Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

Bereich

Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

Bereich

  

Friedensverheißungen


14 Okt. 2025

LWB-Jugendtreffen mit Bekenntnis zu Frieden und Dialog

Von Maria Flügel, Teilnehmerin aus Sachsen

PARIS - Die Europäische Jugendleitertagung des Lutherischen Weltbundes (LWB) fand vom 30. September bis zum 4. Oktober 2025 in Paris statt und beinhaltete ein dichtes Programm zur Erkundung des Themas „Die Verheißungen des Friedens“. Dieses setzte sich zusammen aus den täglichen Elementen Morgen und Abendandacht, Podiumsdiskussion, Bibelarbeit, Gruppendiskussion, Workshops sowie Treffen von Interessengruppen, die alle das Thema Frieden auf ihre eigene Weise widerzuspiegeln vermochten.

Der erste Tag stand im Zeichen des inneren Friedens. Die 60 Teilnehmenden setzten sich mit der Rolle von Gebet und Bibel auseinander, die Einzelne auf ihrem Weg zum Frieden führen können. Es wurde die Bedeutung hervorgehoben, mit Nachbarn, Gott und der Schöpfung in Verbindung zu treten. Diskutiert wurden auch Fragen der psychischen Gesundheit und wie ein Ansatz zum Frieden in Gemeinschaften integriert werden kann. Wichtige Aussagen dieses Tages waren: „Things tend to turn out nicely – Dinge tendieren dazu, gut zu werden“ und „Grab small moments of peace – fange kleine Momente des Friedens ein“. Die Teilnehmenden konnten Workshops wie „Geschichten erzählen in der digitalen Welt“ und „verkörperte spirituelle Praktiken“ besuchen.

Der zweite Tag widmete sich dem Frieden in unseren Gemeinschaften. Es wurde darüber diskutiert, wie Frieden gelebt und verstanden werden kann, auch über die Abwesenheit von Krieg hinaus. Die Zusagen Gottes zum Frieden wurden erforscht, und der Fokus lag darauf, Friedensbotschafter in Bereichen zu werden, in denen „Frieden herrscht“ oder „kein Frieden herrscht“. Dies umfasste friedliche Demonstrationen sowie generations- und geschlechtsspezifische Friedensbemühungen. Eine wichtige Aussage war: „Es mag zwar keinen Krieg geben, aber es gibt noch viel mehr Schritte zum Frieden“.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Workshop „Die Mutter Gottes“, bei dem die Theotokos, die „Gottesgebärerin“, und die Lehren der Kirchenväter erforscht wurden. Am Nachmittag nahmen alle am Workshop der „generationenübergreifenden Gerechtigkeit“ teil, der von Mitgliedern des Lutherischen Weltbundes konzipiert wurde. Der Tag endete mit einer Taizé- Andacht mit anschließendem Interview mit zwei aktuellen Freiwilligen dort.

Am dritten Tag erweiterten sich die Diskussionen auf globale Friedensinitiativen. Die Bedeutung des kollektiven Handelns der Nachbarn und der Mut, zu sprechen statt zu schweigen, wurden betont. Die Rolle der Kirche im aktiven Streben nach lokalem und globalem Frieden und Gerechtigkeit stand im Mittelpunkt, illustriert durch Podiumsdiskussionen mit unterschiedlichen Stimmen, wie einer jungen Frau aus Palästina, einem jungen Mann aus Ostdeutschland und einem jungen Mann der indigenen Bevölkerung Nordnorwegens. Wichtige Themen waren die Bildung von

Solidarität, das Kämpfen für Gerechtigkeit und das Sicherstellen, dass Stimmen gehört werden. Es wurde darüber diskutiert, welche Barrieren, sowohl mental als auch physisch, überwunden werden müssen, um Frieden zu erreichen. Der Tag beinhaltete eine Bibelarbeit zur Frage „Wer ist mein Nachbar?“, inspiriert von der Geschichte des barmherzigen Samariters.

Insgesamt förderten die Aktivitäten der Tagung tiefgehende Gespräche und Reflexionen über die multidimensionale Natur des Friedens. Die Teilnehmenden wurden ermutigt, kritisch über ihre Rolle als Friedensstifter in verschiedenen Kontexten nachzudenken und ihr Bewusstsein für die individuelle und kollektive Verantwortung im Friedensprozess zu stärken.

(Maria Flügel, Studentin aus Dresden, vom Landesjugendkonvent in den Jugendausschuss des Deutschen Nationalkomitees für den LWB delegiert.)

Weitere Informationen zum LWB-Jugendtreffen

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

Teilen Sie diese Seite