Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Gedenktafel für ermordeten Auschwitz-Häftling Ernest Smilowsi enthüllt
25 Nov. 2025
Mitarbeiter der Landeskirche entschlüsselt Identität
FRAUREUTH – Auf dem Friedhof im Ortsteil Ruppertsgrün (Ev.-Luth. Kirchgemeinde Beiersdorf-Ruppertsgrün) wurde am Buß- und Bettag (19. November 2025) nach 80 Jahren einem jüdischen Häftling, der auf der Flucht von Nazis (Volkssturm) erschossen und anonym beerdigt worden ist, sein Name zurückgegeben. Eine Gedenktafel für Ernest Smilowski wurde an diesem Tag enthüllt - weil sein Freund und Mithäftling Raphael Esrail, nie aufgehört hat, nach ihm zu suchen.
Smilowski wurde am 15. Mai 1903 in Nikolayev (Ukraine) geboren. Auf der Suche nach einem besseren Leben zog er später nach Frankreich. Im Februar 1944 wurde er von Drancy nach Auschwitz deportiert. Dort traf er Raphael Esrail, der wie er Jude war und aus Frankreich kam. Sie wurden Freunde. Smilowski war 41 Jahre als ihn die SS beim Fluchtversuch bei Ruppertsgrün erschoss. Der Leichnam des Auschwitz-Häftlings wurde am 27. Januar 1945 auf dem örtlichen Friedhof mit seiner Metallnummer 173353 begraben.
Jahrzehntelang suchte Raphael Esrail, der am 1. Mai 1945 von der US-Armee bei Tutzing befreit wurde. nach dem Grab seines Freundes. 2006 besuchte er sogar die Region und wurde von der damaligen Oberbürgermeisterin Pia Findeiß empfangen, leider ohne Ergebnis. Erst als der pensionierte Oberkirchenrat Andreas Meister aus Steinpleis dern Kontakt zu Johannes Bärthel herstellte, tat sich etwas. Johannes Bärthel, heute Mitarbeiter im Regionalkirchenmt Chemnitz-Leipzig, schrieb in der 9. Klasse eine Facharbeit in Geschichte, über die Vernichtung der Juden in Europa. Seither hat er bei diversen Datenbanken und Archiven eine direkte Ansprechperson oder erweiterten Zugang, was der Oberkirchenrat wusste. Nach einer kurzen und intensiven Nachforschung konnte Bärthel zur Häftlingsnummer 173353 eine Übereinstimmung finden. Dies teilte er im Juni 2021 dem Internationalen Auschwitz Komitee (IAK) mit. Einige Wochen später, rief ihn der Geschäftsführende Vizepräsident Christoph Heubner zurück. So erfuhr Bärthel, dass die Suchanfrage beim IAK zur Häftlingsnummer bereits seit 1945 von seinen Freund Raphael Esrail vorliegt. Heubner informierte Raphael Esrail persönlich, dass sein Freund erschossen und auf dem Friedhof Ruppertsgrün beerdigt worden ist.
Später ergab sich aus dieser Korrespondenz die Erichtung der Gedenkplatte, die das IAK gemeinsam mit Auszubildenden von Volkswagen in Deutschland und Polen umsetzte. Christoph Heubner veröffentlichte außerdem das Buch »Als wir die Maikäfer waren«, in denen Informationen zu Häftlingen verarbeitet sind, die Johannes Bärthel recherchierte.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.