heinrich, Präses der Synode der EKD. Im Mai 2021 wurde Anna-Nicole Heinrich mit 25 Jahren zur bis jetzt jüngsten Präses der EKD gewählt. Sie leitet die Tagungen der EKD-Synode, vertritt die EKD-Synode in der Öffentlichkeit, ist Mitglied im Rat der EKD und eine der höchsten Repräsentantinnen der Evangelischen Kirche in Deutschland. Sie macht sich stark für eine mutige Kirche, die unverzagt in die Zukunft blickt und die frohe Botschaft verständlich formuliert.
Mit dieser neuen Ausgabe der „Leipziger Kanzelreden“ werden die bisherigen erfolgreichen Reihen aus den Jahren 2017, 2019 und 2022/23 fortgesetzt. 2017 stand die Reihe ganz im Zeichen des 500. Reformationsjubiläum. 2019 waren sie dem Thema: „Natur – Umwelt – Mensch; Geht die Schöpfung so weiter?“ gewidmet und 2022/23 hieß das Motto „I have a dream – Menschen, die ihren Traum leben“. Die Kanzelreden ziehen mit ihren prominenten Gästen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kirche zwischen 300 und 800 Teilnehmenden pro Gottesdienst an.
Folgende Kanzelreden sind jeweils um 10:00 Uhr in der Michaeliskirche am Nordplatz vorgesehen:
- 22. Juni 2025: Anna-Nicole Heinrich (Präses der Synode der EKD): Zwischen Hysterie und Vernunft. Kirche in der Empörungsgesellschaft.
- 19. Okt. 2025: Dr. Katarina Barley (Mitglied und Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments): Zwischen Rechtsstaatlichkeit und Populismus. Ein gutes Fundament für Europa.
- 9. Nov. 2025: Prof. Johanna Haberer (Theologin) und Sabine Rückert (Journalistin „Die Zeit“): Zwischen gottgefällig und gottlos? Von der Lust, die Welt von unterschiedlichen Seiten zu sehen.
- 7. Dez. 2025: Prof. Andreas Schulz (Gewandhausdirektor): Zwischen Gestern und Morgen. Wie die Musik uns Orientierung, Freude, Trost und Halt schenken kann.
- 18. Jan 2026: Prof. Dr. Alena Michaela Buyx (Medizinethikerin): Zwischen Klarheit und Komplexität. Herausforderungen bei der Vermittlung komplexer Sachverhalte.
- 8. März 2026: Michael Triegel (Maler): Zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem. Gestalten, was sich nicht begreifen lässt.
- 19. April 2026: Abschlussgottesdienst. Zwischen Schwarz und Weiß: Orientierung finden - Streit gehört dazu.
Die Spenden am Ende der Gottesdienste mit Kanzelrede werden für Projekte nach dem Vorschlag der jeweiligen Gäste gesammelt
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.