Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Gespräch zwischen Bischöfen und der sächsischen Staatsregierung


15 Jan. 2018

Auf Einladung von Ministerpräsident Michael Kretschmer kamen  am 15. Januar 2018 die Bischöfe der evangelischen und katholischen Kirchen auf dem Gebiet des Freistaates Sachsen zu einem Gespräch mit den Mitgliedern der Staatsregierung zusammen. 

Bei dem Gespräch in der Staatskanzlei ging es um aktuelle Fragen, die den Freistaat und die Kirchen gleichermaßen betreffen. So war eines der Schwerpunkt-Themen die demografische Entwicklung und die Perspektiven für den ländlichen Raum in Sachsen. Aber auch zur Bildung, zum Religionsunterricht sowie zur Integration von Flüchtlingen fand ein Austausch statt. 

Ministerpräsident Kretschmer würdigte die Arbeit der Kirchen und das Engagement der ca. 900.000 Christen in Sachsen: "Ich sehe in ihnen eine starke Gruppe, die sich in vielfältiger Weise einbringt  im sozialen Bereich, in den ländlichen Regionen, in der Kinder- und  Jugendarbeit und die ihren Beitrag dazu leistet, dass es ein lebenswerter Freistaat Sachsen ist, in dem gesellschaftlicher Zusammenhalt gelebt wird." 

Landesbischof Dr. Carsten Rentzing betonte, dass die Kirchen in Sachsen sich als Teil der Gesellschaft verstehen und als solche ihren Beitrag zum Zusammenhalt und zur Unterstützung der Menschen in Sachsen leisten wollen. Er sehe der Fortführung der Gespräche mit Freude entgegen und  kündigte an, dass die Kirchen hierbei konstruktive Partner sein werden. 

Der Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, machte deutlich, dass die Kirchen in vielen gesellschaftlichen Bereichen und auch in den ländlichen Regionen aktiv sind und dies weiter bleiben wollen. Die christliche Botschaft sei eine Botschaft der Hoffnung und der Zuversicht, die von vielen Christen in Sachsen nicht nur verkündigt, sondern auch gelebt werde. Diese Botschaft gelte es weiter einzubringen. 

Laut Ministerpräsident Kretschmer hat das letzte offizielle Gespräch zwischen den Kirchen und der Staatsregierung 2011 stattgefunden. Daher sei vereinbart worden, ein nächstes Gespräch in kürzerer Zeit folgen zu lassen. "Es sei wichtig", so Ministerpräsident Kretschmer, "die Stimme der Kirche in grundsätzlichen ethischen Fragen zu hören, beispielsweise wenn es um den Beginn und das Ende des Lebens geht." Auch die Fragen medizinischen Fortschritts und der Umgang mit der Digitalisierung seien Themen, welche es gemeinsam zu besprechen gelte. 

Bei dem Gespräch waren alle Mitglieder des sächsischen Kabinetts anwesend. Von kirchlicher Seite waren Vertreter von drei evangelischen Landeskirchen und von drei katholischen Bistümer beteiligt. Neben Landesbischof Dr. Rentzing und Bischof Timmerevers nahmen auch der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesiche Oberlausitz, Dr. Markus Dröge, sowie die katholischen Bischöfe Wolfgang Ipolt (Görlitz) und Gerhard Feige (Magdeburg) teil. Die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, war krank und wurde durch Regionalbischof Dr. Johann Schneider, Propst für den Sprengel Halle-Wittenberg, vertreten. Anwesend waren zudem die Beauftragten der evangelischen und katholischen Kirchen beim Freistaat Sachsen, Oberkirchenrat Christoph Seele und Ordinariatsrat Dr. Daniel Frank. 

 

Landesbischof Dr. Carsten Rentzing beim Treffen mit der Staatsregierung

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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