Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
Bereich
Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
Bereich
GAW startete Nothilfe für Armenien
18 Feb. 2024
Flüchtlinge mit notwendigen Dingen versorgen
DRESDEN – Mit einem Aufruf zur Fürbitte am Sonntag Reminiscere, 25. Februar, der als „Gedenktag für bedrängte und verfolgte Christen“ begangen wird, hat sich das Gustav-Adolf-Werk in Sachsen (GAWiS) an die hiesigen Kirchgemeinden gewandt. Am Sonntag Reminiscere wird in den Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) jedes Jahr beispielhaft ein Land in das Blickfeld gerückt. In diesem Jahr ist es Armenien. Dazu hat die EKD umfangreiches Material für die gottesdienstliche Nutzung zur Verfügung gestellt, an dessen Erstellung das GAW mitgewirkt hat.
Seit Ausbruch des Krieges zwischen Aserbeidschan und Armenien steht das Gustav-Adolf-Werk mit der Evangelischen Kirche in Armenien in Verbindung und rief frühzeitig die Nothilfe Armenien ins Leben. Die Spenden-Sammlungen in Gemeinden, aber auch Einzelspenden sollen helfen, die Not der Vertriebenen Armenier zu lindern.
Im September 2023 griff Aserbaidschan die armenische Enklave Bergkarabach (Arzach) an. Die Bevölkerung hatte der Übermacht der Armee Aserbaidschans nichts entgegenzusetzen. Innerhalb weniger Tage wurde die gesamte armenische Bevölkerung aus ihrer Heimat Bergkarabach vertrieben. Es lebten zuletzt schätzungsweise 120.000 Menschen armenischer Muttersprache in Arzach. Darunter waren auch Mitglieder der Armenisch Evangelischen Gemeinde in Stepanakert. Am 1. Oktober hielten sie in ihrer Kirche den letzten Gottesdienst – ohne Licht und ohne Musik.
Pfarrer Hovhannes Hovsepyan von der Evangelischen Kirche in Armenien sagt: „Es gibt keine Hoffnung, dass die Menschen zurückkehren können. Keiner kann sich vorstellen, unter dem aserbaidschanischen Regime zu leben. Ich gehe davon aus, dass viele Armenien verlassen werden, wenn sie keine Arbeit finden und ihre Familien nicht ernähren können. Wir machen im Moment eine sehr schwierige Situation durch.“
Die Evangelische Kirche in Armenien bittet um finanzielle Unterstützung, damit sie den Menschen helfen kann. „Wir müssen Unterkünfte finden und die Flüchtlinge mit notwendigen Dingen versorgen. Es ist eine riesige Aufgabe. Die Situation ist dramatisch. Wir brauchen so viel, wie Sie geben können“, bittet Pfarrer Hovsepyan. Besonders verantwortlich fühlt sich seine Kirche für die mehr als 300 Kirchenmitglieder und Mitarbeitende in Arzach.
Mit dem Aufruf möchte das Gustav-Adolf-Werk, dass dieser Sonntag Reminiscere mit dem besonderen Fokus der Hilfe für armenische Christen gut wahrgenommen und im zeitlichen Umfeld für diesen entsprechenden Zweck gesammelt wird. Nach eigenem Verständnis gehöre es Wesen des GAW, an der Seite bedrängter Christen zu stehen.
GAW Sachsen
Bank für Kirche und Diakonie
IBAN: DE41 3506 0190 1641 0500 20
BIC: GENO DED1 DKD
Verwendungszweck: Nothilfe Armenien
Auf der Homepage des GAW der EKD wird gleich auf der ersten Seite zu diesem Materialheft (PDF, nur online verfügbar) verlinkt: https://www.gustav-adolf-werk.de/
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.