Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Forum zur Überwindung von Fremdheit
25 Aug. 2025
„Gastfreundschaft – Einblicke in unseren praktischen Umgang“
DRESDEN – Die von der evangelischen Kirche in Dresden mitbegründete Initiative „Coexist“ lädt zu ihrer nächsten Veranstaltung am 26. August um 19:00 Uhr ein. Diesmal ist der DIMCIB* e.V. (Marschnerstraße 33) Ort des offenen Gesprächsforums für Anhänger verschiedener Glaubensrichtungen und kultureller Prägungen sowie für Menschen ganz ohne religiöse Lebenspraxis.
Die Treffen finden derzeit alle zwei Monate an Orten jüdischer, muslimischer und christlicher Glaubenspraxis statt, um sich zu begegnen, auszutauschen und Gemeinschaft zu erleben. Das darauffolgende Treffen ist am 25. November im Jugendzentrum Jugendkirche der Ev. Jugend Dresden (Trinitatisplatz 1).
Beim bevorstehenden Gesprächsabend (26. August) gehe es den Organisatoren um Gastfreundschaft und dem vorfindlichen praktischen Umgang mit ihr. Fast jeder sei gerne „gastfreundlich und die religiösen Traditionen würden nicht nur zur Gastfreundschaft anregen, sondern sie auch gebieten, argumentieren sie.
Daraus würden sich u.a. Fragen ergeben, wie es um die jeweilige Praxis aussehe? Gebe es denn Grenzen der Gastfreundlichkeit? Was, wenn ein Gast nicht mehr gehen würde und wie könne es gelingen, den Gast als „Nachbarin“ und somit als vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft zu integrieren? Die Bezeichnung „Gast“ wirke auch ausgrenzend, wie der Begriff „Gastarbeiter“ zeige, so die Veranstalter.
Inhaltlicher Ausgangspunkt der Dresdner Initiative „Coexist“ ist die gemeinsame Hoffnung und der gemeinsame Einsatz für ein respektvolles, friedliches und demokratisches Miteinander, denn die Gesellschaft basiert darauf. Frieden schien lange eine Selbstverständlichkeit. Doch leider ist Realität – zwischenmenschlich, gesellschaftlich und global – dessen Abwesenheit.
Religiöse Traditionen rufen dennoch zum Einsatz für Frieden auf und geben Grund zur Hoffnung, dass auch da, wo nach menschlicher Logik keine friedliche Einigung in Sicht ist, Frieden möglich ist. Religion und Glaube wohnt somit ein friedensstiftendes Potential inne, das selbst der säkulare Staat von Religionsgemeinschaften erwartet.
(*Deutsches-Interkulturelles-Muslimisches-Centrum für Integration und Bildung Dresden)
Weitere Infos: https://kirche-dresden.de/coexist-interreligioeser-und-interkultureller-dialog-in-dresden/
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.