Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Frauen-Gottesdienste am Sonntag Rogate


04 Mai 2021

DRESDEN - Am Sonntag Rogate (9. Mai) wird in verschiedenen sächsischen Kirchgemeinden zu Frauen-Gottesdiensten eingeladen. Traditionell werden diese Gottesdienste in Sachsen seit vielen Jahrzehnten mit Frauentreffen der Kirchenbezirke verbunden. Im letzten Jahr konnte bedingt durch die Corona-Pandemie nur ein Livestream-Gottesdienst gefeiert werden, und auch in diesem Jahr werden über die Gottesdienste hinaus keine weiteren Begegnungen stattfinden. „Dennoch sind die Rogate-Gottesdienste gerade jetzt wichtig.“, sagt die Landesleiterin der Frauenarbeit der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, Kathrin Pflicke. „Frauen sind seit einem Jahr durch die Corona-Pandemie besonderen Belastungen ausgesetzt: Sie schultern die Hauptlast bei der Betreuung von Kindern zu Hause, sie versuchen Beruf und Familie in dieser Situation zu vereinbaren, sie arbeiten häufig in pädagogischen und pflegenden Berufen und sind damit aktuell besonderen Belastungen ausgesetzt – oder ihnen fehlen die Einkünfte durch die Schließung von Einzelhandel, Gastronomie und vielen anderen Bereichen. Frauen stemmen gerade viel und meistern die Herausforderungen mit großer Ausdauer, Geduld, Kraft und Kreativität. Gerade deshalb sind sie erschöpft und abgearbeitet. Der Rogate-Sonntag will Frauen stärken, ermutigen und verbinden!“ Dies sei auch das ursprüngliche Anliegen der Rogate-Frauentreffen in der Nachkriegszeit gewesen, als viele Frauen durch den Krieg verwitwet und durch die harte Arbeit erschöpft waren, erinnert Kathrin Pflicke.

Auch in diesem Jahr wurde die Liturgie für die Rogate-Gottesdienste von einem Team unter dem Dach der Frauenarbeit der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens erarbeitet. Das Thema des Gottesdienstes „Kriegerinnen – Richterinnen – Prophetinnen“ bezieht sich auf das biblische Buch Richter 4 und 5. Dort kommen verschiedene Frauen vor – die Richterin und Prophetin Debora, die Keniterin Jael sowie die Mutter eines Heerführers – die verstrickt sind in kriegerische Auseinandersetzungen zwischen dem Volks Gottes und den mit ihn lebenden anderen Völkern. Der Gottesdienst thematisiert, wie jede der Frauen mit ihrer Persönlichkeit und in unterschiedlicher Form zum Ausgang des Geschehens beiträgt.

In einem 17-minütigen Andachtsformat teilen drei Frauen aus dem Vorbereitungsteam ihre Gedanken zum Text und zu den dort auftretenden Frauen mit.

Eine Liste der Orte, an denen Frauen-Gottesdienste stattfinden, sowie die jeweilige Uhrzeit finden Sie auf der Homepage der Frauenarbeit.

Zum Hintergrund:

Entstanden sind die Rogate-Treffen 1947 in einer Situation, in der viele Frauen – durch den Krieg verwitwet – mit ihrer familiären Situation alleine fertig werden mussten. Zur Unterstützung und Wertschätzung ihres außerordentlich großen Engagements für Familie und Gesellschaft bot die Kirchliche Frauenarbeit für diese Frauen ein Fest unter dem Thema „Gottes Gebot für Frauen in Not“ an. In den 1980er Jahren änderte sich der Stil der Frauentreffen. Während bis dahin ein längerer Vortrag einer Rednerin im Mittelpunkt der Treffen stand, wurden nun vermehrt Gestaltungsformen gefunden, in denen die Frauen vor Ort in die Planung und Durchführung einbezogen werden. Heute erarbeitet ein Team aus haupt- und ehrenamtlichen Frauen das jeweilige Thema und den Gottesdienstvorschlag, welcher dann in verschiedenen Gottesdiensten in ganz Sachsen verwendet wird.

Der Sonntag „Rogate“ als Betesonntag folgt dem Singesonntag „Kantate“ und entstammt dem frühen liturgischen Brauch der Bittprozessionen. Er ist der sechste von sieben Sonntagen in der Osterzeit vor Christi Himmelfahrt.

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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