Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Gemeinsames gesellschaftliches Werteverständnis erhalten
05 Dez. 2023
Treffen der Sächsischen Staatsregierung mit Bischöfen am 5. Dezember
DRESDEN - Zum Gespräch mit den Landesbischöfen der evangelischen und den Bischöfen der katholischen Kirche, deren Kirchenregionen Anteile am Freistaat Sachsen umfassen, ist die sächsische Staatsregierung am Dienstag, 5. Dezember 2023, in der Staatskanzlei in Dresden zusammengekommen. Zu dem Treffen hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer eingeladen. Das Kabinett trifft sich regelmäßig mit den Leitenden Geistlichen der beiden großen christlichen Kirchen im Freistaat. Im Mittelpunkt des Treffens stand in diesem Jahr die Frage nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Angesichts der mitunter kontrovers diskutierten Themen von Migration, Frieden und Gerechtigkeit ging es dabei um Chancen und Grenzen, einen ausgleichenden Diskurs zu führen. Staat und Kirche sehen sich dabei in besonderer Verantwortung – gerade mit Blick auf das anstehende Wahljahr 2024 – Populismus Einhalt zu gebieten, Solidarität und Toleranz zu fördern und ein gemeinsames gesellschaftliches Werteverständnis zu erhalten.
Zur gesellschaftlichen Debatte um die Fragen der Migration sagte Bischof Heinrich Timmerevers: „Integration ist immer ein Prozess der Bewegung von zwei Seiten. Sie setzt die Fähigkeit und Bereitschaft voraus, unterschiedliche Meinungen und Lebensstile auszuhalten und niemanden auszugrenzen – weder diejenigen, die Zuflucht und Schutz bei uns suchen, noch diejenigen, die Ängste oder Bedenken haben – etwa, weil sie sich selbst als Benachteiligte erleben.“
Er forderte konkrete Schritte, Integration zu verbessern. „Gerade, weil Migration längst kein zeitlich befristetes Krisenphänomen mehr ist, sondern Teil der gesellschaftlichen Realität, braucht es gemeinsame gesellschaftliche Anstrengungen, Integration voranzutreiben und die Rahmenbedingungen dafür besser auszurichten. Die zentrale Stellschraube heißt hier: Arbeit. Geflüchtete müssen am besten sofort mit der Arbeit beginnen dürfen – um die Sprache zu lernen, in Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung zu sein und ihr Leben wieder in die eigene Hand zu bekommen.“
Landesbischof Tobias Bilz plädierte für eine „kühne Hoffnung“ in gegenwärtigen Problemlagen. „Wir sollten unsere eigenen Möglichkeiten nicht kleinreden, sondern uns gegenseitig Mut machen und bei dem Versuch unterstützen, an den Menschen orientierte Lösungen zu finden.“ Er wies darauf hin, dass es einen Wechsel der Grundannahmen brauche: „Es gibt keinen Frieden ohne Gerechtigkeit. Das gilt auch für den Frieden in der Gesellschaft. Wenn wir uns also für Frieden in unserem Land und auf der Welt einsetzen wollen, müssen wir uns auch um gerechte Umstände bemühen.“ Er machte deutlich, dass dies nur gelingen könne, wenn man aufeinander zugehe und versuche, den anderen zu verstehen.
Weiter sprach er sich für eine Unterscheidung von Asyl und Migration aus. „Das Recht auf Asyl und die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende dürfen keinesfalls zur Debatte stehen.“ Für Migration, die aus anderen Beweggründen geschehe, brauche es klare politische Regelungen.
Für die katholische Kirche nahmen an dem Gespräch teil: Heinrich Timmerevers, Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Wolfgang Ipolt, Bischof des Bistums Görlitz, und Ordinariatsrätin Dr. Daniela Pscheida-Überreiter, Leiterin des Katholischen Büros Sachsen. Für die evangelische Kirche waren beteiligt: Tobias Bilz, Landesbischof der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, Dr. Christian Stäblein, Bischof der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Theresa Rinecker, Generalsuperintendentin des Sprengels Görlitz der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, und Oberkirchenrat Christoph Seele, Beauftragter der Evangelischen Landeskirchen beim Freistaat Sachsen. Das letzte Treffen der Staatsregierung mit den Bischöfen fand am 6. Dezember 2022 statt.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.