Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen


26 Nov. 2024

„Nein! zu Gewalt gegen Frauen“

DRESDEN -  Am 25. November ist „Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“. Weltweit wird darauf aufmerksam gemacht, dass jeden Tag Frauen Gewalt erfahren. Jährlich leiden Millionen Frauen unter Gewalt. Formen von Gewalt gegen Frauen reichen von ökonomischer Ungleichheit, Abhängigkeit vom (Ehe)Partner oder der Familie sowie der Verletzung elementarer Menschenrechte, wie Verweigerung von Bildung, Selbstbestimmung und Eigenständigkeit, über sexuelle Belästigung und Nötigung, sexuellen Missbrauch, psychische und körperliche Misshandlung und Vergewaltigung bis zu Frauenhandel, Verschleppung, Zwangsverheiratung und Zwangsprostitution. Die Anzahl der erfassten Opfer ist in den letzten fünf Jahren in Deutschland um 17,5 % angestiegen und erreichte 2023 einen neuen Höchststand. 155 Frauen wurden letztes Jahr durch ihren Partner oder Ex-Partner getötet. Alle 4 Minuten erlebt eine Frau in Deutschland Gewalt durch ihren Partner oder Ex-Partner. Und die Dunkelziffer ist deutlich höher. Nach sogenannten Dunkelfeldstudien ist jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen. Das sind mehr als 12 Millionen Frauen.

Am meisten verbreitet ist häusliche Gewalt. Ein Drittel aller Frauen macht in ihrem Leben Erfahrungen damit - häufig im Kontext von Trennungs- und Scheidungssituationen. Obwohl häusliche Gewalt in der Öffentlichkeit wenig sichtbar ist und tabuisiert wird, begegnen den Mitarbeitenden der Frauenarbeit der EVLKS im Arbeitsbereich Frauengesundheit häufig Schilderungen von körperlicher und seelischer Gewalt in Familien. Für Frauen, die Gewalt erleben, kann eine Mutter-Kind-Kur der Beginn dafür sein, Worte zu finden und sich zu befreien.

Die Frauenarbeit der EVLKS machte rund um den internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen mit verschiedenen Aktionen auf das Thema aufmerksam. Auch beteiligte sie sich zusammen mit einem breiten Bündnis unter Führung des Landesfrauenrates Sachsen an einem Aktionstag vor dem Kulturpalast in Dresden. Mithilfe von Redenbeiträgen, Musik, Mitmachaktionen, Infoständen, Grabkerzen und einer Kunstinstallation konnten sich Menschen über Gewalt gegen Frauen informieren und sich solidarisch zeigen.

Als Zeichen der Solidarität mit betroffenen Frauen weht von 25. November bis 10. Dezember eine Fahne mit der Aufschrift „Wir sagen Nein zu Gewalt gegen Frauen“ vor der Dreikönigskirche (Haus der Kirche) in Dresden.

Am Beispiel der Geschichte von Susanna im Buch des Propheten Daniel wurde im Rahmen eines ökumenischen Abendgebetes in der Frauenkirche das Thema aus theologischer Perspektive aufgegriffen. Die gesammelte Kollekte geht an den SOLWODI e.V. („Solidarität mit Frauen in Not“). Der Verein setzt sich für die Rechte von ausländischen Frauen in Deutschland ein, die Not und Gewalt erfahren haben. Seien es Opfer von Menschenhandel, sexueller Ausbeutung und Prostitution, Zwangsheirat oder sonstiger Gewalt. Bundesweit ist SOLWODI mit 19 Fachberatungsstellen und sieben Schutzeinrichtungen für Frauen und Kinder in Not vertreten.

Kunstinstallation „Lichtkuppel“ symbolisiert einen Schutzraum für Frauen und wurde von der Kreativen Werkstatt Dresden e.V. für den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen entworfen und vor dem Kulturpalast aufgebaut.

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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