Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Früherer Synodalpräsident gestorben
13 Nov. 2019
24-jähriges Engagement in Landessynode und weiteren Gremien
DRESDEN – In dankbarer Anerkennung für das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement in Kirchgemeinde und Landeskirche gedenkt die Landeskirche dem am 11. November 2019 verstorbenen früheren Präsidenten der 22. und 23. Landessynode (1984-1996), Rolf Böttcher. Sie spricht gemeinsam mit der Ortsgemeinde im erzgebirgischen Grünhain-Beierfeld der Familie ihre Anteilnahme und Trauer aus. Der im Alter von 84 Jahren im Kreis seiner Familie verstorbene Böttcher wird am 22. November um 12:00 Uhr auf dem Friedhof in Grünhain beigesetzt. Der Trauergottesdienst findet um 13:00 Uhr in der St. Nicolaikirche Grünhain statt.
Dipl.-Ing. Rolf Böttcher kam 1978 als berufenes Mitglied in die 21. Landessynode. Als 49-jähriger wurde er im Mai 1984 zum Präsidenten der 22. Landessynode gewählt. Nach sechsjähriger Legislatur erfolgte im Jahre 1990 seine Wiederwahl zum Präsidenten der nunmehr 23. Landessynode. In seiner Anfangszeit im Präsidentenamt diskutierte die Landessynode über eine stärkere Gemeinschaft der evangelischen Landeskirchen in der DDR, über ökumenische Fragen sowie die zunehmenden gesellschaftlichen Herausforderungen am Ende der DDR, u.a. in Friedens- und Umweltfragen.
1984 unterschrieb er einen Brief der Synode an die sächsischen Gemeinden, worin es u.a. hieß: „Obwohl sich Politiker und viele andere Menschen, kirchliche Gruppen und Gremien in der Ökumene und bei uns und wir alle uns in der Friedensdekade, in Friedensgebeten oder Friedensseminaren um den Frieden bemüht haben, werden neue Raketensysteme in Europa stationiert. Wir beklagen, daß es zu dieser Entwicklung gekommen ist…“
Mit Beginn der zweiten Präsidentschaft von Böttcher war die Landessynode mit den Veränderungen in Folge der Friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit befasst. Das bedeutete neue Herausforderungen im Staat-Kirche-Verhältnis, dem Leitbild von „Kirche mitten in der Gesellschaft“, der Mitgliedschaft in der Vereinigten Evangelisch Lutherischen Kirche in Deutschland (VELKD), der Integration in die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und der einhergehenden Behandlung von zahllosen Kirchengesetzen bis zur Entscheidung zum Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche.
Landesbischof i.R. Volker Kreß, der Rolf Böttcher zu Beginn seines Amtszeit noch als Synodalpräsidenten erlebt hat, würdigte ihn als unglaublich fairen und liebenswerten Glaubensbruder: „Ihm lag jedes diplomatische Ringen mit dem Landeskirchenamt fern und war in der Leitung der Landessynode immer um einen klaren und guten Kurs des gegenseitigen Einvernehmens in unserer Landeskirche bemüht.“
1935 geboren, absolvierte Rolf Böttcher nach der Volksschule in Grünhain bei Aue 1952 eine Lehre als Elektroinstallateur. Er war dann als Prüffeldmonteur im dortigen VEB Elektromotorenwerk tätig und schloss 1957 ein Fachhochschulstudium als Ingenieur für elektrische Geräte und Anlagen in Mittweida ab. An der TU Dresden qualifizierte er sich zum Diplomingenieur und war ab 1969 Leiter für Prüf-, Produktions- und Entwicklungsaufgaben. 1970/71 wurde er im damaligen Ceylon (Sri Lanka) bei der Errichtung einer Textilfabrik eingesetzt.
Kirchlich kam Böttcher aus der Gemeinschaftsbewegung und ihrer Jugend. Von 1959 bis 1978 war er im heimatlichen Kirchenvorstand aktiv. Darüber hinaus engagierte er sich in der Kirchentagsbewegung und wurde 1975 Mitglied im Landesausschuss von Kongress und Kirchentag. Ab 1982 war er Mitglied der Bundessynode und von ihr in die Konferenz der Evangelischen Kirchenleitungen delegiert. Der Wahlkreis Aue wählte ihn 1984 in die 22. Landessynode, die ihn zu ihrem Präsidenten wählte. Nach der Legislatur der 24. Landessynode schied er 2001 aus 24-jähriger synodaler Mitarbeit aus. Sein weiteres kirchliches Engagement galt seiner Heimatgemeinde.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.