Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Gebete für die Einheit der Christen


09 Jan. 2023

Allianzgebetswoche, Ökumenische Gebetswoche und Bibelwoche

DRESDEN - Mit Beginn des neuen Jahres und bis in die Passionszeit hinein befassen sich Christen unterschiedlicher Konfession verstärkt mit der Bibel und dem Gebet. Auch in sächsischen Kirchgemeinden prägen Gebets- und Bibelwochen die Zeit bis zum Osterfest. Vom 8. bis 15. Januar 2023 findet die internationale Gebetswoche der Evangelischen Allianz (EA) statt (Allianzgebetswoche).

Auch in diesem Jahr wurde empfohlen, die Gebetswoche auf 14 Tage auszudehnen, beginnend mit der Allianzgebetswoche (AGW), der sich die Gebetswoche für die Einheit der Christen anschließt. In der zeitlichen Mitte der beiden Gebetswochen sollte ein Zeichen der Verbundenheit im gemeinsamen Gebet um die Einheit der Christen stehen.

In zahlreichen Gemeinden der Landeskirche, des Gemeinschaftsverbandes und der Freikirchen wird zu gemeinsamen, meist im räumlichen Wechsel, täglichen Abendveranstaltungen eingeladen. Eine Textvorlage der Evangelischen Allianz wurde für dieses Jahr in der Schweiz erarbeitet. Die Gebetswoche steht unter dem Thema ‚Joy – «damit meine Freude sie ganz erfüllt»‘ und wird am 15. Januar häufig mit einem Abendmahlsgottesdienst abgeschlossen.

In Leipzig wurde in der Nikolaikirche mit dem Friedensgebet am Montag die Gebetswoche eröffnet. Die Abendveranstaltungen in verschiedenen christlichen Gemeinden der Messestadt finden am Sonntag, 15. Januar, um 17:00 Uhr, im Pavillon der Hoffnung (Puschstr. 9; Alte Messe, Halle 14) ihren Abschluss. Bei allen Treffen dieser Woche werden Spenden für die Arbeit der Deutschen Evangelischen Allianz und für die Arbeit mit Kindern in Leipzig-Grünau, für die Grünauer Oase, gesammelt.

1846 trafen sich vom 19. August bis 2. September in London bei einer Weltkonferenz 921 leitende Christen aus 52 verschiedenen kirchlichen Gemeinschaften europäischer Staaten und Amerika. Sie setzten mit dieser Konferenz ein Gegengewicht zu zunehmenden Kirchen- und Gemeindespaltungen. Die weltweite Evangelische Allianz, der heute 143 nationale und sieben kontinentale Allianzen angehören - davon 35 in Europa als Mitglieder der Europäischen Evangelischen Allianz - ist somit die allen später folgenden ökumenischen Bewegungen vorausgegangene Einigungsbewegung. 1846 wurde die Evangelische Allianz als das erste interkonfessionelle und weltweite Einigungswerk gegründet.

Zum Ende der Allianzgebetswoche beginnt die Ökumenische Gebetswoche für die Einheit der Christen, die auf eine über 100-jährige Geschichte zurückschaut. Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wird weltweit jedes Jahr vom 18. bis 25. Januar oder zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten gefeiert. Die Texte für die Gebetswoche für die Einheit der Christen 2023 kommen aus Minnesota (USA).

Das Thema «Lernt, Gutes zu tun! Sucht das Recht! Schreitet ein gegen den Unterdrücker! Verschafft den Waisen Recht, streitet für die Witwen!» bezieht sich auf einen Vers bei Jesaja, 1,17.  Der Prophet lehrte, dass Gott Recht und Gerechtigkeit von uns allen verlangt, und zwar zu jeder Zeit und in allen Bereichen des Lebens. Unsere heutige Welt spiegelt in vielerlei Hinsicht die Herausforderungen der Spaltung wider, denen Jesaja mit seiner Botschaft entgegentrat.

Für das Vorbereitungsteam in Minnesota entspringen „Gerechtigkeit, Recht und Einheit aus Gottes tiefer Liebe zu jedem von uns; sie sind im Wesen Gottes selbst verwurzelt und sollen nach Gottes Willen auch unseren Umgang miteinander bestimmen. Gottes Verheißung, eine neue Menschheit «aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen» (Offb 7,9) zu schaffen, ruft uns zu dem Frieden und der Einheit auf, die Gott seit Anbeginn für die Schöpfung will.“ Auch heute würden sich Trennung und Unterdrückung darin zeigen, wenn einer einzelnen Gruppe oder Klasse Privilegien gegenüber anderen eingeräumt würden.

Die Ökumenische Bibelwoche hat zwar keinen festen Termin, aber häufig wird der Ökumenische Bibelsonntag, in diesem Jahr am 29. Januar, in den Gemeinden zum Anlass genommen, sieben Themenabende gestalten. Unter dem Motto „Apostelgeschichte - Kirche träumen“ lassen sich die Veranstaltungen von der Apostelgeschichte inspirieren. In sieben Texten aus der Apostelgeschichte geht die Bibelwoche den Fragen über das Zusammenleben in der Gemeinde nach: Wie können Konflikte und Herausforderungen einmütig gelöst werden? Wie können wir wachsen? Und rechnen wir eigentlich noch mit Wundern?

Dabei treten brennend aktuelle Fragen an die Texte der Apostelgeschichte heran: Wie gehen wir mit Hierarchien in der Kirche um? Wie verhindern wir Machtmissbrauch und überwinden latenten Rassismus? Wie gehen wir mit Enttäuschung, Entmutigung und Frustration um? Und wie kommt der Heilige Geist bei uns wieder ins Spiel? Das Vorbereitungsmaterial „Texte zur Bibel“ richtet die Aufmerksamkeit auch auf weitere aktuelle gesellschaftlich relevante Diskurse, wenn es etwa um den postkolonialen Blickwinkel geht oder um Gender-Gerechtigkeit.

Die Bibelwoche entstand bereits in den 1930er Jahren und ist eine der ältesten Traditionen der Bibellesebewegung im deutschsprachigen Raum. An sieben Abenden einer Woche beschäftigten sich Christen intensiv mit Texten aus einem biblischen Buch. Seit mehr als 50 Jahren beteiligen sich an der ursprünglich evangelischen Initiative auch zahlreiche Gemeinden anderer Konfessionen. Und seit fast 30 Jahren wird die Bibelwoche als Ökumenische Bibelwoche durchgeführt.

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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