Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Friedensgebet und Gedenken an den 8. Oktober 1989


06 Okt. 2017

Jährliches Gedenken organisiert ein Initiativkreis Dresdner Bürger

DRESDEN - Am Sonntag, 8. Oktober, um 17:00 Uhr, findet das alljährliche Friedensgebet zum städtischen Gedenktag der Friedlichen Revolution in der Kreuzkirche Dresden statt. Predigen wird Pfarrer Haroutune Selimian aus dem syrischen Aleppo. Er betreut dort die evangelisch-reformierte Bethel-Gemeinde mit vielen armenischen Christen, aber auch andere Gemeinden in Aleppo, deren Pfarrer geflohen sind. Für die Musik sorgt mit „Erhebet eure Herzen“ eine Initiative ehemaliger Kruzianer.

Im Anschluss an das Friedensgebet sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeladen, über das Südportal der Kreuzkirche zu den „Steinen des Anstoßes" zu gehen. An dem Mahnmal wird Oberlandeskirchenrat i.R. Harald Bretschneider Pfarrer Haroutune Selimian die Friedensplakette „Schwerter zu Pflugscharen“ überreichen. Harald Bretschneider war in den 1980er Jahren Landesjugendpfarrer und steht für die Initiative „Schwerter zu Pflugscharen".
Die Veranstaltung findet in der Reihe „Dresden im Dialog – Internationale Wochen zu Frieden.Kultur.Stadt.“ statt.

Das Denk- und Mahnmal „Schwerter zu Pflugscharen - Steine des Anstoßes für eine Bewegung, die das Land veränderte" wurde am 8. Oktober 2010 eingeweiht. Die jeweils sieben Tonnen schweren Quader bildeten seit 1897 das Fundament des ehemaligen Baldachins über dem Hochzeitsportal der Kreuzkirche. Sie erinnern an den 8. Oktober 1989: An diesem Tag gelang es erstmals, einen friedlichen Dialog zwischen den oppositionellen Demonstranten und den Vertretern des DDR-Systems anzufangen. Nach den vorausgegangenen, tagelangen Demonstrationen begann damit in Dresden die friedliche Revolution.

Die Ereignisse in Dresden waren ein Signal, das von hier aus in viele andere Städte und Gemeinden der damaligen DDR weiter getragen wurde. Dresden war damit ein wichtiger Vorreiter für die sich anschließenden grundlegenden gesellschaftlichen Umwälzungen in unserem Land. Der Dresdner Stadtrat hat den 8. Oktober übrigens als „örtlichen Gedenktag zur Erinnerung an die friedliche Revolution des Jahres 1989“ bestimmt.

Im vergangenen Jahr erhielt das Denkmal „Steine des Anstoßes“ eine zusätzliche Inschrift:

"WÜRDIG IST ES   

ALLEN MENSCHEN   

EIN LEBEN IN FREIHEIT  

ZU LEBEN"

Das jährliche Gedenken für den 8. Oktober organisiert ein Initiativkreis Dresdner Bürger.
In diesem Jahr spricht zudem bereits am Vorabend, Sonnabend, 7. Oktober, 19:00 Uhr, Haroutune Selimian im Haus an der Kreuzkirche zum Thema „Evangelisch in Aleppo: Nach sechseinhalb Jahren Bürgerkrieg – welche Zukunft haben Christen in Syrien?“

Haroutune Selimian ist seit 1992 Pfarrer der evangelisch-armenischen Gemeinde in Aleppo. Er wurde 1963 in Aleppo geboren, studierte in den achtziger Jahren Theologie und Psychologie im Libanon. Es folgten Studienaufenthalte in den USA und der Schweiz.
Pfarrer Selimian bemüht sich mit seiner Gemeinde, angesichts des Krieges in Syrien das Leben in Aleppo und auch den Schulalltag der evangelischen Schule dort aufrecht zu erhalten. So wurde im Kirchhof ein Brunnen gebohrt, um die Menschen zu versorgen. Zudem gibt es an seiner Kirche eine Anlaufstelle für gehandicapte oder kranke Menschen. Seine Arbeit unterstützt das Gustav-Adolf-Werk (www.gustav-adolf-werk.de).

Kreuzkirche Dresden

Bild: Gedenkveranstaltung an der Kreuzkirche (Foto: evlks, OK)
Gedenkveranstaltung an den "Steinen des Anstoßes" an der Kreuzkirche

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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