Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Grundsteinlegung für Landeskirchenarchiv


05 Juli 2019

Die Planer machen jetzt den Bauleuten Platz

DRESDEN – Im Gewerbegebiet in Dresden-Coschütz/Gittersee (Stuttgarter Straße 16) wurde am 4. Juli der Grundstein für den Neubau des Landeskirchlichen Archivs gelegt. Das Grundstück wurde vor zwei Jahren von der Landeshauptstadt Dresden erworben. Nach einem interdisziplinären Realisierungswettbewerb konnte mit den Architekten und den Fachplanern die erste Leistungsphase begonnen und abgeschlossen werden, was im Herbst letzten Jahres zur Einreichung des Bauantrags führte.

Der zugrunde liegende Entwurf des Gebäudes stammt von dem Architekturbüro O+M Architekten aus Dresden, das seitdem das Vorhaben intensiv betreut. Die Einweihung des Landeskirchlichen Archivs ist für Frühjahr 2021 geplant.
Das Landeskirchliche Archiv wird auf der Grundlage eines Beschlusses der Landessynode vom 13. November 2016 für die Unterbringung von zehn laufende Kilometer Archivgut errichtet.

Es ist insbesondere für die Archivbestände des bisherigen Landeskirchenarchivs im Landeskirchenamt, von Ephoralarchiven sowie von Kirchgemeinden gedacht, die keine geeigneten Bedingungen für eine fachgerechte Unterbringung vor Ort aufweisen können. Neben der Aufbewahrung soll eine bessere Benutzbarkeit der Bestände gewährleistet werden.

Der Präsident des Landeskirchenamtes, Dr. Johannes Kimme, begrüßte die Festgäste zur Grundsteinlegung und dankte allen Planern, Bauleuten, aber auch den im Landeskirchenamt mit dem Bau des Landeskirchenarchivs beauftragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die bisherige Arbeit. Er zeigte sich beeindruckt von der Zeitleiste und dem Statusbericht über die Ausschreibung, die Wahl des 1. Preisträgers und die kurze Zeit vom Bauantrag zur Baubewilligung Ende Januar dieses Jahres, bis hin zum „ambitionierten Plan“, mit allen Bauabschnitten bis Frühjahr 2021 fertig zu sein.

Ihn habe das Projekt eines zentralen Kirchenarchivs seit mehr als neun Jahren begleitet. Die anfängliche Skepsis gegenüber diesem Bau sei angesichts der Strukturreform mehr und mehr gewichen, als klar wurde, dass so manches Kirchgemeinde-Archiv von den Räumlichkeiten, aber auch der Ressourcen wegen, nicht ordentlich untergebracht und betreut werden könne. „Die Bereitschaft wurde stärker, Gemeindearchive als Depositum abzugeben. Bereits gemachte Erfahrungen aus den Nachbarkirchen bestätigten die Sinnhaftigkeit des Vorhabens. Er wünschte, dass der Bau unfallfrei, optimistisch und kostengünstig weitergehe.

Für die Leiterin des Landeskirchenarchiv, Kristin Schubert, ist die Grundsteinlegung ein wichtiger Meilenstein für eine Baumaßnahme. Hier entstehe ein Ort der fachgerechten Unterbringung dank des Architektenbüros ‚O+M Architekten‘ aus Dresden. Das Archiv sei eine „Schatzkiste“, aber auch ein „Fundament“ für die Bewahrung der Geschichte. Sie sei immer hinsichtlich ihrer Erfahrungen in die Planung einbezogen worden, gerade wegen der besonderen Ansprüche an Traglasten, Standfestigkeit, Sicherheit und Klima.

Die bei einer Grundsteinlegung zu füllende Zeitkapsel werde auch hier zeittypische Dinge und Dokumente enthalten, sagte sie und sie zeigte beispielsweise den Beschluss der Landessynode vom 13. November 2016, die Zusammenstellung aller derzeitigen Bestände in Listenform und auf Stick sowie Fotos vom bisherigen Archivstandort und eine Filmrolle des ältesten sächsischen Kirchenbuchs von St. Marien in Zwickau (1522-1581). Neben Tageszeitungen und Münzen war auch die druckfrische Wochenzeitung DER SONNTAG mit dem Ausgabedatum vom 7. Juli 2019 mit dabei bzw. anschließend unter Beton.

Architekt Carsten Otto stand vor anderthalb Jahren zum ersten Mal auf dem zukünftigen Standort des Archivs und das Team diskutierte vor dem Architektenwettbewerb den scheinbaren Widerspruch zwischen Kirche, Kulturgut und Langlebigkeit auf der einen Seite und einem Gewerbegebiet andererseits, das eher von Beliebigkeit, Schnelligkeit, Verkehr und Lärm geprägt sei. Bei näherer Betrachtung sei aber die Lage des Grundstücks am Übergang zum Landschaftsraum bestimmend gewesen. Von der Straße zurückgesetzt, wurde eine räumliche Distanz als Zone der Entschleunigung und des Ankommens konzipiert. Das Anliegen der Bewahrung von Kulturgütern und die Erhaltung für die „Ewigkeit“ sollte bestimmend sein.

„Dem Thema des Schützens und Bewahrens folgend, haben wir das Gebäude daher eher als schweren, massiven steinartigen Baukörper konzipiert, der Beständigkeit und Dauerhaftigkeit ausstrahlt und gewährleistet“, sagte der Architekt. So gebe es nur wenige Öffnungen in der Ziegelfassade mit der tief eingeschnittenen Öffnung des Haupteingangs. Die öffentlich zugänglichen Räume wie Foyer, Vortragssaal und Lesesaal zeigten sich trotzdem hell, freundlich, wertig und zurückhaltend. Der landschaftsseitig orientierte Lesesaal öffne sich mit attraktiven Blickmöglichkeiten. „Mit der heute gefeierten Grundsteinlegung ist jetzt der Moment gekommen, dass wir Planer einen Schritt zurücktreten und den Bauleuten Platz machen müssen. Das geplante wird nun Realität“, so Architekt Otto abschließend.

Landeskirchenarchiv

(v.l.n.r.) Kristin Schubert, Präsident Dr. Kimme, Architekt Carsten Otto, Baureferentin Katrin Tauber
Bläserchor (oben) sorgte für abwechslungsreiche musikalische Begleitung
Kristin Schubert erläutert Gegenwartszeugnisse
Präsident Dr. Kimme (l.) und Architekt Otto

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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