Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Gespräche zwischen Kirchenvertretern und der Staatsregierung


04 Juni 2019

Fragen rund um den gesellschaftlichen Zusammenhalt

DRESDEN – Die Leitenden Geistlichen der Landeskirchen und Bistümer auf dem Gebiet des Freistaates Sachsen sind am 4. Juni 2019 zu einem Gespräch mit dem Ministerpräsidenten und Mitgliedern der Sächsischen Staatsregierung zusammengekommen. Auf Einladung des sächsischen Landesbischofs fand die Begegnung im Ev.-Luth. Landeskirchenamt Sachsens in Dresden statt.

Im anschließenden Pressegespräch äußerten sich Landesbischof Dr. Carsten Rentzing, Bischof Heinrich Timmerevers und der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer zu den Inhalten des Gesprächs. Der Ministerpräsident sprach von einem wichtigen Treffen, in dem über die Zukunft des Landes gesprochen wurde. Er würdigte die prägende Kraft der Kirchen in der Gesellschaft durch Bildungseinrichtungen, die diakonische Arbeit in der Pflege und die Präsenz im ländlichen Raum. Sie leiste damit einen Dienst an der Gesellschaft.

Dr. Rentzing bestätigte die Bereitschaft der Kirche weiterhin in diesem Umfeld zu wirken und sich den Herausforderungen gemeinsam zu stellen, eine freie und freundliche Gesellschaft zu erhalten. Voraussetzung sei, dass es „austariert“ bleibe, auch in angespannter Situation. Einer drohenden Spaltung der Gesellschaft müsse begegnet werden. Für Bischof Timmerevers sei „Demokratie nie fertig“ und unterschiedliche Positionen müssten eingebracht werden können. Ziel sei eine einladende Gesellschaft mit größerer Vergemeinschaftung.

Für Ministerpräsident Kretschmer seien Vorschläge und Beiträge für eine Wertekultur sehr willkommen, um die Gesellschaft weiter zu entwickeln und sich gemeinsam auf den Weg zu machen. Die Politik sei angewiesen auf gesellschaftliche Diskussionen, um Prioritäten zu erkennen und umsetzen zu können. Im Strukturwandel in der Lausitz sieht er eine große Chance für die Region, weil es eine gute rechtliche und finanzielle Unterstützung der Veränderungsprozesse gebe. Es gehe nun darum, den Menschen in der Lausitz Mut zu machen, diese Chancen zu nutzen, damit die Strukturanpassung in ihrer Region ein Erfolg für alle werde. Kirche habe immer einen langen Atem gehabt, sagte der Landesbischof. Zudem gebe es noch Netzwerke in der Fläche. Konkrete Hilfe überlege man sich gemeinsame mit der Berlin-brandenburgischen Kirche in einem „Zentrum für Dialog und Wandel“, um den Kohlekompromiss im Strukturwandel zu begleiten. Zudem gebe es seitens der sächsischen Landeskirche eine Projektstelle für diesen Raum.

Alle waren sich einig, dass Milliarden alleine nicht helfen, sondern es Menschen brauche, die damit ihre Ideen umsetzen. „Wir brauchen positiv denkende Menschen, so Kretschmer.

Weitere Gegenstände des Gespräches der Leitenden Geistlichen und der Sächsischen Staatsregierung waren Fragen rund um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die persönliche Verantwortung des Einzelnen sowie die Rolle der Kirchen als Vermittler und Dialogpartner. Weiterhin standen ethische Fragen in den Herausforderungen von Digitalisierung, Pflege und Telemedizin und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den östlichen Nachbarn auf dem Programm. Thematisiert wurden auch Zukunftsfragen im Kontext von Klimaschutz, Bildung und wirtschaftlicher Entwicklung.

An dem Gespräch nahmen Ministerpräsident Michael Kretschmer und die Staatsministerinnen und Staatminister, die Vertreter der evangelischen Landeskirchen, Landesbischof Dr. Carsten Rentzing, Landesbischöfin Ilse Junkermann (EKM), Bischof Dr. Markus Dröge (EKBO) und der katholischen Bistümer, Bischof Heinrich Timmerevers (Bistum Dresden-Meißen) und Bischof Wolfgang Ipolt (Bistum Görlitz), teil.

Landesbischof Dr. Carsten Rentzing
Bischöfe und Regierungsmitglieder
Bischof Heinrich Timmerevers, Ministerpräsident Michael Kretschmer und Landesbischof Dr. Carsten Rentzing
(v.l.n.r.) Bischof Dr. Markus Dröge (EKBO), Landesbischöfin Ilse Junkermann (EKM) und Landesbischof Dr. Carsten Rentzing

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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