Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Internationaler Tag „Nein! zu Gewalt gegen Frauen“


25 Nov. 2022

Plädoyer für ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes und freies Leben

DRESDEN – Im Rahmen des Ökumenischen Abendgebets am gestrigen Donnerstag in der Unterkirche der  Dresdner Frauenkirche brachte die Frauenarbeit der sächsischen Landeskirche auch die anhaltende Gewalt gegen Frauen zur Sprache. Die gesammelte Kollekte wird an den SOLWODI e.V. („Solidarität mit Frauen in Not“) gehen. Der Verein setzt sich für die Rechte von ausländischen Frauen in Deutschland ein, die Not und Gewalt erfahren haben. Seien es Opfer von Menschenhandel, sexueller Ausbeutung und Prostitution, Zwangsheirat oder sonstiger Gewalt.

Bundesweit ist SOLWODI mit 19 Fachberatungsstellen und sieben Schutzeinrichtungen für Frauen und Kinder in Not vertreten. Nach Ansicht der Frauenarbeit sei dies auch in Sachsen notwendig. So gebe es beispielsweise im Erzgebirgskreis kein Frauenschutzhaus. Betroffene Frauen und ihre Kinder aus dieser Region müssten weite Wege zurücklegen, um Hilfe zu finden, berichtet Luise Müller, Referentin für religiöse Bildung und seelsorgerische Begleitung von Frauen in der Frauenarbeit.

Am Dienstsitz der Frauenarbeit der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens im Haus der Kirche (Dreikönigskirche) zeigten am heutigen Gedenktag, 25. November, Frauen Flagge als sichtbares Zeichen gegen häusliche und sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

Das „Nein zur Gewalt an Frauen“ am Dreikönigsforum in der Hauptstraße wird in Dresden ergänzt durch eine orangene Bank in der Dresdner Altmarktgalerie mit der Aufschrift „Kein Platz für häusliche Gewalt“. Die Gleichstellungsbeauftragte und der Zontaclub bringen das Thema ebenfalls in die Öffentlichkeit. In Radebeul und Coswig beteiligt sich das Netzwerk gegen häusliche Gewalt an ähnlichen Aktionen.

Gewalt gegen Frauen sei ein Tabu, sagt Kathrin Wallrabe, Gleichstellungsbeauftragte der sächsischen Landeskirche. „Sie findet immer noch statt, auch in unserer Gesellschaft und wahrscheinlich auch in unseren Gemeinden.“ Laut Bundeskriminalamt (BKA) solle die Anzahl der erfassten Opfer partnerschaftlicher Gewalt im Jahr 2020 bei 148.031 Personen liegen, von der überwiegend Frauen betroffen seien.  

In Sachsen werde aktuell eine Dunkelfeldstudie über das Ausmaß von Gewalt gegen Frauen im Rahmen von häuslicher Gewalt, Stalking und sexualisierter Gewalt erarbeitet. Die sächsische Landeskirche setze sich gegen Gewalt an Frauen ein und mache auf dieses Phänomen aufmerksam. Luise Müller ergänzt: Am meisten verbreitet sei häusliche Gewalt. Ein Drittel aller Frauen mache damit häufig Erfahrungen im Kontext von Trennungs- und Scheidungssituationen in ihrem Leben.

Der Lutherische Weltbund (LWB) ruft seine Mitgliedskirchen auf, Aktionen gegen genderbasierte Gewalt zu sammeln und darüber zu berichten. Das können Bilder, Videos oder kurze Texte sein. Die Gleichstellungsbeauftragte der Landeskirche ermutigt dazu, auch ihr eigene Ideen zuzusenden (kathrin.wallrabe@evlks.de).

Hintergrundinformationen zum Thema Gewalt sind zu finden unter: https://www.go-for-gender-justice.de/themenschwerpunkte/abwertung-und-gewalt-ueberwinden/

Falls Sie selbst von Gewalt betroffen sind oder Hilfe vermitteln wollen:

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Unter der Nummer 08000 116 016 und via Online-Beratung werden Betroffene aller Nationalitäten, mit und ohne Behinderung – 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr unterstützt. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte werden anonym und kostenfrei beraten.

Frauenarbeit in der Landeskirche

„NEIN! zu Gewalt gegen Frauen“ am Dreikönigsforum
Ökumenisches Abendgebet in der Unterkirche Frauenkirche

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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