Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Für alle. Mit Herz und Verstand


27 März 2024

Wahl-Initiative der Kirchen betont Menschenwürde, Nächstenliebe & Zusammenhalt

DRESDEN – Zum Wahljahr 2024 macht eine breite, ökumenisch getragene Initiative die Stimme der Kirchen hör- und sichtbar. Auf Plakaten, Bannern, Postkarten und Ansteckern, mit einer Homepage und Social-Media-Aktionen rufen die christlichen Kirchen in Sachsen die Bevölkerung dazu auf, den Wert der Demokratie durch aktive Teilnahme an den Wahlen zu stärken.

Unter dem Slogan „Für alle. Mit Herz und Verstand“ rücken sie dabei die Werte „Menschenwürde“, „Nächstenliebe“ und „Zusammenhalt“ als zentrale Leitlinien jeder individuellen Wahlentscheidung in den Blickpunkt. Landesbischof Tobias Bilz von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und Bischof Heinrich Timmerevers vom katholischen Bistum Dresden-Meißen stellten die ökumenische Initiative – die auch vom Bistum Görlitz mitgetragen wird – am 27. März im Rahmen einer Pressekonferenz in Dresden vor.

In 9 von 16 Bundesländern finden in diesem Jahr Kommunalwahlen statt, zumeist am 9. Juni, so auch in Sachsen. In ganz Deutschland steht an diesem Termin außerdem die Europawahl im Kalender. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf den Landtagswahlen der ostdeutschen Bundesländer. In Sachsen und Thüringen wird am 1. September gewählt, in Brandenburg drei Wochen später.

Zu den Gründen für die Entstehung der Initiative erklärt der evangelische Landesbischof Tobias Bilz: „Mit dieser Initiative möchten wir uns als Kirchen positionieren, weil wir wahrnehmen, wie sich in unserem Land Haltungen, Werte und Grundeinstellungen, die mit dem christlichen Glauben und dem Grundgesetz nicht vereinbar sind, verstärken. Die Angriffe auf unsere Demokratie und die Versuche der Spaltung unserer Gesellschaft können uns als Christen nicht egal sein. Mit Sorge nehmen wir wahr, dass eine Partei, die man als rechtsextrem bezeichnen muss, in Sachsen politisch in die Verantwortung kommen könnte. Daher möchten wir uns als Kirchen zusammen mit der Zivilgesellschaft für die freiheitlich-demokratische Grundordnung engagieren.“

Sein katholischer Amtsbruder Heinrich Timmerevers ergänzt: „Wir möchten dafür werben, mit Besonnenheit, aber auch mit einem soliden Wertegerüst in dieses Wahljahr zu gehen. Wir haben das Glück, in einem Land zu leben, in dem freie und demokratische Wahlen stattfinden. Viele Menschen hier in Sachsen haben diese Freiheit errungen. Zur Freiheit gehört aber auch Verantwortung. Wenn wir unsere Wahlentscheidung treffen, sollten wir nicht nur uns selbst verpflichtet sein, sondern auch die Folgen für die Gemeinschaft im Blick haben. Als christliche Kirchen erinnern wir daran, dass unsere Gesellschaft einen Geist braucht, der das zum Ausdruck und zur Entfaltung bringt, was uns als Menschen ausmacht. Menschenwürde, Nächstenliebe, Zusammenhalt kennen keine Ausnahme.“

Das Anliegen der Kirchen zum Wahljahr möchte dabei explizit keine Wahlempfehlungen aussprechen. Die farbliche Gestaltung der Kampagne soll bewusst keine Assoziationen zu einzelnen Parteien aufkommen lassen. Mit einem Logo, das ein Wahlkreuz und den Slogan „Für alle. Mit Herz und Verstand“ zeigt, sei es vielmehr Ziel, das demokratische Recht zur freien Wahl zu fördern und extremistischen Positionen entgegenzuwirken.

Aus dem Raum der Kirchen haben sich der Initiative bereits über ein Dutzend Unterstützer angeschlossen, angefangen von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Sachsen über die kirchlichen Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie bis hin zu Akademien, Bildungshäusern und Jugendbereichen.

Banner mit dem Motiv der Aktion werden ab sofort an zahlreichen kirchlichen Einrichtungen in Sachsen angebracht. Unter anderem sind sie bereits an der Evangelischen Kreuzkirche und dem Kreuzgymnasium in Dresden zu sehen.

Mehr Informationen:

www.fuer-alle.info

Vorstellung der Initiative "FÜR ALLE"
Motiv der Initiative
Im Gespräch mit Journalistinnen und Journalisten in der Landespressekonferenz
Von links: Christoph Seele, Landesbischof Tobias Bilz, Bischof Heinrich Timmerevers, Dr. Daniela Pscheida-Überreiter

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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