Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Festwoche zum bevorstehenden Ziegenbalg-Jubiläum
03 Feb. 2019
Bartholomäus Ziegenbalg – Auf den Spuren eines Missionars
PULSNITZ – Mit dem heutigen Sonntag, 3. Februar, begann Pulsnitz (Westlausitz) eine Festwoche zu Ehren von Bartholomäus Ziegenbalg, der vor über 300 Jahren als einer der ersten lutherischen Missionare mit der Dänisch-Hallischen Mission nach Indien aufbrach. In Tranquebar am Golf von Bengalen landete er am 9. Juli 1706 an und begann seine Missionstätigkeit in der damaligen dänischen Kolonie. Mit nur 36 Jahren verstarb er am 23. Februar 1719 an diesem fernen Ort und wurde in der dortigen Jerusalem-Kirche beigesetzt, in der eine große Bronzeplatte an ihn erinnert.
Sein bevorstehender 300. Todestag ist für die Kirchgemeinde in Pulsnitz Anlass, mit Gottesdiensten, Konzerten, Vorträgen und einem Filmabend an den berühmten Sohn der Stadt zu erinnern. Am 10. Juli 1682 wurde er als Sohn einer reichen Kornhändlerfamilie in Pulsnitz geboren und besuchte die Pulsnitzer und Kamenzer Lateinschulen. Später ging er aufs Gymnasium in Görlitz und begann 1705 ein Theologiestudium in Halle. Dort war er mit August Hermann Francke als Lehrer, aber auch persönlicher Freund und Berater gut bekannt. Nach dem heutigen Gottesdienst in der Pulsnitzer St. Nicolaikirche beginnt die Festwoche.
Hervorzuheben ist am Donnerstag, 7. Februar, ein Vortrag von Pfarrer Hans-Georg Tannhäuser, Asien/Pazifik-Referent im Leipziger Missionswerk, der vor kurzem von einer zweiwöchigen Besuchsreise mit Landesbischof Dr. Carsten Rentzing aus Indien zurückkam. So kann er über die Einführung des neuen Bischofs der Tamil-Kirche sowie über die Feierlichkeiten zu ihrer 100-jährigen Unabhängigkeit berichten. Um 19:30 Uhr beginnt der Abend im Pfarrhaus zum Thema „Auf den Spuren Ziegenbalgs in Indien – Von der Mission zu einer eigenständigen Kirche“. Beschlossen wird die Woche ebenfalls mit einem Gottesdienst am 10. Februar um 10:00 Uhr.
Das Besondere am Wirken von Bartholomäus Ziegenbalg ist, dass der frühe Anfang der lutherischen Mission in Indien zugleich auch die der evangelischen Weltmission darstellt. Er war der erste deutsche evangelische Missionar, der sich entschloss, für sein besseres Wirken in Südindien die Landessprache „Tamil“ zu erlernen. Er errichtete eine Kirche, gründete ein Kinderheim und Schulen für Jungen und Mädchen. Der Missionar verband damit die Weitergabe des Evangeliums mit sozialem Engagement. Ab 1846 erfolgte die Übernahme der dortigen Arbeit durch die Leipziger Mission, was zur Gründung der ältesten lutherischen Missionskirche führte. Noch heute wird Ziegenbalg in der Tamilischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und insbesondere in Tranquebar hoch verehrt und an ihn erinnert.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.