Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Herbsttagung der 27. Landessynode beendet


19 Nov. 2019

Kontroverse Debatten und versöhnliche Gesten

DRESDEN - Mit der Verabschiedung von Kirchengesetzen in 2. Lesung sowie der Behandlung weiterer Gegenstände gingen am 18. November 2019 in Dresden die viertägigen Sitzungen der Herbsttagung der 27. Landessynode zu Ende. Verabschiedet wurde u.a. der Haushaltplan für 2020 in einem Gesamtumfang von 235, 7 Millionen Euro, der sich von der Vorlage während der Behandlung auf der Synode um rund drei Millionen erhöht hat.  

Grund dafür ist die Erweiterung des derzeit im Bau befindlichen Kernarchivs des neuen Landeskirchenarchivs in Dresden. Aufgrund der gestiegenen Anfrage von Kirchgemeinden, Archivgut zu übernehmen und zu sichern, würde bereits jetzt das Interesse die Kapazitäten des Neubaus übersteigen. Die Erweiterung des Archivs reagiert somit im gegenwärtigen Baugeschehen mit einer Investition in die Zukunft.  

Darüber hinaus wurde eine Erhöhung der Mittel für missionarische Projekte um 300.000 Euro beschlossen. In einer Präsentation wurden am Sonnabend ausgewählte Projekte in der Großstadt, dem Erzgebirge und der Lausitz exemplarisch vorgestellt. Die landeskirchliche Umweltbeauftragung erhält eine Stellenaufstockung in der Heimvolkshochschule in Kohren-Sahlis, um die aktuellen Herausforderungen zum Thema Umwelt und Bewahrung der Schöpfung stärker zu betonen.  

Nach einem Antrag des Sozial-Ethischen Ausschusses beschloss die Synode einen Auftrag an das Landeskirchenamt, Richtlinien für die Nutzung und Kommunikation über Soziale Medien für alle kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu stellen. Die Richtlinien sollen als Orientierung zum Verhalten im öffentlichen Leben der Medienkommunikation unter Wahrung der bürgerlichen Freiheitsrechte dienen. 

In diesem Zusammenhang verabschiedete die Synode auch auf Antrag des Sozial-Ethischen Ausschusses einen Arbeitsauftrag gegenüber der Kirchenleitung, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, um die Unterscheidung von wertkonservativen Christsein und Rechtsextremismus zu klären. Zudem hob sie einen achtsamen Umgang mit Sprache an, den Verzicht auf Verletzung und Herabwürdigung des Gegenübers, Sorgfalt im Umgang mit allen Medien und den Mut nötige Auseinandersetzungen zu führen, wo sie dem Ziel des Friedens dienen. 

Am späten Nachmittag konnte nach längerer und kontroverser Debatte aufgrund eines Abänderungsantrages ein Antrag des Theologischen Ausschusses mit einer „Erklärung der 27. Landessynode anlässlich des Rücktritts des Landesbischofs“ mit großer Mehrheit angenommen werden. Zum Auftakt der Herbsttagung am Freitag wurde Landesbischof Dr. Carsten Rentzing in einem Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche verabschiedet. 

Das Fünfte Kirchengesetz zur Änderung des kirchlichen Mitarbeitergesetzes, das Kirchengesetz zur Änderung des Anwendungsgesetzes zum Mitarbeitervertretungsgesetzes sowie das Kirchengesetz über das Amt der Diakonin und des Diakons wurden in zweiter Lesung beschlossen.
Die Synode entschied sich nach längerer Diskussion in einer Verfassungsänderung bei Beibehaltung der derzeitigen Zusammensetzung der Kirchenleitung (18 Personen) die Zuordnung des Vorstandsvorsitzenden der Diakonie als Mitglied der Kirchenleitung. Die Mitgliedschaft wurde dem Inhalt des neuen Diakoniegesetzes angepasst. Auch ein Jugendvertreter soll aus dem Kreis der Landessynode in die Kirchenleitung gewählt werden. 

Die 28. Landessynode traf sich vom 15.-18. November in Dresden zu ihrer letzten ordentlichen Sitzung nach sechsjähriger Legislatur, bevor im März nächsten Jahres die Mitglieder der neuen 28. Landessynode gewählt werden. Zuvor treten die Landessynodalen am 29.Februar/1. März 2020 noch zu einer Sondertagung der Synode zur Wahl zum Bischofsamt zusammen. 

Weitere und vertiefende Informationen über den Verlauf der Herbsttagung auf den aktuellen Seiten unter: https://engagiert.evlks.de/landeskirche/mehr-zu/landessynode/berichte/freitag-15-november-2019/   

 

 

 

 

 

 

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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