Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Fotoausstellung: „Leben ohne Rassismus“


23 Sept. 2019

Porträts mit persönlichem Statement für den Betrachter

DRESDEN – Im Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamt Sachsens in Dresden (Lukasstraße 6) wurde am 23. September die fünfzehnteilige Foto-Ausstellung „Leben ohne Rassismus“ des Autodidakten Gerardo Palacios Borjas eröffnet. Es handelt sich um Porträts von Menschen unterschiedlicher Herkunft, die dazu anhalten sollen, in jedem Menschen das Individuum zu sehen und ihm die gleiche Empathie und Offenheit entgegenzubringen wie jedem anderen auch. Die Ausstellung steht für ein respektvolles Miteinander in der Gesellschaft. Die Idee stammt von STUBE Sachsen (Studienbegleitprogramm für Studierende aus Afrika, Asien, Lateinamerika, Südosteuropa an Hochschulen in Sachsen) in Trägerschaft des Ökumenischen Informationszentrums Dresden e.V.

Der Präsident des Landeskirchenamtes, Hans-Peter Vollbach, wies während seiner Begrüßung auf das jeweils eigene Schubladendenken hin, indem andere Menschen bewusst oder unbewusst einsortiert würden. Das sei an sich zwar verständlich, aber werde dann problematisch, wenn es zu Ausgrenzung führen würde. Er rief dazu auf, den Versuch zu unternehmen, „alle unsere Schubladen zu öffnen und die Menschen herauszunehmen“, um die inneren Bilder vorurteilsfrei zu prüfen. Dazu könne die Ausstellung Anregung und Hilfestellung geben.

Der Fotograf Gerardo Palacios Borjas, bestätigte in ähnlicher Weise das Anliegen der Ausstellung, die jetzt starte. Er stamme ursprünglich aus Honduras, lebe seit 14 Jahren in Sachsen und arbeitet in der  Stadtplanung. Borjas engagiert sich seit Jahren im „Bündnis gegen Rassismus“ und er habe seit 2015 eine Veränderung hinsichtlich der gegenseitigen Wahrnehmung festgestellt. Das Gegenüber gehe beim Anblick eines Andersaussehenden in der Öffentlichkeit stärker auf Distanz.

Jedes seiner Fotos enthalte ein Statement, das sich offen und gewaltfrei darstelle. Die Bilder aus Acryl spiegelten zudem bewusst das Gesicht des Betrachters und bringen ihn damit ins Bild.
Er fragte: „Wieviel wissen wir voneinander?“ Um diese Frage nicht stehen zu lassen, böte die Wanderausstellung Gelegenheit zur Begegnung.

Auch beim anschließenden Rundgang beteiligte sich Juan Garcia Sotelo, Projektkoordinator im Bündnis gegen Rassismus und bei STUBE im ÖIZ aktiv. Er stammt aus Nikaragua. Er studiert in Leipzig und habe bereits vorher Kontakte im Rahmen von Landwirtschaftsprojekten.
Die Ausstellung, die bei STUBE in Dresden ausgeliehen werden kann, wird im Landeskirchenamt bis zum 1. November 2019 zu sehen sein. Die Ausstellung im Landeskirchenamt kam unter Vermittlung von Albrecht Engelmann, landeskirchlicher Ausländerbeauftragter, zustande.

STUBE Sachsen

(v.l.n.r.) Juan Garcia Sotelo, Gerardo Palacios Borjas und Präsident Hans-Peter Vollbach
Rundgang durch die Etagen des Amtes

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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