Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Pogromgedenken im November
04 Nov. 2024
Rundgänge zu verschiedenen Erinnerungsorten
DRESDEN | LEIPZIG – Der Monat November erinnert jedes Jahr an den Übergang von der Diskriminierung zur systematischen Verfolgung und Vernichtung jüdischer Menschen in Nazi-Deutschland und darüber hinaus. Schlüsselereignisse sind die Novemberpogrome, insbesondere die Reichspogromnacht am 9. November 1938 als die Synagogen deutschlandweit brannten und verwüstet wurden.
So auch in Sachsen, als vor 86 Jahren die Übergriffe und Gewalttaten eskalierten. In Leipzig erinnert am heutigen Montag das Friedensgebet um 17:00 Uhr in der Nikolaikirche an die Ereignisse. Anschließend wird an der Nikolaisäule auf dem Nikolaikirchhof zum Weg zu den drei Erinnerungsorten ehemaliger Betstuben und Synagogen mit der Lichtinstallation der Künstlerin Nina K. Jurk eingeladen.
Am 9. November selbst, gibt es gemeinsam mit der Israelitischen Religionsgemeinde nach dem Schabbatausgang um 18:30 Uhr ein Gedenken am Partheufer (Deportationsplatz). Danach beginnt ein Kerzenweg zur Gottschedstraße, vorbei an den Orten ehemaliger Betstuben mit den Lichtinstallationen.
Eine Veranstaltung der Stadt Leipzig gedenkt am nächsten Tag, 10. November, um 16:00 Uhr an der Gedenkstätte Gottschedstraße an die Pogromnacht. Es folgt ein Weg zur Ez-Chaim-Synagoge (Apelsgarten 4). Um 18:00 Uhr beginnt ein Gottesdienst mit Pogromnachtgedenken in der Thomaskirche mit dem Synagogalchor und Prof. Yemima Hadad und Prof. Andreas Schüle von der Theologischen Fakultät Leipzig.
In Dresden beginnt das Gedenken am 7. November vor dem jüdischen Gemeindezentrum (Hasenberg 1) um 16:00 Uhr. Ein Rundgang führt zu verschiedenen Erinnerungsorten und informiert über jüdisches Leben und Leiden in der Dresdner Altstadt. Mit dem Weg soll ersichtlich sein, wie vielfältig der jüdische Alltag in Dresden war, bevor dieser in der Zeit des Nationalsozialismus – mitgetragen von vielen Bürgerinnen und Bürgern – immer weiter eingeschränkt und schließlich nahezu ausgelöscht wurde – und wie es trotzdem weiterging. Aus Rücksicht auf die Schabbatfeier am Sonnabend, findet das Gedenken an der Stele am Brühlschen Garten (Brühlscher Garten 1) am 8. November um 12:00 Uhr statt.
In der Unterkirche der Dresdner Frauenkirche erklingt am 9. November um 20:00 Uhr ein Gedenkkonzert mit Werken von Künstlerinnen und Künstlern, die an der Grenze des Lebens die Kraft fanden, Musik zu schreiben, dem Grauen etwas entgegenzusetzen. Erwin Schulhoff und Viktor Ullmann sind zwei dieser besonderen Künstlerpersönlichkeiten. Ihre Werke sind Mahnzeichen bis in die Gegenwart. Und so ist dieses Konzert mit dem Streichquartett von Mitgliedern der Berliner Philharmoniker ein besonderer Beitrag im Konzertjahr.
Traditionell findet in Dresden der „Weg der Erinnerung“ mit Beginn an der Gedenktafel an der Kreuzkirche statt. Mit dem Fahrrad geht es am 10. November ab 11:00 Uhr auf die Spuren jüdischen Lebens in Dresden. Fünf Stationen werden von Schulklassen und Jugendgruppen mit Erläuterungen und Impulsen thematisch gestaltet. Der Weg endet mit einem Imbiss in den Räumen der Jugendkirche am Trinitatisplatz. Veranstaltet wird das Gedenken von der GCJZ DD e. V., dem Evangelischen Stadtjugendpfarramt, der Katholische Dekanatsjugend und der Jüdischen Gemeinde zu Dresden.
Im letzten Jahr zum 85-jährigen Gedenken an die Novemberpogrome wurde nachstehender Text veröffentlicht:
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.