Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Grundstein für die Arbeit des Leipziger Missionswerkes
17 Aug. 2019
Anfang der „Äußeren Mission“ geht in Sachsen auf „Laien“ zurück
DRESDEN | LEIPZIG - Am 16. August 1819 lud Magister Gustav Ernst Christian Leonhardi, Diakonus der Dresdner Kreuzkirche, sechs Männer („nachmittags fünf Uhr“) in seine Amtswohnung ein, um einen Verein zur Unterstützung des 1816 gegründeten Baseler Missions-Instituts zu gründen. Dieses war damals die einzige deutschsprachige protestantische Organisation, die Missionare für den Dienst in Übersee ausbildete. Sie gründeten den Dresdner Missions-Hülfsverein in der Überzeugung: „Die Zeit kommt, wo alles sich drängt, zu dem Reich Gottes zu kommen.“
Der anwesende Konrektor der Dresdner Kreuzschule Detlev Carl Wilhelm Baumgarten-Crusius verfasste einen Aufruf, der um Unterstützung für den neugegründeten Verein warb. Ziel des Vereins war es, Spenden für die Baseler Missionarsausbildung zu sammeln.
Der Zuspruch kam prompt. Im ersten Jahresbericht wird von 50 beteiligten Ortschaften und einer Gesamteinnahme von 1008 Talern, 18 Groschen und 3 Pfennigen berichtet.
Der Anfang der „Äußeren Mission“ geht in Sachsen also auf „Laien“ zurück. Es waren vor allem Geschäftsleute, Adlige und Beamte, unter ihnen der sächsische Minister Graf Detlev von Einsiedel, die die Arbeit unterstützten. Sie waren bewegt vom Geist der Herrnhuter, einem Aufruf Tübinger Theologen und dem missionarischen Aufbruch auf den britischen Inseln, von denen einst das Evangelium nach Deutschland gekommen war.
Missionsgesellschaft in Dresden dann Umzug nach Leipzig
In den 1830er-Jahren wird sich der Wunsch verstärken, die Arbeit auf das lutherische Bekenntnis zu gründen und eine eigene Missionsschule zu gründen. Aus diesen Bestrebungen entstand am 17. August 1836 die „Evangelisch-lutherische Missionsgesellschaft zu Dresden“. Diese zog 1848 nach Leipzig um und trägt heute den Namen Evangelisch-Lutherisches Missionswerk Leipzig.
Ravinder Salooja, Direktor des Leipziger Missionswerkes, würdigt das Dresdener Engagement: „In Dresden wurde vor 200 Jahren der Grundstein für unsere heutige Arbeit gelegt. Wir erinnern uns in Dankbarkeit an die vielen Unterstützerinnen und Unterstützer, die damals in unruhigen und schweren Zeiten ihren Blick geweitet und ihr Herz geöffnet haben.“
Originalzitate
Aus dem Aufruf von Konrektor der Dresdner Kreuzschule Detlev Carl Wilhelm Baumgarten vom 16. August 1819:
„Es ist nöthig, daß es unterstützt und sein Wirkungskreis erweitert werde. Schon haben sich Hülfsgesellschaften in allen Theilen von Deutschland und der Schweiz gebildet. Sollen wir Sachsen, sonst so warme Freunde der Wahrheit, uns nicht an unsre Brüder zu so edlem Zwecke anschließen?“
Zitiert nach Edmund Alex (1869): 50 Jahre Missionsthätigkeit im königlichen Sachsen, Dresden, Seite 16
Ein halbes Jahr später, am 16. Februar 1820, heißt es in einer gedruckten Mitteilung aus Dresden:
„Durch ganz Sachsen haben sich in kurzer Zeit Gesellschaften gebildet, in denen für die Missionen durch Gebet und Erbauung, durch Anschaffen und Lesen der Baseler Missionsmagazine, durch gemeinschaftliche Berathung und durch Unterstützung mit Geldbeiträgen gewirkt wird. Ueberall treten neue Mitglieder hinzu, und in der Mitte der Gesellschaften vermehrt sich die Wärme der Theilnahme mit dem Fortschreiten des Werkes.“
Zitiert nach Edmund Alex (1869): 50 Jahre Missionsthätigkeit im königlichen Sachsen, Dresden, Seite 18
Online unter: https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/95938/26/0/
Nächste Veranstaltung im LMW:
Vom 23. bis 25. August 2019 lädt das Leipziger Missionswerk zu seinem 183. Jahresfest ein. Es steht unter dem Motto „… weil Gottes Welt allen gehört“ und widmet sich vor allem den Beziehungen zur Partnerkirche in Indien, die im Januar 2019 100 Jahre der Selbstständigkeit feierte. Ein Teil des Programms ist öffentlich und kann ohne vorherige Anmeldung besucht werden:
Beginn am 23. August, 18:00 Uhr: Alles, was Recht ist. Zur Situation von Dalits (Kastenlosen) in Indien. Öffentlicher Vortrag von Manuela Ott, Dalit Solidarität in Deutschland, Hamburg.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.