Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Gemeinsames Wort der Ermutigung


22 Okt. 2020

„Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung…“

DRESDEN – Eine Erklärung von Vertretern der Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes in Mitteleuropa greift den Ernst der bedrohlichen Pandemieentwicklung auf. Die Bischöfe ermutigen aber auch, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen, den bisherigen Lebensstil zu prüfen und nicht nachzulassen im Gebet. Unter den Unterzeichnern ist auch der sächsischen Landesbischof Tobias Bilz.

Die Erklärung kam aus Anlass einer gemeinsamen Video-Konferenz am 20. Oktober 2020 zustande, was ursprünglich als persönliches Treffen in Tschechien geplant war, als sich die Leitenden Geistlichen 2019 in Warschau zu einer Konferenz unter dem Thema „Wir schaffen Frieden“ trafen. Die Bischöfe aus den lutherischen Kirchen in Polen, Tschechien, der Slowakei und in Ungarn hatten damals in einem gemeinsamen Wort ihre Stimme erhoben für Recht und Demokratie, für Dialog und gegenseitigen Respekt, für Menschenwürde und Minderheitenschutz, für Frieden und Hoffnung aus dem Geist des Evangeliums.

[In der am 16. September 2019 herausgegebenen Erklärung hieß es unter anderem:

Im Bewusstsein der uns verbindenden Geschichte und geographischen Lage … unter Berufung auf die gemeinsamen Werte, die in unserem christlichen Glauben und unserem evangelischen Erbe wurzeln und unser Handeln in Freiheit und Verantwortung bestimmen, basierend auf der Gemeinschaft, die wir im Rahmen des Lutherischen Weltbunde bilden, erklären wir unseren Willen zu engerer Freundschaft und Zusammengehörigkeit unserer Kirchen der Region, um Zeugnis zu geben von unserem Glauben, unserer Hoffnung und Liebe, die sich aus der befreienden und heilenden Kraft von Gottes Liebe ergeben. ]

Zum diesjährigen Folgetreffen waren auch Vertreter der sächsischen Landeskirche eingeladen. In Vertretung des Landesbischofs nahmen Oberlandeskirchenrat Dr. Thilo Daniel und Oberkirchenrat Friedemann Oehme an dem Video-Gespräch teil. Schwerpunkt des Austausches waren die Herausforderungen der Pandemie für die Kirchen und Gesellschaften. In einem Wort der Ermutigung rufen die Bischöfe dazu auf, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen und nicht nachzulassen im Gebet. Auch ermutigen sie, „das Unwesentliche zu verlassen, auch wenn dies unser bisheriger Lebensstandard sein sollte. Lernen wir bescheidener als bisher zu leben und zu teilen, was wir haben.“ Die Erklärung schließt mit dem Wort aus Hebräer 10,23: Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat.

·         Erklärung vom 20. Oktober 2020 zur bedrohlichen Lage der Pandemieentwicklung

(v.l.) Generalbischof Ivan Eĺko (SK), Bischof Tomáš Tyrlík (CZ), Bischof Tamás Fabiny (HU), Synodalsenior Daniel Ženatý (CZ), Bischof Jerzy Samiec (PL)

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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