Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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ETO in Oelsnitz/E: Betriebsbesuch vom Landesbischof


30 Sept. 2020

CHEMNITZ – Landesbischof Tobias Bilz stattete am 30. September 2020 der Elektrotechnik Oelsnitz/E GmbH (ETO) in Oelsnitz im Erzgebirge einen Betriebsbesuch ab. Das zertifizierte Elektrotechnikunternehmen mit Tätigkeitsschwerpunkten im Bereich Neubau und Modernisierung von Umspannwerken bis 400 kV, Schaltanlagenbau und Bahnanlagenbau ist spezialisiert auf die Errichtung und Wartung von Energieanlagen der Industrie und Stadtwerke. 

Begleitet wurde Landesbischof Bilz von Ortspfarrer Peter Bergmann, dem Männerpfarrer des Kirchenbezirks Diethelm Eckhardt, dem Geschäftsführer des Arbeitsbereiches Handwerk und Kirche Peter Pantke, der Büroleiterin der Bischofskanzlei Cornelia Müller sowie dem Mitarbeiterteam der Männerarbeit unter Leitung von Landesgeschäftsführer Michael Seimer. 

Ein Themenschwerpunkt der Gespräche beim Betriebsbesuch der ETO, der vom Landesbischof mit besonderer Aufmerksamkeit wahrgenommen wurde, war die Frage eines Generationenwechsels in einer Betriebsgemeinschaft. Begrüßt wurde die Besuchergruppe vom Seniorchef Uwe Hartlich, der nach der Wende den Übergang von einer PGH in eine inhabergeführte GmbH begleitete. 2018 vollzog sich der Übergang in die zweite Generation und seither hält auch Björn Hartlich das Steuerrad in der Geschäftsführung in seinen Händen. „Es hat hier nie eine Scheu gegeben, jungen Menschen große Verantwortung zu übergeben“ erklärte Hartlich junior und verwies darauf, dass alle sieben Abteilungsleitungen bereits mit jüngeren Menschen besetzt sind. Andererseits berichtete er davon, dass es Mitarbeiter gibt, die seit über 40 Jahren dem Betrieb angehören und jung und alt nur dann gut gemeinsam den betrieblichen Zielen dienen, wenn ein wertschätzendes Miteinander gelebt wird. 

Landesbischof Bilz nahm diesen Gedanken auf, übertrug ihn auf die innerkirchlichen Verhältnisse und meinte zu den sich teilweise schnell vollziehenden Veränderungen in der Arbeitswelt: „Ein Kulturwandel muss immer gut kommuniziert werden“. 

Sowohl Vater Uwe als auch Sohn Björn Hartlich sind bekennende Christen und leben ihren Glauben offen. Tobias Bilz brachte hierfür seinen Respekt zum Ausdruck. Schließlich könne es sein, dass „wenn man sich als Unternehmer als Christ outet, dass man dann unter Umständen mit anderen moralischen Maßstäben gemessen wird“. Das räumte Hartlich ein, berichtete aber, dass er wisse, dass es Mitarbeiter gebe, die für das Unternehmen beten und dies einen Unterschied mache. In einer sehr persönlichen Anmerkung fügte er hinzu: „Es gab Zeiten, in denen ich das Gefühl hatte, dass das Unternehmen getragen wurde“.

Nach der Besichtigung von Montagehalle und Bürogebäude erbat der Landesbischof den Segen Gottes und betete für alle Mitarbeitenden.

Der Betriebsbesuch des Landesbischofs zählt zu den traditionellen Kontakten von kirchlichen Verantwortungsträgern zur Arbeitswelt und soll dem Erfahrungsaustausch von Mitarbeitenden in Arbeitswelt und Kirche dienen. Dabei bemühen sich die Organisatoren der Männerarbeit um ein breites betriebliches Spektrum. So stand im letzten Jahr mit einem Unternehmen der Lebensmittelverarbeitung der Besuch der FRIWEIKA e.G. in Weidendorf/Sa. bei Meerane auf dem Besuchsprogramm. 

Landesbischof mit Besuchergruppe und Gastgebern

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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