Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Internationale Wochen gegen Rassismus
08 März 2024
Unter dem Motto »Menschenrechte für alle« vom 11. - 24. März 2024
SACHSEN – Im Jahr 1966 haben die Vereinten Nationen den 21. März zum »Internationalen Tag zur Überwindung rassistischer Diskriminierung« ausgerufen. Damit soll an das Massaker von Sharpeville (Südafrika) fünf Jahre zuvor mit 69 Toten, darunter acht Frauen und zehn Kinder, erinnert werden. Dieser Gedenktag wurde 1979 durch die Einladung der Vereinten Nationen an ihre Mitgliedstaaten darm ergänzt, eine alljährliche Aktionswoche der Solidarität mit den Gegnern und Opfern von Rassismus zu organisieren.
Auf Grund der Vielzahl der Veranstaltungen und steigenden Beteiligung wurde der Aktionszeitraum in Deutschland auf zwei Wochen ausgeweitet. Diese wichtige Arbeit wird begleitet und unterstützt von der gemeinnützigen Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus.
Den kalendarischen Anker der Internationalen Wochen gegen Rassismus nehmen auch in Sachsen unterschiedlichste Akteure zum Anlass für Aktivitäten.
So wird in der Ev.-Luth. Bethanienkirche Leipzig-Schleußig die Wanderausstellung „Reboot Weiß Schwarz“ zwischen dem 11. und 15. März zu sehen sein, welche neue Perspektiven auf das Thema Gerechtigkeit vermitteln möchte. Die Ausstellungseröffnung mit Musik und dem Initiator der Ausstellung G. Palacios Borjas wird am 13. März 2024 um 19:00 Uhr an selber Stelle stattfinden. Tagsdrauf (14. März) wird es zwischen 09:00 und 12:00 Uhr einen Workshop zur Ausstellung mit C. Monz vom Entwicklungspolitischen Netzwerk Sachsen geben. Alle Informationen auf der Webseite der Kirchgemeinde. Zu einem Online-Workshop und Vertiefungsseminar zum Thema »Sensibel für Diskriminierung und Rassismus in Alltag und Beruf« wird für den 13. und 14. März jeweils zwischen 09:00 und 19:00 Uhr eingeladen. Alle Details im Veranstaltungskalender.
Noch bis 27.März 2024 ist im Thoelogisch Pädagogischen Institut Moritzburg (Bahnhofstraße 9) die Fotoausstellung "Leben ohne Rassismus 2.0" von Gerardo Palacios Borjas zu sehen. Im Rahmen dessen wird am Mittwoch, den 13. März 2024, ab 19:00 ein Kurzfilmabend mit Gesprächsrunde stattfinden, bei dem Flaurita Maffokang zu Gast sein wird.
Im Online-Talk WUT- und MUT-Momente werden Sarah Vecera, Buchautorin von "Wie ist Jesus weiß geworden?" 20 Fragen gestellt. Teilnehmende können vorab per Mail oder Instagram Fragen einsenden. Zu den Veranstaltungsdetails.
In der Philippuskirche Leipzig wird für den 21. März zwischen 19:30 und 21:00 Uhr zu Lesung & Gespräch eingeladen. Der Samuel Meffire, ehemaliger deutscher Polizeibeamter und Autor des Buches „Ich ein Sachse – Mein deutsch-deutsches Leben“ ist dort zu Gast. Alle Informationen.
In den Zeitraum der Wochen gegen Rassismus fällt auch der Start einer Veranstaltungsreihe der Evangelischen Akademie Sachsen. Am 22. März um 10:00 Uhr beginnt das Onlinewebinar zum Thema "Rechts-Populismus - Wirkungen und Kontexte und Anforderungen an die Kinder- und Jugendhilfe". Über Populismus und Sprache referieren Professorin und Doktorin Kati Hannken-Illjes sowie Professor Dr. Hans-Christian Wagner. Diese Reihe möchte einzelne Aspekte des Rechts-Populismus vertiefend aufgreifen und nach Handlungsmöglichkeiten in der Kinder- und Jugendhilfe resümierend fragen. Weitere Module folgen im April und Mai. Alle Informationen auf der Webseite der Ev. Akademie Sachsens.
Generell ermutigt der Deutsche Städtetag und die Stiftung gegen Rassismus insbesondren zum Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März 2024 "Rundgänge für Demokratie und gegen Rassismus" in Städten zu organisieren. Die zentrale Veranstaltung dazu wird als „Kritische Radtour für Demokratie und gegen Rassismus“ am 21. März 2024 um 14:00 Uhr am Bahnhof Dresden-Neustadt starten. Organisiert wird sie vom Ausländerrat Dresden e.V. in Kooperation mit der Landeshauptstadt Dresden. Infos dazu auf der Webseite der Stadt Dresden.
»Es ist wichtig, dass sich alle darüber klar werden, dass Rassismus unsere Gesellschaft schädigt. Rundgänge für Demokratie und gegen Rassismus können dazu wertvolle Impuls geben.«, weiß Albrecht Engelmann, Ausländerbeauftragter der sächsischen Landeskirche.
Auch in Chemnitz gibt es am 21. März ab 17:30 Uhr eine Kundgebung verschiedener Organisatoren und Vereine auf dem Neumarkt Chemnitz.
Weitere Informationen und thematische Auseinandersetzung bietet die Plattform Kirche und Rassismus in Sachsen.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.