Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Europa: „Kirche für andere“ sein


19 Okt. 2024

Perspektiven für die Jugend in LWB-Strategie

PRAG – Delegierte der Mitgliedskirchen in den drei europäischen Regionen des Lutherischen Weltbundes (LWB), kamen vom 8. bis 11. Oktober in der Tschechischen Republik zusammen, um sich über die Herausforderungen und Chancen auszutauschen, denen sie sich in ihren pluralistischen und zunehmend polarisierten Gesellschaften gegenübersehen. Die von der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder ausgerichtete Tagung stand unter dem Motto „Der Weg der lutherischen Kirchen in einem Europa im Wandel“.

Die Diskussionen drehten sich um Krieg und Frieden, spirituelles Wachstum und Säkularisierung, die Beziehungen zwischen Kirche und Staat und die Erneuerung des Gemeindelebens. Dabei beherzigten die Teilnehmenden die Worte des deutschen Theologen und Pastors Dietrich Bonhoeffer, der aus dem Gefängnis dazu aufrief, eine „Kirche für andere“ zu werden.

Junge Delegierte drückten ihre zunehmende Besorgnis über das Erstarken populistischer Regierungen und Ideologien aus und riefen die Kirchen dazu auf, in die Fußstapfen derer zu treten, die sich gegen den Totalitarismus des 20. Jahrhunderts gestellt haben, und in heutigen Kontexten „den Mächtigen die Wahrheit ins Gesicht zu sagen“. Die Kirchen in der gesamten Region wurden ermutigt, Vorbilder einer „kontinuierlichen Reformation“ zu sein und nicht auf ihre eigene Kraft zu vertrauen, „sondern auf Gottes Verheißungen von Gnade, Barmherzigkeit und Versöhnung“.

Perspektiven der Jugend

Ein Teil des Programms war der Vorstellung der neuen LWB-Strategie gewidmet. Hierzu gab es ein Panel, das sich ausschließlich aus jungen Delegierten zusammensetzte, die ihre Sichtweise zu den vier Schwerpunktbereichen „Florierende Kirchen“, „Verantwortungsbewusste Theologie“, „Gerechtigkeit und Frieden“ sowie „Praktizierte Nächstenliebe und Menschenwürde“ darlegten. Die Teilnehmenden sprachen über die Herausforderungen einer wirksamen Umsetzung dieser Strategie an der Basis.

Im Rückblick auf die Vollversammlung in Krakau im vergangenen Jahr reflektierten die Delegierten darüber, wie diese Erfahrung globaler Gemeinschaft die Arbeit der Kirchen in Europa bis heute inspiriert und prägt. Für viele war diese wegweisende Veranstaltung eine wichtige Erfahrung der Selbstwirksamkeit, die weiterhin Früchte trägt – auch für die polnischen Jugendlichen, die als Ordner und Freiwillige mithalfen. Sie erzählten von der starken Gemeinschaftserfahrung durch die gemeinsamen Gottesdienste und die Musik aus so vielen verschiedenen Ländern. Gleichzeitig erinnerte der Besuch in Auschwitz an vergangene Gräueltaten und an die Notwendigkeit, für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenwürde überall dort einzutreten, wo sie heute bedroht sind.

Beim Treffen in Prag hörten die Delegierten auch Erfahrungsberichte aus drei Konfliktgebieten (Ukraine, Palästina/Israel und Südsudan), in denen der LWB humanitäre Hilfe leistet und längerfristige Entwicklung unterstützt. Die Bildungskoordinatorin Maureen Ogutu erzählte von ihren Erfahrungen in südsudanesischen Flüchtlingslagern, wo sie Kindern Hoffnung und Zukunftsaussichten vermittelt, darunter Mädchen, die mit 12 Jahren zu Heirat und Schwangerschaft gezwungen wurden, oder Jungen, „die in ihrem Leben bisher nichts als Waffen kannten“.

Dr. Fadi Atrash, Geschäftsführer des Auguste-Viktoria-Krankenhauses in Ostjerusalem, sprach über die Auswirkungen des Krieges zwischen Israel und der Hamas sowie über die langfristigen Folgen der Besatzung für palästinensische Patientinnen und Patienten sowie für ihre Familien. „Die Menschlichkeit in dieser Region ist in Gefahr“, warnte er und fügte hinzu, die Kirchen müssten sich weiterhin für einen Waffenstillstand einsetzen, „um den Heilungsprozess einzuleiten“.

Pfarrer Dmytro Tsolin, lutherischer Pastor und Professor an der Katholischen Universität in Lviv, sprach von der dramatisch schwierigen Aufgabe, „vor dem Hintergrund des täglichen Todes und der Zerstörung in der Ukraine“ über den Glauben zu sprechen.

Vertreterinnen und Vertreter der drei europäischen Regionen tauschten sich darüber aus, wie Kriege und Konflikte in ihren Ländern heute wahrgenommen werden. Sie lehnten jede Rechtfertigung eines „heiligen Krieges“ ab und betonten die Notwendigkeit, für den Frieden zu beten und den Wert eines jeden menschlichen Lebens anzuerkennen.

Beim Abschlussgottesdienst erhielten die Teilnehmenden vor der Rückkehr in ihre Heimatkirchen Papierkärtchen mit Samenkörnern, die sie einpflanzen und pflegen sollten – ein Symbol für ihren Auftrag, wirksame „Hoffnungsvermittler“ zu sein, die das Evangelium weitergeben und die Saat des Friedens und der Versöhnung unter allen Menschen säen.

Die Tagung der europäischen Regionen fand vom 8. bis 11. Oktober 2024 in Prag, Tschechische Republik, statt. Delegierte aus den LWB-Mitgliedskirchen in Europa kamen zusammen, um über den weiteren lutherischen Weg im heutigen, sich schnell verändernden Europa zu beraten. Gastgeberin der Tagung war die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder.(LWB)

Lutherischer Weltbund

Delegierte aus LWB-Mitgliedskirchen aus ganz Europa bei der Tagung der europäischen Regionen in Prag.
Bettina Westfeld aus Dresden, Ratsmitglied des LWB, war auch beim Regionaltreffen.
Kathrin Wallrabe (Radebeul), Regionalkoordinatorin des Frauennetzwerkes der Europäischen Region.
Gottesdienstdienst in einer Prager Kirche

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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