Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Friedensgebet am 9. Oktober in Leipzig
09 Okt. 2024
Gott schaffe Momente in denen sich die Chance auf Frieden auftut
LEIPZIG – Im traditionellen Friedensgebet am 9. Oktober anlässlich des Leipziger Gedenkens an die Friedliche Revolution predigte Landesbischof Tobias Bilz in der Nikolaikirche. Vor zahlreichen Ehrengästen und Besuchern des Friedensgebetes entfaltete er Gegensätze zwischen Gottes guter Schöpfung und dem, was Menschen sich gegenseitig antun können. Mehrfach habe der Erzähler der biblischen Schöpfungsgeschichte betont „Und siehe, es war sehr gut.“
Gut sei es auch vor 35 Jahren ausgegangen, als die Spannung gewichen und keine Gewalt wie in China ausgeübt worden sei. „Es gibt solche Tage, die uns wieder ganz nah heranführen an die Schöpfungsursprünglichkeit; an ein Leben wie es sein könnte, wie es ursprünglich gemeint war, als Gott Hand anlegte und Himmel und Erde schuf“, resümiert der Landesbischof im jüdisch-christlichen Kontext.
Er verwies in seiner Predigt aber auch auf das, was Menschen erlebten und sie fragen ließen, ob es angesichts von frühem Tod, Geiselhaft und der Zerstörung des Lebenswerks einen guten und gerechten Gott gebe. Damit nahm Bilz Bezug auf den 7. Oktober als die Hamas Israel attackierte. „Gewalt und Gegengewalt töten unerbittlich und zerstören alle Grundlagen für einen kommenden Frieden“, sagte er. Erschrocken und beschämt sei er über den aufbrechenden Antisemitismus dieser Tage auch in diesem Land.
„Und wir können die friedliche Revolution und die deutsche Wiedervereinigung nicht feiern, ohne der täglichen Opfer des Angriffs Russlands auf die Ukraine zu gedenken,“ so Bilz. Dieser Stellvertreterkrieg bilde nach seiner Ansicht ab, worum in der Welt derzeit gerungen werde. Entweder in einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu leben oder in einer autokratisch-unterdrückend geführten Gesellschaft. Er kritisierte im wiedervereinigten Land die Bereitschaft Freiheit preiszugeben und sich durch einen rücksichtslosen Burgfrieden eine „Überlebensinsel“ schaffen zu wollen.
„Wie wollen wir hier fröhlich leben, wenn dafür die Freiheit anderswo geopfert wird?“, fragte er. Es bedarf dagegen einer Neuschöpfung und bezog sich auf den Propheten Jesaja. Dessen Worte führten dorthin, wo alles begann. Die Schöpfung sei universal. Sie betreffe alle Menschen und Völker, Tiere und Geschöpfe. „Siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde, dass man der alten nicht mehr gedenken wird.“ [Jesaja 65]. Der Weg in die Zukunft sei zwar ungewiss, aber verheißungsvoll, machte Landesbischof Bilz Mut. Die Neuschöpfung sei nach Jesaja kein Schlaraffenland, aber sie führe an ursprüngliche Quellen des Lebens. „Es ist eine friedliche Revolution, die Lust macht, ihr entgegenzuleben“, so Bilz. Und er schloss mit den Worten:
„Freude lässt sich nicht verordnen, sie wächst nicht auf Befehl, aber es gibt sie, diese Tage, wo man am Abend sagt: Es war gut. Siehe, es war sehr gut.“
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.