Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Impulstag »Kirchenraum weiter-nutzen«


16 Jan. 2024

CHEMNITZ – In die Jugendkirche St. Johannis (Theresenstraße 2) wird am Samstag, den 03. Februar 2024, ein Impulstag unter dem Titel »Kirchenraum weiter-nutzen« stattfinden. Eingeladen sind Kirchenvorstände, Kirchbauvereine, Mitarbeitende, SuperintendentInnen, BaupflegerInnen in Regionalkirchenämtern und der staatliche Denkmalpflege sowie alle Interessierten, um über die Weiternutzung von leer stehenden Kirchenräumen nachzudenken.

In einer kleiner werdenden Kirche wird die Bauunterhaltung in Zukunft nicht einfacher – zugleich ist das Engagement für die Kirchengebäude in Städten und Dörfern häufig groß. Was könnte neu in den Kirchenräumen Platz finden? Welche Rolle könnten die Gebäude für die Kirchenentwicklung spielen? Welche Beziehungen lassen sich über und in den Räumen knüpfen? Wie kann durch bauliche Maßnahmen mehr möglich werden? Und – in all diesen Veränderungen – was sind Kirchenräume für uns in theologischer Hinsicht? Für die Diskussion dieser Fragen soll der Impulstag dienen. Er  wird gemeinsam verstaltet von der Heimvolkshochschule Kohren-Sahils, dem Baudezernat des Landeskirchenamts und der Uni-Leipzig (Teilprojekt 2 der Forschungsgruppe »Sakralraumtransformation«).

Programm

10:30 Begrüßung und Einführung

10:50 Uhr - Interaktiver Start

11:00 Uhr Impulsreferat 1: Sakralräume als öffentliche Orte?! Theologische Orientierungen - Prof. Alexander Deeg / Dr. Kerstin Menzel, Leipzig

Wem gehört die Kirche? Gebaut für den Gottesdienst und zugleich bezogen auf den Ort oder den Stadtteil – Kirchengebäude haben für die Menschen viele Bedeutungen. Nach evangelischem Verständnis sind sie keine an sich heiligen Räume und doch verbinden Menschen mit ihnen das, was über den Alltag und über das Greifbare hinausgeht: die Höhepunkte ihres Lebens, die Sehnsucht nach Stille und Weite, etwas, das die Gemeinschaft vor Ort verbindet über Gräben hinweg und vieles mehr. Was bedeutet all das für eine veränderte Nutzung? Was ist einer Kirche angemessen und wo verlaufen Grenzen?

11:30 Uhr Impulsreferat 2: Zwischen Beharrung aus guten Gründen und Chancen für Transformation – Neue Nutzungen aus der Perspektive der Architektur und des Denkmalschutzes – Landeskonservator Alf Furkert (Landesamt für Denkmalpflege)

12:00 Uhr Rückfragen im Plenum

12:45 Uhr Mittagspause mit Büchertisch

Parallel ab 13:30 Uhr Einblicke und Gespräche zu Ideenwettbewerben und Modellprojekten (Ideenbörse)

  • »Neuer Typus Kirche« (500 Kirche – 500 Ideen/Internationale Bausstellung Thüringen)
  • Beispiele aus »Zukunft-Kirchen-Räume«
  • Wüstenrot-Stiftung Ausstellung »Land und Leute. Die Kirche in unserem Dorf«
  • Offene Kirchen/Tourismus EVLKS

