Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Gedenkwoche zur Friedlichen Revolution


06 Okt. 2025

„Nacht der Kerzen“ in Plauen bis zum „Lichtfest“ in Leipzig

DRESDEN – Die zentralen Orte der Friedlichen Revolution in Sachsen gedenken und feiern in dieser Woche den Aufbruch vor 36 Jahren. Im vogtländischen Plauen war bereits Auftakt am Abend des 4. Oktober mit der „Nacht der Kerzen“, die an die erste Großdemonstration in der damaligen DDR am 7. Oktober 1989 erinnern sollte. Damals ergriff der damalige Superintendent Thomas Küttler auf dem Höhepunkt der Konfrontation das Mikrofon und sprach vor dem Rathaus zu den rund 15.000 Demonstranten und kündigte einen Dialog mit dem Oberbürgermeister an. Damit hat Küttler in Plauen Geschichte geschrieben und ein Platz, an dem heute die Gedenkstele steht, wurde nach ihm benannt. Er war nach dem friedlichen Verlauf der Demonstration Mitbegründer der „Gruppe der 20“ und leitete nach der Grenzöffnung den Runden Tisch in Plauen.  

Gespräche zu Geschehnissen auf dem Weg zur deutschen Einheit

Den Abschluss des Gedenkens bildet am 7. Oktober in Plauen der Tag der Demokratie. Ab 18:00 Uhr findet vor der Lutherkirche das traditionelle Gedenken mit Kerzenanzünden statt. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil hält ein Grußwort. In der Lutherkirche gibt es anschließend eine Gesprächsrunde mit persönlichen Beiträgen auf dem Weg zur Deutschen Einheit mit Prof. Dr. Lutz Neumann und Hubertus Heil. Weiter wird gefragt, welche Annäherungen von Menschen aus Ost und West gab und gibt es? Die Moderation des Gesprächs wird Akademiedirektor Stephan Bickhardt (Ev. Akademie Sachsen) übernehmen.            

„Nacht der Kerzen“ in Plauen

Verleihung der Plakette "Schwerter zu Pflugscharen" in Dresden

In Dresden ist am 8. Oktober der Gedenktag an die Friedliche Revolution mit dem alljährliche Ökumenischen Friedensgebet um 17:00 Uhr und der Verleihung der Plakette "Schwerter zu Pflugscharen" durch die Friedensinitiative „AG 8. Oktober – Dresdner Aufbruch“. An diesem Gedenktag wollen Dresdnerinnen und Dresdner eine Brücke über die Grenzen der Stadt in die Gegenwart schlagen. Jedes Jahr würdigt die Friedensinitiative Menschen, die sich gewaltlos für Frieden, Menschenrechte und Demokratie engagieren. In diesem Jahr wird die Auszeichnung den HAND-IN-HAND-Schulen in Israel verliehen.

„Juden und Araber weigern sich, Feinde zu sein!“ Das ist der Leitspruch der HAND-IN-HAND-Schulen in Israel. Zu hören und zu erfahren ist mit Hochachtung vom Engagement dieser jüdisch-arabischen Schulen, dem gemeinsamen Lernen in beiden Sprachen, dem vielfältigen Religionsunterricht und dem eingehenden Geschichtsunterricht, der auf keiner einseitigen Sichtweise der konfliktreichen Geschichte und Gegenwart zwischen Israel und Palästina gründet.

Nach dem Ökumenischen Friedensgebet mit Pfarrerin Karin Großmann und unter musikalischer Begleitung vom Ensemble COEXIST erfolgt um 18:00 Uhr die Ehrung der HAND-IN-HAND-Schulen an den »Steinen des Anstoßes« vor der Kreuzkirche mit einer Laudatio von Superintendent Christian Behr (Kirchenbezirk Dresden Mitte) und einem Grußwort von Eva Jähnigen (2. Bürgermeisterin Dresden). Im Haus an der Kreuzkirche schließt sich um 19:30 Uhr ein Podiumsgespräch an. Gäste sind Manar Hayadre (Direktorin der Hand in Hand Galilee School), Gidi Yehoshua (Direktor der Hand in Hand “Kulna-Yachad” Jaffa School) und Haim Meyer (ehem. Lehrer an der Hand in Hand Jerusalem School).

