Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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FRIEDEN SUCHEN FINDEN


13 Okt. 2019

Ehrenamtlichentag der Evangelischen Jugend in Sachsen

DRESDEN - Unter dem Thema FRIEDEN SUCHEN FINDEN trafen sich am gestrigen ersten Herbstferiensamstag mehr als 300 Jugendliche aus dem Gebiet der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens zum Ehrenamtlichentag der Ev. Jugend in Sachsen. Gemeinsam feierten sie am Vormittag einen großen Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche Dresden-Neustadt.  

Landesjugendpfarrer Georg Zimmermann predigte zur Jahreslosung „Suche Frieden und jage ihm nach! (Psalm 34,15) Bezugnehmend auf den jüngsten Anschlag in Halle auf jüdische Gläubige stellen sich ihm die Fragen nach dem Warum und Zimmermann gibt zu: „Ich bin ratlos.“ Und bleibt trotzdem oder gerade deswegen auf der Suche nach dem Frieden. „Es treibt mich eine Sehnsucht, dass Menschen einander in Liebe begegnen. Dass sie sich wertschätzen. Dass sie alles tun, dass sie miteinander leben können.“ Und mit Hilfe von drei „Friedensperlen“ sieht er die Möglichkeit, dem Frieden im Kleinen ein Stück näher zu kommen: Mit dem Mut, den Mund aufzumachen. Mit dem Willen, sich zu beteiligen. Und mit der Entscheidung, etwas loszulassen, verzichten zu können. 

Im Anschluss an die Predigt stärkten sich die Jugendlichen gegenseitig mit einem Salbungsritual und einem persönlichen Zuspruch, vor dem Hintergrund, dass auch Jesus oft Stärkung gesucht hat auf seinem Weg und die Salbung auch aus dieser Zeit als altes stärkendes Ritual überliefert ist. Musikalisch ausgestaltet wurde der Gottesdienst durch die Band 150ps aus dem Erzgebirge, die mit Lobpreisliedern die Herzen der Teilnehmenden berührten. 

Nach dem Gottesdienst zogen die Jugendlichen gemeinsam zum St. Benno-Gymnasium. Auf dem Weg dorthin entstanden mit Hilfe von Scrabbelbuchstaben und viel Kreativität wunderbare Bilder zum Tage, die unter #evjulife gepostet wurden. Am Abend wurde das beste Bild mit einem Scrabbelspiel ausgezeichnet. 

Am Nachmittag waren die Teilnehmenden eingeladen, bei Impulsvorträgen das Motto des Tages zu vertiefen und in „Fließenden Räumen“ miteinander ins Gespräch zu kommen. U.a. sprach Oberlandeskirchenrat Thilo Daniel anhand von sehr persönlichen Erfahrungen zum Thema „Frieden in der Kirche“. Paul Polleske, Dresdner Vertreter der Bewegung fridays for future berichtet über Hintergründe und Ziele der aktuell so präsenten und auch polarisierenden Umweltbewegung. 

In 25 „Fließenden Räumen“ konnten die Teilnehmenden den ganzen Nachmittag lang zum Thema des Tages kreativ sein, miteinander reden, beten, musizieren, Theater spielen oder diskutieren. Beim Bauen mit Kapla-Bausteinen, beim Graffiti, im Malworkshop mit dem iranischen Maler Arya Rakhtala oder auch im Escaperoom waren Kreativität und Einfühlungsvermögen gefragt. Die Internationale Jusizmission Deutschland (IJM) – Partnerorganisation des diesjährigen Jugenddankopfer-Sonderzwecks – informierte über Hintergründe und Arbeitsweise im Kampf gegen Menschensklaverei.  

Am Abend wurde es festlich. Ein großes Buffet eröffnete den Ballabend. Die Band Simeon und Freunde brachte mit ihrer Musik die Menge zum Tanzen und Mitsingen. Zauberer Florian Steinborn verblüffte mit Jugendlichen mit ganz einfachen Utensilien, wie Zeitungsschnipseln oder Spielkarten. Hauptamtliche servierten Getränke und mixten an der Bar leckere (alkoholfreie) Cocktails. 

