Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

Bereich

Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

Bereich

  

ESG Chemnitz feierte ihr 77. Jubiläum


25 Juni 2025

Geistliche Gemeinschaft in einer sich stetig wandelnden Welt

CHEMNITZ – Mit einem Festwochenende am 13./14. Juni 2025 feierte die Evangelische Studierenden-Gemeinde (ESG) Chemnitz ihr 77-jähriges Bestehen, ihren Umzug an den Campus der TU Chemnitz und das 60. Altfreundetreffen. Über 80 Studierende und Ehemalige folgten der Einladung und konnten sich davon überzeugen, wie in den letzten Monaten aus dem ehemaligen Blumenladen an der Wartburgstraße das neue Zuhause der ESG Chemnitz geworden ist.

Zusammen mit den Studierenden der ESG Leipzig, der ESG Dresden, der Katholischen Studierendengemeinde (KSG) und der Studentenmission in Deutschland (SMD) wurde aus dem ESG-Liederbuch „Durch Hohes und Tiefes“ gesungen, gegrillt und den jiddischen Liedern der studentischen Klezmer-Band „Yankele“ gelauscht. Den Festvortrag zum ESG-Jubiläum hielt am Samstag im zentralen Hörsaalgebäude der TU Chemnitz Dr. Uwe-Karsten Plisch von der Geschäftsstelle der Bundes-ESG.

Er ging neben der gegenwertig angespannten Finanzlage auch auf die 130-jährige Geschichte der evangelischen Studierendenarbeit in Deutschland sowie auf die anhaltende Bedeutung dieser Arbeit für die Zukunft der Landeskirchen ein. Mit einem Festgottesdienst in der St. Petri-Kirche am Theaterplatz endete das Festwochenende der ESG Chemnitz und das 60. Altfreundetreffen des Fördervereins der ESG Chemnitz.

Die Altfreundearbeit stellt eine Besonderheit der ESG Chemnitz dar. So fanden seit 1962 die Treffen der Absolventen und ihrer Familien jährlich mit bis zu 300 Teilnehmenden statt. 2020 wurde entschieden, diese Arbeit mit dem 60. Altfreundetreffen zu beenden und zukünftig zum Sommerfest der Studierenden-Gemeinde einzuladen.

Die ESG Chemnitz wurde im November 1948 an der nach Kriegsende neugegründeten Technischen Lehranstalt Chemnitz gegründet und sammelte sich schon damals um wöchentliche Bibelstunden, Buchbesprechungen, Morgenandachten, Singstunden, Theaterspiel und Rüstzeiten. Die Lehranstalt wurde 1953 zur Hochschule aufgewertet und 1986 zur Technischen Universität mit den Schwerpunkten Maschinenbau, Naturwissenschaften, Mathematik und Elektrotechnik.

Nach 1990 wurde der technische Fokus durch Lehramtsstudiengänge und mit den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ergänzt. Mit aktuell 8.000 Studierenden ist die TU Chemnitz der drittgrößte Universitätsstandort in Sachsen nach Leipzig und Dresden.

Letztes Jahr wurde ein Umzug der ESG Chemnitz in den Blumenladen an der Wartburgstraße durch das ehrenamtliche Engagement der Studierenden und durch die Unterstützung der Landeskirche möglich. Für die Arbeit der Studierenden-Gemeinde wurden eine Küche eingebaut, Verschattungsmöglichkeiten geschaffen und eine moderne Heizungssteuerung installiert.

Notwendig wurde der Umzug, weil der bisherige zentral gelegene Standort an der Straße der Nationen veräußert werden sollte. 18 Jahre hatte sich die ESG Chemnitz dort in unmittelbarer Nähe zum Rektorat und zum Hauptbahnhof getroffen. Mit dem Umzug in die Wartburgstraße ist die ESG nun näher zum Hauptcampus und zu den Wohnheimen des Studentenwerks gezogen.

Gute Erfahrungen hat die Studierenden-Gemeinde in letzter Zeit in der Zusammenarbeit mit anderen Hochschulgruppen gemacht: Mit gemeinsamen ESG-Rüstzeiten mit der ESG Leipzig und der ESG Dresden, mit gemeinsamen Abenden mit der KSG und der SMD, mit einem Hummus-Talk von und für jüdische, christliche und muslimische Studierende, und mit einem interreligiösen Begegnungsabend als „Semesterauftakt der Religionen an der TU Chemnitz“.

Das Festwochenende hat gezeigt, dass die ESG auch nach 77 Jahren vor allem eins ist: Geistliche Gemeinschaft von Menschen in einer sich stetig wandelnden Welt.

ESG-Chemnitz

Früherer Blumenladen in der Nähe des Chemnitzer Campus an der Wartburgstraße
Festvortrag mit Dr. Uwe-Karsten Plisch von der Bundes-ESG
Abendstimmung mit Musik am neuen ESG-Zentrum

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

Teilen Sie diese Seite