Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus


25 Jan. 2025

80 Jahre danach - die Erinnerung muss zur Wachsamkeit mahnen

DRESDEN - Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar ist der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers (KZ) Auschwitz-Birkenau durch die Sowjetarmee im Jahr 1945. In Deutschland gilt der 27. Januar seit 1996 als bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. Die Vereinten Nationen erklärten ihn im Jahr 2005 zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Der diesjährige Gedenktag jährt sich zum 80. Mal.

In den sächsischen Kirchgemeinden wird an diesem Tag mit Gebeten, Andachten und Gottesdiensten gedacht. Tags zuvor findet am 26. Januar in der Kirche von Lüptitz im Lossatal (Leipziger Land) zudem eine Ausstellungseröffnung und ein besonderes Konzert statt. Die Ausstellung „Her Stories – Auf den Spuren jüdischer Frauen in Europa“ wird im Schalomhaus Lüptitz um 14:30 Uhr eröffnet mit anschließendem Gespräch. Um 17:00 Uhr gibt das „Else Ensemble“ mit Klarinetten, Bassethorn und Klavier ein Konzert in der Kirche.

Ebenfalls am 26. Januar um 17:00 Uhr ist in der Stadtkirche St. Marien Pirna das Gedenkkonzert »Die Musik nach Hause bringen.« zu erleben. Das Konzert der Neuen Jüdischen Kammerphilharmonie findet unter Leitung von Michael Hurshell statt. Zu dieser Gedenkveranstaltung am Vorabend des 80. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz laden der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer als Schirmherr und die Stiftung Sächsische Gedenkstätten ein.

Direkt am Gedenktag, 27. Januar, lädt gemeinsam mit der Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Afra Meißen und dem Kreisverband der Verfolgten des Naziregimes die Stadt Meißen um 13:00 Uhr zur Ehrung der Opfer des Nationalsozialismus mit Blumen und Kranzgebinden am Mahnmal im Käthe-Kollwitz-Park (Kerstingstraße) ein. Dem schließt sich um 17:00 Uhr eine Andacht in der Nikolaikirche an.
In Frankenberg wird um 13:30 Uhr bei einer zentralen Gedenkfeier am Denkmal für die Verfolgten des Naziregimes Pfarrer Ludwig Seltmann Worte des Gedenkens sprechen. Um 17:30 Uhr findet in Rochlitz eine Kranzniederlegung am Denkmal für die jüdischen Zwangsarbeiterinnen an der Rochlitzer Seminarstraße statt.

In Dresden beginnt traditionell am 27. Januar um 12:00 Uhr die Namenslesung zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust an der Kreuzkirche. Von Schülerinnen und Schülern werden die Namen der in der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten Dresdner Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma und Kinder von Zwangsarbeiterinnen genannt. Jeweils zur vollen Stunde gibt es ein kurzes Gedenkwort seitens der Stadt und der Kirchen. Ein Vertreter der Jüdischen Gemeinde spricht zum Abschluss gegen 15:30 Uhr das Kaddisch.

Vor und in der Dresdner Frauenkirche wird ab 27. Januar eine Fotoausstellung von Luigi Toscano eröffnet. Zum 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz präsentiert der deutsch-italienische Fotograf und Filmemacher sein beeindruckendes Erinnerungsprojekt »GEGEN DAS VERGESSEN«. Mit überlebensgroßen Fotografien gibt Luigi Toscano den Geschichten der Zeitzeugen der NS-Verfolgung ein Gesicht. Still mahnend und damit ungemein eindrücklich erinnert der Künstler daran, wie wichtig eine lebendige Erinnerungskultur für die Gesellschaft ist. Die Ausstellung lädt dazu ein, innezuhalten und sich mit den Erfahrungen der Überlebenden auseinanderzusetzen – im Zeichen von Offenheit, Toleranz und Demokratie.

In Leipzig greift an diesem Tag neben den Gedenkfeiern der Stadt auch das montägliche Friedensgebet um 17:00 Uhr in der Nikolaikirche das Thema auf, gestaltet von der Jüdisch-Christlichen Arbeitsgemeinschaft.
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Zwickau veranstaltet um 19:00 Uhr im ehemaligen jüdischen Betsaal (Bahnhofsstr. 8) eine Vortragsveranstaltung mit dem Jenaer Theologieprofessor Dr. Karl-Wilhelm Niebuhr. Sein Vortrag steht unter der Überschrift: „Der Neutestamentler Walter Grundmann vor und nach 1945 – Mit antijüdischer Theologie die Kirche retten?“

Ebenfalls um 19:00 Uhr beginnt im Kinopolis in Freiberg auf Einladung des Kirchgemeindebundes die Vorführung des Films "Die Ermittlung" als Gedenkveranstaltung zum Holocaust-Gedenktag.
In Borna lädt der Kirchenbezirk Leipziger Land um 19:30 Uhr zu einem Dokumentarfilm in das Gemeindehaus (Martin-Luther-Platz 8) ein. Der halbstündige Film handelt über die Geschichte des Jüdischen Volkes. Danach gibt es eine Gesprächsrunde zu aktuellen Fragen des Antisemitismus.

Block A des Zwischenlagers Theresienstadt (Foto: EVLKS)

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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