Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Gedenken um den 13. Februar in Dresden
09 Feb. 2020
»Erinnern – Versöhnen – Zukunft gestalten«
DRESDEN – Mit dem gestrigen Konzert des Kreuzchores in der Kreuzkirche begann in Dresden das Gedenken an die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945. Solisten und Mitglieder der Sächsischen Staatskapelle Dresden brachten unter Leitung von Kreuzchor Roderich Kreile den „Paulus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy zur Aufführung. Dieses aufrüttelnde Werk bildete den würdigen Auftakt der Gedenkveranstaltungen zum 75. Jahrestag der Bombardierung Dresdens.
In der Dresdner Frauenkirche erklang am Abend des 8. Februar ein Gedenkkonzert mit Johann Sebastian Bachs »Matthäuspassion« mit Solisten, dem Kammerchor der Frauenkirche und dem ensemble frauenkirche dresden.
Am heutigen 9. Februar wird um 13:00 Uhr in einer Gedenkandacht am Bahnhof Dresden-Neustadt (Ausgang Schlesischer Platz) an die Deportation jüdischer Mitbürger und Mitbürgerinnen erinnert. Von 1938 bis zum Februar 1945 dauerten die Transporte und Abschiebungen in die nationalsozialistischen Vernichtungslager. Sie gingen der Zerstörung Dresdens voraus. Die beschämenden Ereignisse damals mahnen heute zu klarer Haltung und Engagement gegen Rassismus und Ausgrenzung. Worte des Gedenkens spricht Pfarrerin Frauke Fähndrich, Kirchspiel Dresden-Neustadt.
In der Dresdner Frauenkirche wird am 12. Februar um 18:00 Uhr zu einer Andacht mit Frauenkirchenpfarrerin Angelika Behnke und mit Arnd Böhme (Rösratheinem) als Zeitzeuge der Zerstörung Dresdens 1945 eingeladen. Pascal Kaufmann übernimmt die Orgelbegleitung.
Der 13. Februar beginnt am Donnerstag ab 10:00 Uhr mit dem Gedenken an dezentralen Gedenkorten. Zu dieser Zeit öffnet auch die Dresdner Frauenkirche, was ab 12:00 Uhr mit »Wort & Orgelklang« zur Versöhnungsliturgie »Erinnern – Versöhnen – Zukunft gestalten« und anschließender zentraler Kirchenführung übergeht. Von 15:00 bis 22:00 Uhr veranstaltet die Fördergesellschaft der Frauenkirche auf dem Neumarkt ein »Stilles Gedenken«. Es bietet die Möglichkeit, Kerzen abzustellen und ins Gespräch zu kommen. Es ist eingebunden in die zahlreichen Veranstaltungen, die in Dresden an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnern.
Parallel dazu organisiert sich ab 17:00 Uhr die „Menschenkette“, die um 18:00 Uhr geschlossen werden soll. Kurz darauf beginnt der durch die Fördergesellschaft Frauenkirche organisierte „Dresdner Gedenkweg“. Er beginnt im Innenhof der Dresdner Synagoge und führt mit Textlesungen über mehrere Stationen an ausgewählte Stätten, die in Dresden an die Schuld und das Leid der Deutschen im Zweiten Weltkrieg erinnern.
Der traditionelle ökumenische Gedenkgottesdienst wird in diesem Jahr um 20:30 Uhr in der Kathedrale Ss. Trinitatis stattfinden. Er wird gemeinsam mit der Ev.-Luth. Kreuzkirchgemeinde und der Gemeinde der katholischen Hofkirche verantwortet.
In Dresden-Trachenberger beginnt um 21:30 Uhr in der Weinbergskirche ein Friedensgebet.
Unter dem Leitmotiv »Kommt, und geht in Frieden!« öffnet die Frauenkirche ab 22:00 Uhr zur ‚Nacht der Stille‘. Das spätabendliche Angebot schließt sich traditionell an das gemeinsame Geläut aller Dresdner Kirchenglocken an. Über den Eingang D gelangen die Besucher in den zurückhaltend erleuchteten Hauptraum und erleben einen steten Wechsel aus Klang und Stille. Fürbittgebete werden gesprochen, Chor- und Orgelmusik erklingt. Immer wieder wird es gänzlich ruhig werden. Die Besucher sind eingeladen, in die Stille hineinzuhören, innezuhalten und zu reflektieren. Wer mag, kann ein Gebetslicht vor der Chorbalustrade aufstellen. In der Unterkirche erwartet die Besucher zur gleichen Zeit Cellomusik.
Beteiligte Organisatoren und Liturgen sind Michael Zimmermann, Friedensbeauftragter der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, Frauenkirchenpfarrerin Angelika Behnke, Brigitte Funk & Cornelia Reimann Stiftung Frauenkirche Dresden, begleitet u.a. vom Chor der Frauenkirche.
Am Sonntag, 16. Februar, erklingt um 10:00 Uhr in der Schifferkirche „Maria am Wasser“ in Dresden-Hosterwitz im Gottesdienst R. Mauersbergers Trauermotette „Wie liegt die Stadt so wüst“ und F. Mendelssohn-Bartholdys „Hör mein Bitten“ mit Solisten, dem Kammerchor „Maria am Wasser“ unter Leitung von Matthias Herbig.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.