14:15 Uhr Workshops

Ländliche Räume

  • Her(r)bergskirche (Neustadt am Rennsteig): Aufwachen unter dem Kirchenhimmel, durch Kräuterwiesen wandernd, die Zutaten fürs Abendbrot sammeln und den Tag an der gemeinsamen Tafel auf dem Dorfplatz ausklingen lassen: In den Her(r)bergskirchen erwartet Gäste ein ganz besonderes Schlaferlebnis, gepaart mit wiederkehrenden Veranstaltungen, welche die alltägliche Begegnung und den Austausch auch für die BürgerInnen vor Ort befördern. Die nunmehr vier Her(r)bergskirchen entlang des Rennsteigs schaffen so Impulse für die nachhaltige Verbindung von Andacht und Tourismus und etablieren neue Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens im Thüringer Wald.
  • Kultur- und Bildungswerkstatt / Theaterkirche Nöbdenitz, Altenburger Land: Mit der Entwicklung des Pfarrhofes haben sich auch neue Nutzungen für das Kirchengebäude erschlossen. Eine Kultur- und Bildungswerkstatt im Pfarrhaus, eine Open-Air-Bühne für Theater- und Musikveranstaltungen sowie ein Backofen, der Junge und Alte beim Pizza- und Brotbacken verbindet. Die Gemeinde hat ihre anderen beiden Kirchengebäude profiliert: die Burgkapelle Posterstein als Hochzeitskirche und die Atelierkirche in Lohma. Und alles basierend auf ehrenamtlichem Engagement.
  •  Kirche Sora (KG Röhrsdorf) – Einbau von Gemeinderäume: Nachdem die Kirche in Sora im Krieg zerstört wurde und 1949 eine Notinstandsetzung stattfand, entschloss sich die St. Bartholomäus-Kirchgemeinde Röhrsdorf für einen multifunktionalen Umbau. Dafür wurden zwei Pfarrhäuser aufgegeben und alle Funktionen unter einem Dach vereint. Trotzdem ist die gesamte Kirche weiterhin für Gottesdienste nutzbar. Wie das geht? Bänke wurden durch Bestuhlung ersetzt und durch mobile Glaswände lassen sich etwa Gemeinderäume abtrennen. So kann die Kirche nicht nur von der Kirchgemeinde und der Landeskirche genutzt werden, sondern auch von der Kommune, der Feuerwehr, der Bürgerschaft und der Evangelischen Oberschule Klipphausen. Für das Projekt, welches nicht nur die Kirche im Dorf hält, sondern auch das Dorf in die Kirche holt, gab es 2019 eine Auszeichnung der Wüstenrot Stiftung.

Städtische Räume

  • Lukaskirche Dresden – Projekt Campuskirche: Mit der Idee einer Kooperation der Hochschulen Dresdens untereinander mit der Lukaskirche Dresden wird das Kirchgebäude zu einem öffentlichen Begegnungsort von Kirche, Wissenschaft, Kunst und Lehre. Das bietet sich durch die Lage der Lukaskirche inmitten der Hochschulen Dresdens an. Acht Hochschulen (darunter auch die TUD) haben Interesse an einer möglichen Kooperation bekundet und erarbeiten gerade gemeinsam mit der Kirchgemeinde ein Konzept. (Eine Einführung in das Konzept der Lukaskirche gibt es auch auf YouTube.)
  • Lutherkirche Zwickau – Raumeinbauten: »Wir wollen in lebendige Steine investieren ...« - Kirchenräume sind Räume, in denen Menschen zusammenkommen und Glauben gemeinsam leben. Die Lutherkirche in Zwickau ist seit 2011 die Kirche des Modellprojektes Luthergemeinde Zwickau. Hier kommen Menschen aller Altersstufen aus der Zwickauer Bahnhofsvorstadt zusammen. Die Schwelle in die Kirche ist »niedrig«, sodass Menschen sich wohlfühlen können. Das Kirchengebäude mit seinen »Boxen« dient der Gemeindeentwicklung und unterstützt die neuen Konzepte des Gemeindelebens.

15:15 Uhr Pause

15:30 Uhr Workshops

16:30 Uhr Ausblick im Plenum Artenvielfalt fördern

Podiumsdiskussion mit Beteiligung der Teilnehmenden

17:15 Uhr Reisesegen

 Zur Anmeldung auf der Webseite Kirche, die weiter geht.

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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