Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Gemeinsames Wort zum Advent


29 Nov. 2020

DRESDEN – Die beiden sächsischen Bischöfe und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Sachsen wenden sich mit einem gemeinsamen Wort zum Advent an die Christinnen und Christen in Sachsen.

"Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die wohnen im finstern Lande, scheint es hell." (Jesaja 9, 1)

Liebe Schwestern und Brüder,

mit diesen Worten des Propheten möchten wir Sie zur Adventszeit grüßen. Es wird eine Advents- und Weihnachtszeit werden, wie wir sie so noch nicht erlebt haben. Das Wort von der Finsternis, in der Menschen sind, bekommt angesichts der durch das Covid19-Virus ausgelösten Situation eine ungeahnte Realität für jeden Einzelnen, für unsere Gemeinden und Familien.  Die Sehnsucht nach Licht und damit nach Hoffnung ist groß!

Vor wenigen Wochen dachten wir noch: Weihnachten wird schwierig werden, aber in gewohnter Gemeinschaft möglich sein. Heute sind wir angesichts der hohen Inzidenzwerte im Freistaat sicher: Weihnachten wird ein Fest, das wir im ganz kleinen Kreisen feiern müssen. Das betrifft nicht nur unsere gewohnten Familientreffen, sondern auch die Zusammenkünfte in den Kirchen und Gemeinden. Aber wir möchten Ihnen sagen: Es wird Weihnachten werden mit dem, was dieses Fest ausmacht! Gott kommt der belasteten Welt nahe. Das geschah schon damals trotz schwierigster Umstände. Das wird auch heute durch Corona nicht verhindert. Wir werden „Stille Nacht, heilige Nacht“ singen und die Weihnachtsgeschichte lesen. Dazu gehört die Botschaft der Engel: „Fürchtet euch nicht! Euch ist heute der Heiland geboren.“ Das bedeutet für uns: Gott wird gerade in dieser Zeit Mensch und kommt zu uns. Darauf  vertrauen wir und können trotz aller äußeren Einschränkungen Weihnachten feiern.

Die Pandemie ist eine Bedrohung, die auch vor Christinnen und Christen nicht Halt macht. Die Frage ist, wie wir diese Realität für uns annehmen. Wenn wir den Worten der Engel glauben, werden wir daraus Kraft und Mut gewinnen, um jetzt füreinander da zu sein und einander zu helfen. Angst und Sorgen werden ihre Macht verlieren, Hoffnung wird sich einstellen.

Wir stehen als Verantwortliche in den Kirchen genau wie die Verantwortlichen in der Politik vor der Frage, was möglich ist und was eingeschränkt werden muss, damit das Ziel des Rückganges der Infektionen durch Kontaktbeschränkungen erreicht werden kann. Das Virus ist eine reale Bedrohung, die ersten Intensivstationen in Sachsen sind überlastet. Wir haben bundesweit die höchsten Fallzahlen. Um Menschen vor unnötigem Leid zu bewahren und um das Gesundheitssystem nicht über die Grenzen hinaus zu belasten, gehen wir als Kirchen den Weg der Kontaktreduzierung mit. Wir bitten Sie eindringlich,  sich in den Gemeinden im Sinne der christlichen Nächstenliebe darauf einzulassen.

Das bedeutet konkret:

  • Gottesdienste können und sollen weiter gefeiert werden, aber sie müssen in ihrer Dauer, der Personenzahl und im Gemeindegesang begrenzt werden.
  • Die Seelsorge und der Dienst am Nächsten sind dringend notwendig und möglich. Keiner soll in existentieller Not einsam sein oder gar alleine sterben. Die Werke der Barmherzigkeit und Nächstenliebe sind unser Dienst für die Gesellschaft.
  • Digitale Formate werden erneut an Bedeutung gewinnen. Darüber hinaus nutzen wir vielfältige alternative Möglichkeiten, um Verbundenheit auszudrücken.

Die Adventszeit ist für uns eine besondere Zeit der Erwartung, der Vorbereitung, der Besinnung und inneren Einkehr. Wir spüren, dass dies jetzt eine neue Bedeutung für uns bekommt. In der Kirche war und ist die Adventszeit immer auch eine Fastenzeit. Fasten bedeutet, sich zurückzunehmen und auf Dinge zu verzichten. Das tun wir jetzt. Dafür betrachten wir das, was die Weihnachtsgeschichte anschaulich vor Augen führt: Unter herausfordernden Bedingungen, auf anstrengenden Wegen und in unverhofften Wendungen kommt Gott zur Welt. Mitten in der Finsternis strahlt sein Licht!

Gebet

Wir bitten dich, Herr, lass es Weihnachten in uns werden,
dass wir dein Lob singen, und deinem Wort vertrauen,
wie es die Engel und die Hirten taten.

Lass es Weihnachten werden für die Kranken und Einsamen.
Lass ihnen dein Licht leuchten.

Lass es Weihnachten werden für alle, die anderen beistehen und ihnen helfen,
gib ihnen täglich die Kraft, die sie brauchen.

Lass es Weihnachten werden für uns und die ganze Welt,
damit dein Friede sichtbar wird.   

Amen.

Möge Sie der Segen Gottes in der Advents- und Weihnachtszeit begleiten und spürbar werde

Tobias Bilz

Heinrich Timmerevers

Gert Loose

Landesbischof der
Ev.-Luth. Landeskirche
Sachsens

Bischof des
Bistums Dresden-Meißen

Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Sachsen

Gemeinsames Wort zum Advent zum Download

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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