Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Friedensplakette „Schwerter zu Pflugscharen“ an Nawalny


03 Okt. 2023

Auszeichnung für russischen Oppositionellen Alexey Nawalny

DRESDEN - Zum diesjährigen städtischen Gedenktag an die Friedliche Revolution in Dresden am Sonntag, 8. Oktober, um 17:00 Uhr, findet in der Kreuzkirche Dresden das alljährliche Friedensgebet statt. In dessen Anschluss erhält der russische Oppositionelle Alexej Nawalny am Denk- und Mahnmal „Steine des Anstoßes“ die Friedensplakette „Schwerter zu Pflugscharen“. Sein Anwalt Nikolaos Gazeas nimmt diese stellvertretend entgegen. Die Laudatio wird Bundesinnenminister a.D. und Menschenrechtsanwalt Gerhart Baum halten.

„Im Herbst 1989 gelang es, miteinander ins Gespräch zu kommen“, so Jürgen Bönninger von der AG „8. Oktober-Dresdner Aufbruch“. „Wir haben die Hoffnung, mit unseren Angeboten am 8. und 9. Oktober eine gewisse Sprachlosigkeit im Zusammenhang mit den heutigen kriegerischen Auseinandersetzungen in Europa – auch hier bei uns – zu überwinden.“

Menschen im Frieden zu bestärken – darum geht es im Friedensgebet, in welchem Prof. Ulfrid Kleinert, Religions-, Sozialwissenschaftler und evangelischer Theologe, predigen wird. Russisch- und ukrainischsprachige Studierende gestalten eigene Texte. Für die Musik sorgt Paul Hoorn mit Gästen.

Die Initiatoren des Friedensgebets laden einen Tag später, Montag, 9. Oktober, um 18:00 Uhr unter dem Motto „Gewaltlose Konfliktbewältigung heute – Kriegsdienstverweigerung in gegenwärtigen Konflikten“ zum Podium in die Südsakristei der Kreuzkirche Dresden. Moderatorin Julia Gerlach bringt verschiedene Stimmen ins Gespräch, darunter Nawalnys Anwalt Nikolaos Gazeas. Auch OLKR i.R. Harald Bretschneider, Initiator der Initiative „Schwerter zu Pflugscharen“, und der Friedensbeauftragte der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, Michael Zimmermann, werden sprechen. Der Eintritt zum Podium ist frei.

Hintergrund zum Gedenktag an die Friedliche Revolution:

Das Denk- und Mahnmal „Schwerter zu Pflugscharen - Steine des Anstoßes für eine Bewegung, die das Land veränderte" wurde am 8. Oktober 2010 eingeweiht. Die jeweils sieben Tonnen schweren Quader bildeten seit 1897 das Fundament des ehemaligen Baldachins über dem Hochzeitsportal der Kreuzkirche. Sie erinnern an den 8. Oktober 1989: An diesem Tag gelang es erstmals, einen friedlichen Dialog zwischen den oppositionellen Demonstranten und den Vertretern des DDR-Systems anzufangen. Nach den vorausgegangenen, tagelangen Demonstrationen begann damit hier in Dresden die friedliche Revolution. Die Ereignisse in Dresden waren ein Signal, das von hier aus in viele andere Städte und Gemeinden der damaligen DDR weitergetragen wurde. Dresden war damit ein wichtiger Vorreiter für die sich anschließenden grundlegenden gesellschaftlichen Umwälzungen in unserem Land. Der Dresdner Stadtrat hat den 8. Oktober übrigens als „örtlichen Gedenktag zur Erinnerung an die friedliche Revolution des Jahres 1989“ bestimmt.

Im Jahr 2016 erhielt das Denkmal „Steine des Anstoßes“ eine zusätzliche Inschrift:

"WÜRDIG IST ES   
ALLEN MENSCHEN   
EIN LEBEN IN FREIHEIT 
ZU LEBEN"

Das jährliche Gedenken für den 8. Oktober organisiert mit der AG „8. Oktober – Dresdner Aufbruch“ ein Initiativkreis Dresdner Bürger.

Hintergrund:

„Schwerter zu Pflugscharen - Steine des Anstoßes für eine Bewegung, die das Land veränderte"

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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