Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Gemeinsame Ausbildung von Pfarrerinnen und Pfarrern in Sachsen und Bayern gestartet


02 Sept. 2025

DRESDEN - Zehn junge Theologinnen und Theologen haben am 1. September 2025 ihr Vikariat in der sächsischen Landeskirche begonnen.

Nach einem Einführungstag in Leipzig wurden die zwei Vikarinnen und acht Vikare in einem Gottesdienst in der Leipziger Peterskirche in das Vikariat eingeführt. Unter Beteiligung ihrer Mentorinnen, Mentoren und weiterer für die Ausbildung verantwortlicher Personen erhielten sie den Segen für den nun beginnenden praktischen Ausbildungsabschnitt.

Der aktuell beginnende Vikarskurs ist etwas Besonderes: Es ist der erste Kurs, der in der Ausbildungskooperation mit der Bayerischen Landeskirche in einem neuen modularen Ausbildungskonzept stattfindet. Im Evangelischen Studienseminar für Pfarrausbildung (ESP) werden künftig mit Pfarrerin Dr. Nikola Schmutzler und Pfarrer Stefan Günther zwei sächsische Theologen an der Ausbildung beteiligt sein. Verantwortlich sind sie u.a. für die zentralen und landeskirchlichen Ausbildungseinheiten sowie für die Begleitung und Fortbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer in den ersten Dienstjahren (Probedienst). Dr. Nikola Schmutzler und Stefan Günther wurden ebenfalls am 1. September 2025 in der Peterskirche in Leipzig in ihren Dienst eingeführt.

Feierlicher Beginn der Ausbildungskooperation

Der Beginn der gemeinsamen Ausbildung wird mit einem Gottesdienst am 8. September 2025 um 14:00 Uhr in der LUX Junge Kirche in Nürnberg gefeiert. In diesem Gottesdienst wird auch die neue Rektorin des Evangelischen Studienseminars für Pfarrausbildung, Pfarrerin Dr. Miriam Groß, in ihr Amt eingeführt und die neuen sächsischen Studienleitenden begrüßt. Aus der sächsischen Landeskirche werden Oberlandeskirchenrätin Margrit Klatte sowie die Ausbildungsreferentin Dr. Astrid Reglitz an dem Gottesdienst mitwirken und u.a. Synodalpräsidentin Bettina Westfeld, Superintendentin Ulrike Weyer, Pfarrerin Johanna Fabel (Leiterin des TPI Moritzburg) und Pfarrer Christian Schubert von der Sächsischen Pfarrervertretung teilnehmen.

Hintergrund: Vikariat

Das Vikariat als zweite Ausbildungsphase für den Pfarrberuf schließt an das Studium und das erste theologische Examen an. Im Vikariat (auch Vorbereitungsdienst genannt) werden Theorie und Praxis des Pfarrberufes miteinander verbunden. Über zwei Jahre werden die Vikarinnen und Vikare in mehreren Praxisstationen und Ausbildungskursen auf den Pfarrdienst vorbereitet.

Mit der Neukonzeption des Vikariats entspricht die Ausbildung den neusten pädagogischen Erkenntnissen.  Kirchliche und gesellschaftliche Entwicklungen und die veränderten Bedingungen des Pfarrdienstes werden aufgegriffen und finden in der Ausbildung Berücksichtigung. Im Miteinander der kirchlichen Berufsgruppen, durch regionale Vernetzung und Schwerpunktsetzung und in der Arbeit an einem klar erkennbaren spirituellen und persönlichen Profil bereiten sich Vikarinnen und Vikare auf den Pfarrberuf vor. Durch praktisches Tun, Trainings und Reflexion erwerben sie Kompetenzen dafür, den Pfarrberuf in verschiedenen Kontexten auszuüben. Das gesamte Vikariat basiert auf einer Feedforward-Kultur, durch die den Vikarinnen und Vikare von Beginn an deutlich wird, wo Entwicklungsaufgaben liegen.

Das Vikariat in der Praxis

Das neue Vikariat nimmt den Sozialraum in den Blick. Die Verkündigung des Evangeliums findet an vielen Orten statt - nicht nur in der klassischen Gemeinde, sondern auch an anderen Orten: Kindergarten, Schule, Diakonie, Sonderseelsorge in Alten- und Pflegeheim, Krankenhaus und sogar Gefängnis sowie weiteren Schnittstellen zwischen Kirche und Gesellschaft. Deshalb findet die Ausbildung im Vikariat nicht mehr nur (wie bisher) in einer Ausbildungsgemeinde statt, sondern an den vielen kirchlichen Orten in einer Ausbildungsregion. Kirche vor Ort ist, je nach Region, unterschiedlich in ihrer Vielfalt und Vernetzung. Die Ausbildung zum Pfarrer oder zur Pfarrerin soll theologische Leitungs- und Gestaltungskompetenz sowie Rollenkompetenz innerhalb eines solchen Netzwerks stärken. In allen Modulen wird entsprechend in unterschiedlichen Formaten innerkirchliche, sozialräumliche und ökumenische Kooperation eingeübt. Die beiden Ausbildungsjahre sind dabei in Module gegliedert, in denen jeweils einzelne Handlungsfelder (Verkündigung, Seelsorge, Bildung und Leitungshandeln) schwerpunktmäßig in den Blick genommen werden. Am Ende der Module stehen Modulabschlussprüfungen, die in Summe das bisherige 2. Theologische Examen ersetzen.

Zur Ausbildungskooperation mit Bayern

Die Kooperationsvereinbarung zur gemeinsamen Ausbildung im Vikariat ab 2025 hatten die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens (EVLKS) und die Evangelische-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) im Oktober 2023 beschlossen. 

Geplant ist, dass die sächsischen Vikarinnen und Vikare in drei Modulen zentrale Ausbildungseinheiten gemeinsam mit ihren bayerischen Kolleginnen und Kollegen absolvieren. Die Ausbildungseinheiten werden vom Evangelischen Seminar für Pfarrausbildung der ELKB verantwortet. Das pädagogische Modul wird in Verantwortung des Theologisch-Pädagogischen Institutes Moritzburg durchgeführt. Die Kirchenrechts- und Verwaltungsausbildung sowie weitere landeskirchliche Reflexions- und Studientage werden von der landeskirchlichen Studienleitung verantwortet. In den Ausbildungsregionen werden die Vikarinnen und Vikare von Hauptmentoren und, je nach Modul, von weiteren Fachmentoren (u.a. aus den Bereichen Schule, Gemeindepädagogik und Seelsorge) begleitet.

Pressemitteilung zur Kooperationsvereinbarung

v.l.n.r.: Pfarrer Stefan Günther, Esther Herrmann, Hanjo Lenort, Theresa Landmann, Stefan Kämpf, Arthur Händel, Tobias Haueis, Benjamin Schneeweiß, Dr. Philipp Schulz-Mews, Lukas Tischendorf, Konstantin Vogel, OLKRn Margrit Klatte, Rektor Thilo Mahn, Pfarrerin Dr. Nikola Schmutzler

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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