Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Gedenken Reichspogromnacht


06 Nov. 2019

Zeichen und Impulse für die aktuelle Friedens- und Versöhnungsarbeit

DRESDEN – Der 9. November ist in mehrfacher Hinsicht ein denkwürdiger Tag für die Deutschen. In ihm spiegeln sich Höhen und Tiefen wider und er steht exemplarisch für Trauer, Schuld und Freude gleichermaßen. Mit dem Brennen und Schänden der Synagogen und der jüdischen Friedhöfe am 9. November 1939 und der Belagerung von jüdischen Geschäften und Wohnungen begann nach der Ausgrenzung die systematische Drangsalierung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung. Dieser dunkle Tag mahnt und es machen sich Menschen im Gedenken auf den Weg, um den Spuren jüdischen Lebens zu folgen, oder sich in Andachten und Friedensgebeten zu sammeln. 

Am Samstagnachmittag des 9. November begeben sich in Dresden ökumenische Gäste der VELKD-Generalsynode auf den 3 km langen „Friedenspilgerweg“, der zentrale Ereignisse im historischen Gedächtnis Dresdens (Friedliche Revolution, Zerstörung Dresdens, Novemberpogrome) durch Gedenkimpulse mit aktueller Friedens- und Versöhnungsarbeit verbindet. 

In einer Gedenkandacht zum 9. November in Ebersbach/OL. wird um 18:00 Uhr an „denkwürdige Momente in der deutschen Geschichte“ erinnert, so auch an die Pogromnacht 1938. Die Kirchgemeinde Geringswalde bei Leisnig lädt ebenfalls um 18:15 Uhr zu einer Gedenk- und Dankandacht in die Martin-Luther-Kirche ein, die auch die Erinnerung an das November-Pogrom wachhält. Auch in Grimma gibt es zunächst in der Frauenkirche (17:00 Uhr) und dann auf dem Marktplatz (18:00 Uhr) ein Gedenken. 

Zu einem Film mit anschließendem Gespräch wird um 18:00 Uhr in Chemnitz in das Jüdische Gemeindezentrum (Stollberger Str. 28) u.a. durch das Evangelische Forum Chemnitz eingeladen. Bei dem Film "Ein Kaddisch nach einem Lebenden" verarbeitet der Regisseur Karl Fruchtmann (geb. 1916) über zwei Filmfiguren auch eigene Erfahrungen als Überlebender mehrerer Konzentrationslager. Um 19:30 Uhr erklingt in der Frauenkirche in Meißen Klezmer Musik mit dem Ensemble Shoshana.  

Häufig werden die Rückschau und das Gedenken in die Sonntagsgottesdienste einbezogen, zumal am 10. November die Ökumenische FriedensDekade beginnt.
Nach dem Auftakt-Gottesdienst der EKD-Synode in der Dresdner Kreuzkirche zum Thema „Frieden muss noch werden“, der am Sonntag im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) live übertragen wird, beginnt um 11:00 Uhr der „Weg der Erinnerung“. Mit dem Fahrrad geht es von der Gedenktafel an der Kreuzkirche auf die Suche nach Spuren jüdischen Lebens in Dresden, welche in diesem Jahr unter dem Thema „Die Vertreibung aus den Kirchen“ steht und verschiedene kirchliche Orte in den Blick nehmen wird. 

Am Sonntagabend um 18:00 Uhr gibt es in der Leipziger Thomaskirche einen Gottesdienst zum Gedenken an den 9. November 1938 mit einer Ansprache der Rabbinerin Antje Yael Deusel (Bamberg). Die musikalische Begleitung übernehmen Ullrich Böhme an der Orgel und der Synagogalchor unter Leitung von Ludwig Böhm. Gemeinsam mit Anja Pöche (Sopran) sowie Ulrich Vogel (Orgelbegleitung) werden sie u.a. die Uraufführung des eigens für den Chor komponierten Stückes über den 92. Psalm „Adonai!Kyrie!Lord!Herr!“ von Aristides Strongylis präsentieren. 
Das Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche am Montag, 11. November, greift um 17:00 Uhr mit Schülern der Humboldtschule das Gedenken auf. Sie tragen Eindrücke ihrer Fahrt nach Auschwitz vor. Gestaltet ist das Friedensgebet von der Jüdisch-Christlichen Arbeitsgemeinschaft.

In der Dresdner Frauen erklingt am 9. November um 20:00 Uhr in der Unterkirche ein Literaturkonzert über das Leben und den Tod. Ein tief emotionaler Abend verbindet Rezitation und Musik und lässt ein Rilke-Melodram mit der Musik von Viktor Ullmann verschmelzen. Sprecher Christian Brückner verleiht den widerstrebenden Gedanken von jugendlichem Lebenshunger und Todesfürchten Ausdruck; Daniel Heide am Klavier gibt der Komposition Ullmanns Raum. Sie entstand im KZ Theresienstadt; kurz vor Ullmanns Tod in Auschwitz.

Auch in Grimma werden am 9. November die "Stolpersteine" geputzt
Weg der Erinnerung startete auch am Sonntag nach dem Gottesdienst von der Kreuzkirche
Weg der Erinnerung macht am Sonntag Station am Landeskirchenamt in der Lukasstraße

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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