Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Gemeinsame Erklärung zum Ende des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren


07 Mai 2020

»Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.« (Lukasevangelium 1,79)

Am 8. Mai erinnern wir uns an das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa. Unser Kontinent wurde von der furchtbaren Geißel des Nationalsozialismus befreit. Über 50 Millionen Menschen fanden in diesem von Deutschland ausgegangenen Krieg den Tod.

Seit nunmehr 75 Jahren herrscht in fast allen Teilen Europas Frieden. Das ist zuallererst ein Grund zur Dankbarkeit unserem Gott, aber auch den vielen Menschen gegenüber, die im Kleinen und Großen dazu etwas beigetragen haben. Unsere Nachbarn sind mit ausgestreckten Händen auf uns zugegangen, wie das 1945 undenkbar gewesen wäre.

Die lange Zeit lässt es selbstverständlich scheinen, im Frieden zu leben. Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges und des Holocausts gibt es immer weniger. Letzte Kriegsspuren im Bild unserer Städte und Dörfer verschwinden. Aber die Verantwortung für die Erinnerung bleibt. Dazu dienen Gedenkstätten und Museen, Literatur und bildende Kunst sowie vielfältige kirchliche Initiativen. Sie haben einen Auftrag in der schulischen und außerschulischen Bildung und darüber hinaus. Zugleich werden neue Formen der Vergegenwärtigung vergangenen Leides gebraucht. Die Geschichte zeigt, dass Frieden beständige Erinnerungsarbeit bedeutet.

Der Weg des Friedens führt zu den Ursachen von Kriegen. Sie kommen nicht von ungefähr. Sie sind das Ergebnis von Prozessen, die sehr viel eher beginnen. Verletzende Worte und Benachteiligung von Personengruppen sind erste Anzeichen für den Verlust von Nächstenliebe. Die Fokussierung auf den eigenen Vorteil und Härte gegenüber der Not anderer bahnen den Weg für die Konflikte der Zukunft. Hass, Menschenverachtung, Selbstbezug und unaufgearbeitete Konflikte führen dann zu Gewalt und Krieg.

Im Miteinander aber wächst Frieden. Solidarität und Verantwortung sind elementare Haltungen. Gegenseitiger Respekt und Verständnis ermöglichen Zukunft und Hoffnung. Das gilt für Menschen in Familien und der Nachbarschaft genauso wie für die Gemeinschaft der Bundesländer, der Länder Europas und der Welt. Die gegenwärtige Coronakrise zeigt auch, was auf dem Weg des Friedens möglich ist, wenn Solidarität und nicht nur eigene Ansprüche im Mittelpunkt stehen. Patienten aus besonders betroffenen Ländern werden in Deutschland behandelt. Aus Rücksicht auf besonders Gefährdete werden eigene Wünsche zurückgestellt. Nachbarschaftshilfe ist in den Blick gekommen. So kann auch Europa als Friedensprojekt gestärkt werden. In diesen Tagen wird uns besonders bewusst, dass Europa nicht nur um wirtschaftlicher Vorteile willen verbunden wurde. Ziel war und ist auch die Überwindung des Nationalismus als Quelle für Konflikte und Kriege.

Der Weg des Friedens führt zu den Menschen in anderen Teilen der Welt. Die Bilder und Berichte von den Kriegen in der näheren und weiteren Ferne erreichen uns fast täglich. Unzählige Menschen verlieren noch immer in militärischen Auseinandersetzungen Angehörige und Lebensgrundlagen und werden in die Flucht getrieben. Dazu kommt die wirtschaftliche Not in vielen Ländern, die auch ihre Ursache in den Klimaveränderungen und der ungerechten Verteilung des Wohlstandes auf unserer Welt haben. Zivile Friedens- und Freiwilligendienste, Hilfsprogramme und diplomatische Prävention ermöglichen gewaltfreie Konfliktbearbeitung im Sinne der Leitlinien der Bundesregierung »Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern«.

Der 8. Mai erinnert uns an das Leid des Krieges, ruft zur Dankbarkeit für die 75 Jahre Frieden in unserem Land auf und fordert unseren Einsatz für einen gerechten Frieden in der Welt. Das empfinden wir auch als ein Gebot Gottes. Für uns Christen gehören Handeln und Beten zusammen. Deshalb bitten wir Gott: »Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.«

Landesbischof Tobias Bilz und Bischof Heinrich Timmerevers 

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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