Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Historische Pfarrbibliothek gerettet


24 Mai 2019

Pfarrbibliothek zeigt beispielhaft den Wert dieser Traditionsbibliotheken

DRESDEN – Die aus dem 18. Jahrhundert stammende Pfarrbibliothek aus dem vogtländischen Syrau wurde mit Hilfe eines Sonderprogramms der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gereinigt und restauriert. Die Bibliothek des Pfarrers Johann Sigismund Gmelin (1726-1797) befindet sich seit vielen Jahren in der Bibliothek des Ev.-Luth. Landeskirchenamtes Sachsens. Im Laufe der Jahre haben die Bände durch ihre Aufbewahrung an unterschiedlichen Orten sehr gelitten. Schwerwiegende Schäden lagen sowohl an den Einbänden wie auch an den Buchblöcken vor. Schon lange wurde deshalb nach einer Möglichkeit der Restaurierung gesucht, um die Sammlung des Pfarrers zu erhalten und der Wissenschaft zugänglich zu machen.

Die 136 Bände umfassende Pfarrbibliothek ist ein Beispiel für die Auseinandersetzung eines evangelischen Pfarrers mit den theologischen Strömungen seiner Zeit. Dies begründete denn auch die Förderzusage der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts. Aus Bund-Länder-Mitteln wurden die Restaurierungsmaßnahmen als eines von 18 Modellprojekten 2018 mit 9.000 Euro gefördert. Zudem unterstützte die Landesstelle für Bestandserhaltung in Sachsen das Vorhaben mit 3.000 Euro. Die Realisierung erfolgte in der Firma Buchrestaurierung Leipzig und in der Buchbinderei und Restaurierungswerkstatt von Kornelia Lindner in Radebeul. Die Arbeiten in beiden Firmen umfassten nicht nur die Trockenreinigung und Restaurierung der Bände. Es wurden auch Verpackungen angefertigt, die jeden einzelnen Band künftig vor Umwelteinflüssen und mechanischer Beanspruchung schützen.

Der 1726 in Elsterberg geborene Johann Sigismund Gmelin besuchte in Zwickau und Greiz die Schule, bevor er zum Theologiestudium nach Wittenberg ging. Wahrscheinlich gleich zu Beginn seines Studiums verfasste er drei kleine Bände mit dem Titel „Poetische Behandlungen über verschiedene Materien“, eine Weltbetrachtung mit geistlichen Bezügen, die er außerdem mit Zeichnungen versah. Die sich darin zeigenden Ambitionen des jungen Gmelin decken sich mit der Erwähnung seiner „humanistischen und philosophischen Studien“ in historischen Unterlagen zur Kirchgemeinde Syrau. Die drei Bücher sind auch Bestandteil der Bibliothek.

Mit 26 Jahren trat Gmelin im Sommer 1752 die Pfarrstelle in Syrau an, die er 36 Jahre lang verwaltete. In dieser Zeit beschäftigte er sich nicht nur mit theologischen, sondern auch mit historischen Themen, wie der Buchbestand belegt. 1788 begann Benjamin Traugott Alberti aus Hohenleuben den Dienst als Hilfsgeistlicher in Syrau und wurde dann Gmelins Nachfolger. Die Bibliothek ging zu Gmelins Tod 1797 in den Besitz der Kirchgemeinde über. Eng verbunden mit der Syrauer Kirche war das Patronatsgeschlecht derer von Watzdorf, Besitzer des Rittergutes im benachbarten Kauschwitz.

1973 kam die Sammlung auf Wunsch des Kirchenvorstandes der Kirchgemeinde Syrau in die Bibliothek des Landeskirchenamtes. Gmelins Pfarrbibliothek gibt ein Beispiel für den historischen Wert von Traditionsbibliotheken in sächsischen Kirchgemeinden und die Wichtigkeit ihrer Erhaltung.

Eine Buchreihe im Regal nach der Restaurierung
Ein Buchband vor der Restaurierung
Gmelins Zeichnungen in einem seiner Bücher

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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