Gespannt hatten die Jugendlichen auch auf die Preisverleihung des Initiativpreises der Evangelischen Jugend in Sachsen „BE THE SALT“ gewartet. Fünf von neun Projektbewerbungen waren von der Jury für den Preis nominiert worden. Sie kommen von Jugendgruppen aus Chemnitz, Hartenstein, Klingenthal, Oberlungwitz und Thum. Der Preis soll Jugendgruppen ermutigen, missionarisch oder diakonisch aktiv zu werden und dabei neue Wege zu gehen.  

Den 1. Preis und damit den „Goldenen Salzstreuer“ erhielt die „JG interaktiv“, ein Projekt der Jungen Gemeinde und des EC Oberlungwitz. 2017 hatten die Jugendlichen ein wöchentliches Freizeitangebot für die Bewohner eines Kinder- und Jugendheimes, anfangs mehrheitlich unbegleitete minderjährige Geflüchtete aus Afghanistan, in ihrem Heimatort geschaffen. Geleitet werden die verschiedenen Aktivitäten – vom Volleyballspielen über gemeinsames Kochen, Hausaufgabenbetreuung, Bastelangebote bis hin zu handwerklichen Projekten – bis heute ausschließlich durch ehrenamtliche Mitarbeitende.  

Die Jugendlichen sehen ihr Engagement als gelebten Glauben. Für sie ist die Möglichkeit, dabei ganz offen Nichtchristen begegnen zu können, eine ermutigende Erfahrung und umgedreht nehmen sie anderen Jugendlichen Berührungsängste mit den Christen in der Kirchgemeinde. Den zweiten Preis gewann das Projekt „Leuchtturm XXL“ der Jungen Gemeinde Thum. Sie will für Jugendliche und junge Erwachsene ihrer Heimatstadt im Frühjahr 2020 ein großes christliches Konzert mit regionalen christlichen Bands auf die Beine stellen, begleitet von einer Schultour im Vorfeld.  

Der 3. Preis ging an das Projekt „Grillstand auf dem Weihnachtsmarkt“ der Jungen Gemeinde Hartenstein. Seit mehr als 20 Jahren betreibt die Junge Gemeinde einen Grillstand und bietet neben Würstchen und Wiegebraten auch jede Menge guter Gespräche, Seelsorge und Stärkung für die Seele. Die Erlöse spenden die jungen Menschen für soziale Projekte. Alle Preisträger erhielten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro. Oberlandeskirchenrat Burkhart Pilz würdigte alle eingereichten Projekte und ermutigte die Jugendlichen, auf diesem Wege weiter zu gehen, offen und kreativ Neues anzugehen und sich für die nächste Preisverleihung in zwei Jahren zu bewerben. 

Die Ballnacht zum Ehrenamtlichentag endete um Mitternacht mit einem Abend- und Reisesegen durch Landesjugendpfarrer Georg Zimmermann. 

Mit ihren Ideen und ihrem Engagement sorgen ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Evangelischen Jugend in Sachsen für eine vielfältige und reiche Jugendarbeit in unserer Landeskirche. Sie bringen sich ein in Jungen Gemeinden, Jugend- und Jungschargruppen, Chören, Gremien, Projekten, Leitungs- und Mitarbeiterkreisen und an vielen anderen Stellen. Zum Ehrenamtlichentag, der alle zwei Jahre im Herbst stattfindet,  soll ihr Engagement eine besondere Anerkennung erfahren. Mit diesem Bildungs-, Begegnungs- und Feiertag soll den Jugendlichen der Dank der Landeskirche für ihren wichtigen Dienst vermittelt werden.

Ball im St. Benno-Gymnasium
Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche
Anhand von Nachrichtenmeldungen dachten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen darüber nach wie sie sich aktuellen Herausforderungen stellen können
Preisverleihung

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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