Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Gedenken an sächsischen Pfarrer im KZ Dachau


13 Apr. 2022

Pfarrer Richter setzte sein Leben gegen Tyrannei und NS-Diktatur ein

DACHAU | DRESDEN – In einem Abendmahlsgottesdienst in der Evangelischen Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau wird am Karfreitag, 15. April 2022, um 15:00 Uhr des sächsischen Pfarrers Paul Richter gedacht. Er war Gegner des NS-Regimes und starb vor 80 Jahren in der dortigen KZ-Haft. „Die Landeskirche nimmt das Gedenken am Karfreitag zum Anlass an Paul Richter zu erinnern. Er hat mutig der Tyrannei und Diktatur widerstanden und dafür sein Leben eingesetzt“, sagt Oberlandeskirchenrat Dr. Thilo Daniel.

Der theologische Dezernent im Landeskirchenamt wird im Gedenken an den sächsischen Pfarrer am Gottesdienst in Dachau teilnehmen. Paul Richter, damals Pfarrer an der St. Nicolaikirche in Wilsdruff, gehörte nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten dem Pfarrernotbund und der Bekennenden Kirche an und war aus christlicher Überzeugung Gegner der vereinnahmenden Ideologie des NS-Staates.

Sein persönliches Leben, seine Hilfe für bedürftige Menschen und sein seelsorgerlicher Einsatz sorgten für Ärger und Schikanen seitens der damaligen Kirchenleitung und der örtlichen NSDAP. Nach Einschüchterungsversuchen wurde er schließlich nach einem Vorwand der Wehrkraftzersetzung im November 1941 durch die Gestapo verhaftet und im Jahr darauf nach Dachau überstellt. Im sogenannten Pfarrerblock des KZs untergebracht, starb er am 13. August 1942 in Folge der harten Arbeitsbedingungen und schwerer Krankheit.

Die sterblichen Überreste des 47-jährigen Vaters von vier Kindern fanden im Familiengrab auf dem Friedhof in Dresden-Leubnitz-Neuostra ihre letzte Ruhe. Eine Sandsteinstele verweist auf das Grab des evangelischen Märtyrers. Die Kirchgemeinde Leubnitz-Neuostra, zu der heute das Gemeindegebiet Kaitz gehört, wird in einem Gottesdienst am 14. August seiner gedenken.

Im damaligen Dresdner Vorort Kaitz wurde Paul Richter 1894 als Sohn eines Stellmachers geboren. Nach dem Besuch der höheren Schule in Dresden entschied er sich für das Theologiestudium, das durch den Sanitätsdienst im I. Weltkrieg unterbrochen wurde. Nach verschiedenen Studienaufhalten beendete er es in Leipzig und wurde Vikar im vogtländischen Bad Elster. Nach der Heirat der Kantorentochter Johanna Hentsch zog er ins Osterzgebirge um und übernahm 1921 die Pfarrstelle in Bärenstein, bevor er 1928 nach Wilsdruff wechselte, wo heute der ‚Pfarrer-Paul-Richter-Weg‘ an ihn erinnert.

Im traditionellen Karfreitagsgottesdienst in der Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau wird zur Sterbestunde Jesu an die Leiden jeweils eines evangelischen Theologen erinnert. In diesem Jahr ist es Paul Richter, der im "Pfarrerblock" 26 ab März 1942 interniert war. Die Versöhnungskirche wurde ab 1965 mit Spenden aus allen Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (auch denen in der DDR) errichtet.  1967 wurde sie unter internationaler Beteiligung von KZ-Überlebenden als zentrale evangelische Gedenkkirche für alle Opfer des Nationalsozialismus eingeweiht.

www.versoehnungskirche-dachau.de

Paul Richter

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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