Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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„Es tut gut, zusammenzuhalten“


24 Juni 2021

Rückblick zum Tag der Diaspora des GAW am 19. Juni in Kamenz 

KAMENZ - Zum diesjährigen Tag der Diaspora am vergangenen Sonnabend in Kamenz trafen sich Mitglieder, Vorstandsmitglieder und Gäste des Gustav-Adolf-Werks in Sachsen (GAWiS). Vor einem Jahr musste dieser coronabedingt kurzfristig abgesagt werden. Umso größer war die Freude, nun tatsächlich dort zusammenzukommen.

Treffpunkt war die Hauptkirche St. Marien, Pfarrer Michael Gärtner zufolge die einzige Kirche aus Granitstein nördlich der Alpen. „Es tut gut, als evangelische Christen zusammenzuhalten. An Tagen wie diesen spüren wir mit den Menschen vor Ort, welchen Schatz wir haben“, sagte dieser in seiner Andacht. Nach der Mitgliederversammlung begrüßte Dr. Arndt Haubold, Vorsitzender des GAW Sachsen, den Sorbischen Superintendenten Christoph Rummel. Dieser sprach über sorbisch-sprachige evangelische Christen, die innerhalb eines katholisch-sorbischen Umfeldes eine „Diaspora in der Diaspora“ bilden. Die Tagungsgäste nahm er dazu auf eine Reise durch die Geschichte der Region mit. Beeindruckend erschien, dass unter den Konfessionen, die dicht beieinander leben, immer noch unterschiedliche Sprechweisen des Vaterunsers existieren.

Am Nachmittag berichteten weitere Referenten von den diesjährigen Leitprojekten des GAW Sachsen in Syrien, Argentinien, Litauen, Estland, Kirgistan und Russland - und beleuchteten den Fortgang einzelner Projekte mit aktuellen Bildern und Informationen. Dr. Arndt Haubold berichtete über das GAW zu Zeiten des Nationalsozialismus. Nach anfänglicher Begeisterung einzelner GAW-Verantwortlicher sei die Euphorie gewichen und die Haltung zunehmend differenzierter geworden. Haubold nannte Beispiele, wie etwa der Pflichtgruß für Pfarrer „Mit deutschem Gruß“ kreativ ergänzt oder umgangen wurde. Für die Arbeit des GAW hätten sich nach 1940 immer mehr Einschränkungen, beispielsweise bei Reisen oder Überweisungen ins Ausland, ergeben.

In seiner Rede zum Abschluss des Tages sagte Enno Haaks, Generalsekretär des GAW:„ Politische Entscheidungen haben Folgen – schlimmstenfalls Flüchtlingsströme.“ In vielen der evangelischen Partnergemeinden weltweit gebe es Berührungspunkte zu dem Thema, und die Arbeit mit oder für Flüchtlinge sei ein Bestandteil ihrer Angebote. Konfliktherde seien derzeit etwa Bergkarabach, Venezuela oder Belarus. Das GAW unterstütze diese Gemeinden vor Ort.

Nach einem Kaffeetrinken schloss eine Führung durch die Kamenzer Kirchen den Tag ab. Die beiden Vorstandsmitglieder Pfarrer Reinhard Schöne und Dr. Arndt Haubold feierten am Sonntag mit Gemeindegliedern in Schmeckwitz, Cunnersdorf, Kamenz und Elstra Gottesdienst.

Über das GAW Sachsen:

Als Diaspora-Werk der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens unterstützt das Gustav-Adolf-Werk in Sachsen evangelische Christen weltweit. Es hilft Gemeinden, die in der „Zerstreuung“, in der „Diaspora“ existieren, zum Beispiel bei Neubau, Sanierung oder Modernisierung von Kirchen, Gemeindehäusern und  Altenheimen. Wichtig ist dem Verein der direkte Kontakt zu den Projektpartnern, auch im Ausland. So finden jährlich Besuche in unterstützten Gemeinden statt, zuletzt im Kaukasus.

Sorbischen Superintendent Christoph Rummel (l.) und GAWiS-Vorstand Dr. Haubold
Pfarrer Enno Haaks, Generalsekretär des GAW, in der Kamenzer Hauptkirche St. Marienkirche

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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