Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Friedensgebet mit russischem Erzbischof


18 März 2022

Wachsamkeit zu Gott und Hilfsbereitschaft den Menschen gegenüber

DRESDEN – Im Vorfeld einer Kirchenleitungssitzung am Freitag, 18. März 2022, wurde im Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamt Sachsens  zu einem Friedensgebet eingeladen. Anlass war der noch anhaltende kriegerische Konflikt in der Ukraine mit zunehmenden Opfern an der Zivilbevölkerung und der Zerstörung von Städten und ganzer Landstriche durch russische Truppen und Paramilitärs. Teilnehmende am Friedensgebet waren neben Landesbischof Tobias Bilz, Mitarbeitende des Hauses, Mitglieder der Kirchenleitung und der russische Erzbischof Dietrich Brauer.

„Wir haben den Eindruck einer apokalyptischen Situation“, sagte Landesbischof Tobias Bilz im Hinblick auf die Ukraine. Trotzdem bleibe Gott Herr der Ermutigung in Zeiten des Wachwerdens und Sterbens, in Zeiten der Müdigkeit an Körper, Seele und Geist, wenn der Glaube scheinbar an Kraft verliere. Von der Krise werde aber die Landeskirche, Deutschland und Europa aufgestört, schon vorher bezogen auf Klimawandel und Corona - jetzt, durch den Krieg. Der Landesbischof hofft, „dass wir die überdrüssige Schläfrigkeit abschütteln, vom nur eigenen Wohl wegkommen“. Die Politik stünde vor schwierigen Entscheidungen. Er sehe sie in positiver Verantwortung,  nicht nur den Selbstschutz zu sehen. Für Christen bedeute dies, Wachsamkeit zu Gott und Hilfsbereitschaft den Menschen gegenüber, so Bilz.

Erzbischof Brauer dankte für die Aufnahme in Deutschland und das Willkommen durch die Landeskirche, mit der eine langjährige Partnerschaft bestehe. Sie hätte an Bedeutung gewonnen.  Jetzt sei aus einer Kirchengemeinschaft eine Gebetsgemeinschaft geworden, auch mit der Ukraine und anderen Ländern. In Russland sei gemeinsames Beten mit Erwähnung des Krieges verboten. Das sei eine bittere Wahrheit. Die Zukunft gehöre dem Herrn, der Kraft gebe, Mauern zu überwinden. Brauer rief zu gegenseitiger brüderlicher Liebe auf.

Erzbischof Brauer (39) gelang es vor wenigen Tagen, mit seiner Familie über Umwege Russland zu verlassen und in Deutschland Aufnahme zu finden. Dietrich Brauer ist seit 2011 Bischof der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER) und seit 2014 Erzbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland (ELKR) mit Sitz in St. Petersburg. Er ist in Wladiwostok geboren, wuchs in Moskau auf und absolvierte verschiedene Ausbildungen und sein Theologiestudium. Als Grund für seine Flucht werden zunehmende Drohungen und Versuche der Einflussnahme von Staatsvertretern genannt, die von ihm die prorussische Sicht auf den Krieg erzwingen wollten.

Die sächsische Landeskirche hat seit 2014 offizielle Partnerschaftsbeziehungen zur ELKER, die sich auf einem riesigen Gebiet bis zum Ural erstreckt. Seit dieser Zeit gab es verschiedene Kontakte, die u.a. gegenseitige Besuche beinhalteten. 2018 besuchte eine Delegation unter Leitung des damaligen Landesbischofs die ELKER. Mit der Propstei Moskau unterhält der Kirchenbezirk Dresden Mitte partnerschaftliche Beziehungen.

Bischof Brauer befindet sich auf der Weiterfahrt nach Berlin, wo er um 18:00 Uhr im Berliner Dom ebenfalls an einem Friedensgebet für die Ukraine teilnehmen wird. Zum Friedensgebet hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zusammen mit Kirchenvertretenden aus der Ukraine und Russland sowie Partnern aus der deutschen Ökumene eingeladen. Liturgische leiten werden die Andacht die Ratsvorsitzende Präses Dr. Annette Kurschus, Vorsitzende des Rates der EKD und Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, und Bischöfin Petra Bosse-Huber, Leiterin der Ökumene- und Auslandsarbeit der EKD.

Interview mit Erzbischof Brauer (Quelle: Evangelische Landeskirche Württemberg)

Erzbischof Dietrich Brauer, Landesbischof Tobias Bilz, Synodalpräsidentin Bettina Westfeld
Bischof Dietrich Brauer (l.) Ökumene-Referent Friedemann Oehme (r.)

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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