Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Frauenkirche macht Freitag zum Friedenstag
20 Apr. 2022
Das Friedenslicht von Bethlehem wird freitags weitergegeben
DRESDEN - Die Botschaft von Frieden und Versöhnung ist das Kernthema der Frauenkirche Dresden. Regelmäßige Friedensandachten und ein Friedenslicht ergänzen nun das bestehende Angebot.
Wer 12:00 Uhr auf dem Neumarkt ist, hört den tiefen Klang der Friedensglocke Jesaja. Fortan ruft sie freitags zu »Friedenswort und Orgelklang«. Auch am Abend hat die Andacht einen ausdrücklichen Friedensbezug. „Wir sehen aktuell, wie zerbrechlich unsere Welt ist. An jedem Freitag laden wir daher zu Friedensgebeten ein. Sie geben Raum, Verletzungen durch Krieg, Aggression und Konflikt zu beklagen. Zugleich aber stiften sie Hoffnung durch die authentische Botschaft der Frauenkirche, dass Wunden heilen können und ein Neuanfang möglich ist“, erklärt Frauenkirchenpfarrer Markus Engelhardt.
Geistliche Impulse greifen den Ruf nach Frieden über den Tag hinweg auf. In der Unterkirche sind Gäste eingeladen, Friedenswünsche und persönliche Sorgen und Gebetsanliegen aufzuschreiben und zu hinterlegen. Diese Möglichkeit ergänzt das Gebetsbuch, das weiterhin am alten Turmkreuz im Hauptraum ausliegt.
Lichtspur des Friedens
Für Menschen, die ebenda ein Gebetslicht aufstellen möchten, besteht freitags ein weiteres besonderes Angebot. Die Flamme, an der sie ihre Kerze entzünden können, ist das originale Friedenslicht aus Bethlehem. Es wird dafür eigens von Dietmar Glaser und Frieder Hofmann, Ehrenmitglieder des Stadtfeuerwehrverbandes Dresden e.V., in die Kirche gebracht. Sie gehören zum Kreis jener, die das Licht im Advent in Österreich abholen und helfen, die mit dem Licht verbundene Friedensbotschaft in Europa zu verbreiten.
„Mit dem Friedenslicht aus Bethlehem folgen wir der Lichtspur, die Jesus Christus durch die Welt und die Jahrtausende zieht. Es leuchtet als Zeichen dafür, dass die Welt eine andere, friedlichere sein kann und gegen allen Augenschein durch Jesu Wirken schon geworden ist“, so Frauenkirchenpfarrerin Angelika Behnke. „Indem wir das Licht jeden Freitag ausspenden, indem wir auch einladen, das Licht mitzunehmen, wollen wir Zuspruch und Ermutigung stiften.“
Das Friedenslicht aus Bethlehem
„Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12)
Das Friedenslicht wird seit 1986 verteilt. Auf Initiative des Österreichischen Rundfunks (ORF) entzündet jedes Jahr ein Kind das Licht, das anschließend mit dem Flugzeug von Betlehem nach Wien gebracht wird. Von dort tragen es Jugendliche weiter, darunter viele Pfadfinder*innen und seit vielen Jahren auch der Stadtfeuerwehrverband Dresden. Erstmals nahmen 2004 Verbandsvertreter das Friedenslicht in der Unterkirche der Frauenkirche entgegen; seit 2013 holt eine Delegation das Friedenslicht während einer Livesendung direkt im ORF-Landesstudio ab.
In Dresden angekommen, wird es in einer Aussendungsfeier weitergegeben. Die Verbindung zur Frauenkirche besteht fort: So ist das Friedenslicht seit einigen Jahren Teil der Weihnachtlichen Vesper. Auch in der Zeit nach Ostern leuchtet es nun an diesem Friedensort weiter: jeden Freitag unter dem alten Turmkreuz.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.