Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Gedenkgottesdienst für Hansjörg Weigel
26 Aug. 2020
Friedensgebete und Themenabende sollen fortgesetzt werden
KÖNIGSWALDE – Eine Trauerfeier konnte vor drei Monaten nur im engsten Kreis in Königswalde bei Zwickau stattfinden. Bestattet wurde der 77-jährige Hansjörg Weigel, der über Jahrzehnte untrennbar mit dem Christlichen Friedensseminar Königswalde verbunden war. Als er am 29. April einer schweren Erkrankung erlag, endete ein fast 50-jähriges Engagement für die „Pflanzschule des Friedens“, dass bis heute mit dem Martin-Luther-King-Zentrum Werdau zusammenarbeitet.
Ein Gedenkgottesdienst am Sonnabend, 29. August, an der Jacobikirche in Königswalde, dem Gründungsort des Christlichen Friedensseminars im Jahre 1973, soll das Wirken des früheren Bürgerrechtlers würdigen. Der Freiluftgottesdienst um 14:30 Uhr wird den Weggefährten von Hansjörg Weigel Gelegenheit zum Abschied geben sowie zur Erinnerung an zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen im Kontext von Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.
Landesbischof Tobias Bilz sei im Gedenken an Hansjörg Weigel besonders beeindruckt, wie er jahrzehntelang mit großer Energie und Ausdauer seinem inneren Ruf folgte. „Davon hat er sich weder durch Widerstand noch durch Gleichgültigkeit abbringen lassen. Das hat seine tiefe prophetische Gesinnung ausgezeichnet“, so Bilz.
Als Vertreter der Landeskirche wird Oberkirchenrat Christoph Seele, Beauftragter der Ev. Kirchen im Freistaat, an der Gedenkveranstaltung teilnehmen.
Für den Vorbereitungskreis des Gedenkens sei ohne Hansjörg Weigel das Friedensseminar „nicht mehr das gleiche“, heißt es in einer vorab verbreiteten Erklärung. Deshalb werde das Friedensseminar nicht mehr stattfinden können. Mit großer Dankbarkeit denke man an die Begegnungen in den Seminaren zurück. So wollen die Vorbereitungskreismitglieder, die aus Kräfte- und Altersgründen die Arbeit in der gewohnten Form nicht fortführen können, dennoch an den Friedensgebeten in Königswalde festhalten und Themenabende gemeinsam mit dem Evangelischen Gemeindezentrum in Werdau durchführen.
In den letzten Jahren stand das gemeinsame Nachdenken über die Gefährdung dieser Welt und die Handlungsmöglichkeiten auf gesellschaftlicher, kirchlich-institutioneller und auf privater Ebene im Blickfeld. Weitere Themenschwerpunkte in der schulpädagogischen Arbeit sind Bildungsangebote zur Erinnerungskultur an Martin Luther King und dessen gewaltfreier Kampf, die Friedliche Revolution in der DDR und die politisch-gesellschaftliche Einmischung heute sowie die Wege der Friedlichen Revolution an konkreten Erinnerungsorten.
Hansjörg Weigel verweigerte 1963 in der DDR seinen Wehrdienst, leistete später den Dienst ohne Waffe als Bausoldat ab. Die Themen Wehrdienstverweigerung und Friedensdienst begleiteten ihn ein Leben lang. 1973 gehörte er zu den maßgeblichen Gründern des Christlichen Friedensseminars in Königswalde, das seitdem jährlich zweimal stattfand. Königswalde gehört zu den ersten Friedensgruppen in der damaligen DDR. 1980 wurde er von der Stasi verhaftet und zu eineinhalb Jahren Freiheitsentzug wegen “staatlicher Hetze” verurteilt und nach zweieinhalb Monaten aufgrund des Drängens von Kirchenleitungen und westlicher Medien wieder freigelassen.
Nach der Wende veränderten sich die Themen. “Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung” standen aber weiterhin im Vordergrund. Hansjörg Weigel wurde Stadtrat in Werdau (zuerst für einen unabhängigen Bürgerrat, seit 1999 für die SPD) und war Mitglied der sächsischen Landessynode. 1999 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.