Dresden erinnert an Friedliche Revolution am 8. Oktober

Friedensgebet und Rede zur Demokratie in der Nikolaikirche

Am Donnerstag, 9. Oktober, in Leipzig erinnert das traditionelle „Lichtfest“ an die Friedliche Revolution von 1989. In diesem Jahr steht es unter dem Motto: "Aufeinander zugehen - 35 Jahre deutsche Einheit". Das besondere Highlight 2025 ist die Grundsteinlegung des Freiheits- und Einheitsdenkmals auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Die Hälfte des heutigen Platzes soll ein Park werden, wo das Denkmal stehen wird. Kern und Ausgangspunkt der Fest- und Feierlichkeiten zum 9. Oktober ist das alljährliche Friedensgebet.

Die vier Innenstadtgemeinden (St. Nikolai, Reformierte Kirche, St. Thomas, Katholische Propstei St. Trinitatis) läuten am 9. Oktober von 16:51 Uhr bis 17:00 Uhr das Friedensgebet in der Nikolaikirche ein. Unter der Leitung von Pfarrer Bernhard Stief sind um 17:00 Uhr das Friedengebet in der Leipziger Nikolaikirche und die Rede zur Demokratie zentrale Programmpunkte. Beides soll auf dem Leuschnerplatz live übertragen werden. Musikalisch wird die Veranstaltung vom Singer/Songwriter Max Prosa aus Berlin begleitet. Die Rede am 9. Oktober in der Nikolaikirche hält die in Tiflis geborene Autorin, Theaterregisseurin und Dramatikerin Nino Haratischwili.

Sie zählt zu den bedeutendsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Die deutsch-georgische Autorin zeichnet eine kraftvolle Sprache und eine Auseinandersetzung mit Geschichte, Identität und gesellschaftlichen Umbrüchen aus. Das sind Themen, die eng mit dem Geist der Friedlichen Revolution und der deutschen Einheit verbunden sind. Die Rede wird musikalisch von der Pianistin, Sängerin und Komponistin Nestan Bagration-Davitashvili begleitet.

Lichtfest Leipzig 2025

Friedensgebete und Runde Tische im ganzen Land

In Dresden am 10. Oktober fordert das Ev.-Luth. Landeskirchenamt Sachsens in einem Brief an die Vorsitzenden der Räte der Bezirke Dresden, Karl-Marx-Stadt und Leipzig die Freilassung der Festgenommenen und Verhafteten. In den folgenden Tagen kam es in sächsischen Städten zu weiteren Aktionen und Veranstaltungen v.a. in kirchlichen Räumen, wie in Großenhain bei der Gründung des Neuen Forums. In der völlig überfüllten Johanniskirche im damaligen Karl-Marx-Stadt fand am 11. Oktober eine Veranstaltung mit dem Titel „Wollt ihr etwas auch weggehen? statt. In Markneukirchen kam es zur ersten Demonstration. Weitere Städte folgten mit Veranstaltungen wie in Königsbrück, Olbernhau, Klingenthal, Radeberg, Coswig und vielen weiteren Orten und die Dialog-Prozesse der Runden Tische kam in Gang.

Superintendent Küttler vor dem Rathaus in Plauen zwischen Polizeikette und Demonstranten am 7. Oktober 1989
„Schwerter zu Pflugscharen - Steine des Anstoßes für eine Bewegung, die das Land veränderte"
In und an der Nikolaikirche Leipzig
Versammlung in der Kirche von Eibau im Spätherbst 1989

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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